Mitarbeitende und Freiwillige von ADRA Russland beim Transport der Hilfsgüter. © Bild: ADRA Russland

ADRA Russland hilft über Adventgemeinden den Bedürftigen in der selbsternannten „Volksrepublik“ Donezk

Moskau/Russland | 15.05.2023 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Laut einem Bericht der Webseite der Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, die für den euro-asiatischen Raum zuständig ist (esd.adventist.org), hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Russland beim vierten Transport von Moskau Hilfsgüter im Wert von einer Million Rubel (CHF 11.600/€ 11.800) an Adventgemeinden im Donbass übergeben. Die Hilfsgüter der vier bisherigen Transporte, wie Lebensmittel, Trinkwasser sowie weitere lebensnotwendige Güter, Kleidung und Schuhe seien über lokale Adventgemeinden an Bedürftige verteilt worden.

„Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk
Laut Wikipedia wurden 2014 durch die Intervention paramilitärischer russischer Truppen Teile der ukrainischen Verwaltungsbezirke (Oblast) Donezk und Luhansk (russ. Lugansk) besetzt. Die Separatisten riefen die sogenannten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk aus. Nachrückende russische Truppen drängten die Milizen zurück. Am 21. Februar 2022 erkannte der russische Präsident, Wladimir Putin, die „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk als unabhängigen Staaten an, die danach „völkerrechtswidrig“ in die Russische Föderation eingegliedert wurden.

ADRA Russland hilft Bedürftigen im Donbass
Die Arbeit von ADRA Russland habe sich im vergangenen Jahr auf die Hilfe für die Menschen im russisch besetzten Donbass, also die zwei „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk, konzentriert. Es habe sich in dieser Zeit eine Zusammenarbeit mit bekannten NGOs wie dem Roten Kreuz, der Dr. Liza-Stiftung, Mosvolunteer und anderen Hilfsorganisationen entwickelt, heisst es im Bericht.

Es seien in Moskau Lebensmittel, lebensnotwendige Güter, Kleidung und Schuhe gekauft worden und Mitglieder der Adventgemeinden in Moskau hätten beim Verpacken und Ausliefern der Hilfsgüter geholfen. Es seien bei den vier bisherigen Transporten zwölf Tonnen Trinkwasser, 1,5 Tonnen Lebensmittel, grosse Mengen an Kleidung, Kinderkleidung, Schuhe sowie viele andere Dinge an die Bedürftigen übergeben worden.

Zusammenarbeit mit adventistischen Pastoren in Luhansk und Donezk
In den letzten sechs Monaten hätten die Mitarbeitenden von ADRA Russland begonnen mit adventistischen Pastoren in den russisch besetzten Gebieten der „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk zusammenzuarbeiten. Die adventistischen Gemeinden in diesen Gebieten führten laut dem Bericht kontinuierlich das Projekt "Brot und Wärme aus Jesu Hand" durch und verteilen in ihren Gotteshäusern und Gemeinderäumen Lebensmittel und Hilfsgüter an Bedürftige. Gezielte Hilfe würden auch Kirchenmitglieder erhalten, die in diesem Gebiet leben.

Beschaffung der Hilfsgüter
Zunächst würden von den Bedürftigen Wünsche für Gegenstände, Elektrogeräte, Kindersachen usw. über die adventistischen Pastoren vor Ort gesammelt, so der Bericht. Dann würden ADRA-Mitarbeitende diese Gegenstände einkaufen, wobei ihnen Mitglieder der Moskauer Adventgemeinden helfen würden.

Vor dem vierten Transport ins Gebiet von Donezk, im April dieses Jahres, sei in den Adventgemeinden der Kirchenleitung in und um Moskau eine besondere Spendenaktion durchgeführt worden. Ein adventistischer Geschäftsmann habe zusätzlich mehr als eine halbe Million Rubel (CHF 5.800/€ 5.900) speziell für die Reise gespendet. Lebensmittel, Kleidung, Bettzeug und Haushaltsgeräte im Wert von über einer Million Rubel (CHF 11.600/€ 11.800) wurden entsprechend den zuvor eingegangenen Bitten der adventistischen Pastoren aus Donezk gekauft. Die Hilfslieferung sei demnach über Taganrog, Hafenstadt am Asowschen Meer, in Südrussland, ins Gebiet von Donezk gebracht worden. ADRA Russland bereite weitere Hilfstransporte vor, so der Bericht.

Adventisten in Russland
Laut den statistischen Angaben der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) von 2021 lebten in Russland 39.850 adventistische Christen und Christinnen. Sie unterhalten eine Universität in Zaoksky südlich von Moskau, eine Ausbildungsstätte für Pastoren und Pastorinnen, dreizehn Grundschulen und sechs höhere Schulen sowie einen Verlag.

Adventisten in der Ukraine
Die 43.301 Adventisten in der Ukraine (Stand 2021) wurden verwaltungstechnisch nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine 2022 vorübergehend aus dem Bereich der adventistischen Euro-Asien-Kirchenleitung (ESD) in Moskau ausgegliedert und direkt der Weltkirchenleitung unterstellt. Siehe dazu die APD-Meldung: «Kirchenverwaltung der Adventisten in der Ukraine vorübergehend an Weltkirchenleitung angegliedert».
https://apd.media/news/archiv/15025.html

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