Titel des Factsheets zum Welttag ohne Tabak 2025. © Screenshot: Sucht Schweiz

Weltgesundheitsorganisation (WHO) will die Strategien der Tabak- und Nikotinindustrie aufdecken

Lausanne/Schweiz | 05.06.2025 | APD | Schweiz

Zum «Welttag ohne Tabak», am 31. Mai 2025, zielte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf ab, jene Strategien der Tabak- und Nikotinindustrie aufzudecken, die ihre Produkte vor allem bei jungen Menschen beliebt machen, schreibt Sucht Schweiz.

Unter dem Motto Die Maske entreissen - die Taktiken der Tabakindustrie entlarven machte die WHO in der diesjährigen Kampagne zum 31. Mai auf die «perfiden Techniken» der Tabak- und Nikotinindustrie aufmerksam, so die Stiftung. Diese seien durch schmackhafte Aromen, attraktive Verpackungen und farbenfrohe Designs oder gezieltes Onlinemarketing darauf ausgerichtet, insbesondere junge Menschen anzusprechen und frühzeitig in die Nikotinsucht zu treiben und somit neue Kundschaft zu gewinnen.

Die Stiftung Sucht Schweiz forderte zum «Welttag ohne Tabak», dass auch in der Schweiz strengere Massnahmen zum Schutz der Jugend ergriffen werden. Das Parlament müsse dem helvetischen Sonderfall bei den Verpackungen ein Ende bereiten.

Die Schweiz hinkt hinterher
Internationale Erfahrungen zeigten, dass neutrale Verpackungen – also schlichte, einheitlich gestaltete Packungen ohne Logos und mit grossen Warnhinweisen – ein wirksames Mittel der Tabakprävention seien, so Sucht Schweiz. 29 Länder, darunter Australien, Frankreich und Grossbritannien, haben demnach solche Massnahmen bereits umgesetzt und konnten einen Rückgang des Tabakkonsums, insbesondere bei jungen Menschen, feststellen. «Die Schweiz bleibt in diesem Bereich weit hinter internationalen Standards zurück und die Zigarettenverpackungen in der Schweiz gehören weiterhin zu den «attraktivsten» in Europa», schreibt die Stiftung. Zwar seien mit dem neuen Tabakproduktegesetz (TabPG) Warnhinweise auf Verpackungen überarbeitet worden, doch das Design der Packungen bleibe weiterhin ein effektives Werbemittel der Industrie: «Logos, Farben und Markenelemente bleiben sichtbar, was die Attraktivität der Produkte insbesondere für junge Menschen erhöht», so Sucht Schweiz.

Es besteht Handlungsbedarf
Die aktuellen Massnahmen reichten nicht aus, um die Verführungstaktiken der Tabakindustrie einzudämmen. Die Einführung neutraler Verpackungen wäre ein entscheidender Schritt zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Jugendlichen in der Schweiz. 2023 verabschiedeten die Mitglieder der Jugendsession eine Petition für die verbindliche Einführung von Einheitsverpackungen für sämtliche Rauschmittel. Nachdem der Nationalrat die Petition abgelehnt hatte, habe der Ständerat nun in der kommenden Sommersession die Chance, die Lücke in der helvetischen Gesetzgebung zu schliessen und einen wichtigen Fortschritt für den Jugendschutz zu erzielen, schreibt die Stiftung.

Zur Petition der Jugendsession 2023:
https://forderungen.jugendsession.ch/de/demand/373/show

Factsheet zum Welttag ohne Tabak 2025: «Eine attraktive Verpackung für ein tödliches Produkt: Die Strategie der Tabakindustrie».
https://www.suchtschweiz.ch/wp-content/uploads/2025/05/250416_TNT-factsheeet-emballage_DE.pdf

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