Screenshot des Covers der BFS-Studie «Religion und Spiritualität in der Schweiz» (2024). Cover: © Publishing und Diffusion PUB, BFS

Gemäss Studie des Bundesamts für Statistik entwickeln sich die Freikirchen gegen den Trend

Pfäffikon, ZH/Schweiz | 25.06.2025 | APD | Schweiz

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am 23. Juni neue Zahlen zu «Religion und Spiritualität in der Schweiz» für 2024 vorgelegt. In der Erhebung zu Sprache, Religion und Kultur (ESRK) werden die Freikirchen erstmals namentlich erwähnt, so der Dachverband Freikirchen.ch.

«Die Schweiz ist historisch gesehen ein christliches Land. (…) Heute besteht in der Schweiz eine grosse religiöse und konfessionelle Vielfalt und auch die Zahl der Personen ohne Religionszugehörigkeit wächst. (…) Die erhobenen Informationen sind eine wichtige Datenquelle für Diskussionen, politische Entscheide und die Förderung des Zusammenlebens in der Schweiz», schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS).

Christentum schrumpft, nicht aber Freikirchen
Entgegen dem Titel in der Medienmitteilung des BFS «Rückgang von Glaube und religiöser Praxis setzt sich fort» entwickeln sich Freikirchen gegen den Trend. Der Anteil von Freikirchen – inklusive anderer evangelischer und übriger christlicher Gemeinschaften – belief sich konstant auf 6 Prozent. Trotz einer rückläufigen Tendenz bleibt das Christentum in der Schweiz die am stärksten verbreitete Religion. 2023 war die Bevölkerung zu 31 Prozent römisch-katholisch und zu 19 Prozent evangelisch-reformiert. Der Dachverband Freikirchen findet es erstaunlich, dass 51 Prozent der Bevölkerung der Aussage «Mehr spirituelles Denken würde der Gesellschaft gut tun» eher oder voll und ganz zustimmen und dass die Hälfte der Bevölkerung demnach an ein Leben nach dem Tod glaubt.

Mehr Beten, Bibellesen und Gottesdienstbesuch
Bezüglich Religiosität und Spiritualität lassen sich Unterschiede zwischen den Religionsgemeinschaften beobachten. Ein Drittel der römisch-katholischen Bevölkerung bezeichnet sich als religiös und spirituell, während es bei den evangelisch-reformierten Personen knapp ein Viertel ist. Bei Freikirchen beträgt dieser Anteil fast 50 Prozent. Gemäss BFS ist es in den letzten zehn Jahren die regelmässige Lektüre spiritueller Bücher, Zeitschriften oder Beiträge im Internet (Zunahme von 13 Prozent auf 20 Prozent) beliebter geworden. Die Zunahme spiritueller Lektüre ist unter den Angehörigen von Freikirchen (+21 Prozentpunkte), den Reformierten (+12 Prozentpunkte) sowie den 15–24-Jährigen (+13 Prozentpunkte) am grössten.

Freikirchen in der Kategorie «andere christliche Gemeinschaften»
In der Studie werden die Freikirchen unter «andere christliche Gemeinschaften» zusammengefasst. Zu dieser Kategorie zählt das BFS regionale freie evangelische Gemeinden (FEG, FREE), internationale evangelische Gemeinden, aber auch baptistische, täuferische, charismatische und adventistische Gemeinden sowie Heiligungs-, Pfingst- und Endzeitgemeinden. Dazu kommen ostkirchlich-orthodoxe Kirchen und andere christliche Ostkirchen, die evangelisch-lutherischen Kirchen, andere auf die Reformation zurückgehende Kirchen sowie internationale christliche Gemeinschaften, anglikanische und christkatholische sowie ökumenische Gemeinden.

Zur BFS-Studie «Religion und Spiritualität in der Schweiz»:
https://www.news.admin.ch/de/newnsb/Dmk80u4N29u8rXaGtKajo

Dachverband Freikirchen.ch
Freikirchen.ch ist der Dachverband der Freikirchen und christlicher Gemeinschaften in der Schweiz. Er ist ein nationaler Kirchenverband mit 20 freikirchlichen Bewegungen aus der Deutschschweiz, zu denen über 750 örtliche Kirchen mit ihren diakonischen Werken gehören. Zusammen mit dem Réseau évangélique suisse (RES) vertreten die Freikirchen in der Schweiz rund 1000 Kirchen. Neben der Schweizer Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche Schweiz versteht sich der Dachverband Freikirchen.ch als dritte Kraft der christlichen Kirchen in der Schweiz und als Sprachrohr für die gemeinsamen Anliegen der Freikirchen. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz ist seit 2025 Mitglied im Dachverband der Freikirchen.

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