Heute kann man sich entscheiden: Militärdienst oder Zivildienst. Bild: © Bundesamt für Zivildienst ZIVI

Heilsarmee Schweiz und Mennoniten lehnen die Verschärfung des Zivildienstgesetzes ab

Bern/Gümmligen | 08.06.2026 | APD | Schweiz

Die Heilsarmee Schweiz und die Mennoniten lehnen die Verschärfung des Zivildienstgesetzes ab. Beide sehen darin eine Einschränkung der Gewissensfreiheit. Am 14. Juni 2026 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Vorlage.

Im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmung vom 14. Juni 2026 über eine Verschärfung des Zivildienstgesetzes haben sich verschiedene kirchliche Akteure öffentlich positioniert. Sowohl die Heilsarmee Schweiz als auch die Konferenz der Mennoniten der Schweiz empfehlen, die Vorlage abzulehnen, begründen ihre Haltung jedoch mit teilweise unterschiedlichen Schwerpunkten.

Heilsarmee betont gesellschaftliche Bedeutung des Zivildienstes
Die Heilsarmee Schweiz spricht sich gegen die geplanten Änderungen aus und verweist dabei insbesondere auf die praktische Bedeutung des Zivildienstes für soziale Einrichtungen und das Gemeinwesen. Nach Angaben der Organisation leisten jährlich mehrere hundert Zivildienstleistende Einsätze in Institutionen der Heilsarmee, unter anderem in Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, Alters- und Kinderheimen sowie in der Flüchtlingshilfe.
Neben diesen praktischen Aspekten verweist die Heilsarmee auch auf die Bedeutung der Gewissensfreiheit. Personen, die den Militärdienst aus Gewissensgründen ablehnen, sollen weiterhin die Möglichkeit haben, einen zivilen Ersatzdienst zu leisten.
https://heilsarmee.ch/blog/die-heilsarmee-schweiz-lehnt-die-verschaerfung-des-zivildienstgesetzes-ab/

Mennoniten stellen Gewissensfreiheit in den Mittelpunkt
Auch die Konferenz der Mennoniten der Schweiz empfiehlt, die Verschärfung des Zivildienstgesetzes abzulehnen. Im Mittelpunkt ihrer Argumentation steht die Gewissensfreiheit. Sie betrachtet diese als ein grundlegendes Element ihres Glaubensverständnisses, wonach Menschen in zentralen Lebensfragen eigenverantwortlich nach ihrem Gewissen entscheiden sollen.

Nach Einschätzung der Mennoniten könnte die geplante Gesetzesanpassung diese Freiheit einschränken, indem der Zugang zum Zivildienst erschwert wird. Das Parlament verfolgt mit den vorgesehenen Massnahmen unter anderem das Ziel, die Zahl der Zivildienstleistenden zu reduzieren und damit den Bestand der Armee zu sichern.

Die Mennoniten betonen, dass der Zivildienst ursprünglich nicht als Instrument zur Unterstützung gesellschaftlicher Aufgaben geschaffen wurde, sondern als Alternative für Menschen, die den Militärdienst nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können.
https://www.mennonews.de/archiv/2026/05/26/neues-zivildienstgesetz-in-der-schweiz-gewissensfreiheit-nicht-einschraenken/

Gemeinsame Ablehnung, unterschiedliche Akzente
Beide kirchlichen Stimmen teilen die Einschätzung, dass die vorgeschlagenen Änderungen eine Einschränkung der Gewissensfreiheit bedeuten könnten und sprechen sich deshalb gegen die Verschärfung aus.

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