Cover des Dossiers für den „Sonntag der verfolgten Kirche“ © Gestaltung: agr Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit

Religiös motivierte Verfolgung hat zugenommen

Zürich/Schweiz | 17.11.2016 | APD | Religionsfreiheit

Im Rahmen des internationalen Gebetstags für die verfolgte Kirche sind der 13. und 20. November als «Sonntag der verfolgten Kirche» (SVK) vorgesehen. Die Fokusländer sind Algerien, Malaysia und Sudan. In der Schweiz wird der SVK von der „agr Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit“ der Schweizerischen Evangelischen Allianz organisiert.

Das Jahr 2016 geht als Jahr des Terrors in die Geschichte ein, schreibt die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) in einer Medienmitteilung. Dies gelte auch für Christen. Weltweit habe die religiös motivierte Verfolgung zugenommen. Der für den 13. und 20. November vorgesehene „Sonntag der verfolgten Kirche“ (SVK) mache am auf diese Problematik aufmerksam. Die Schweizerische Evangelische Allianz ruft dazu auf, gemeinsam für die verfolgten und bedrängten Christen zu beten. Im Fokus des Projekts stehen dieses Jahr die Länder Algerien, Malaysia und Sudan.

Religiöse Intoleranz, Benachteiligung und Islamisierungspolitik
Algerien
Laut SEA steht Algerien ein politischer Wandel bevor, bei dem ein Nachfolger für den schwerkranken Präsidenten bestimmt werden soll. Im Zuge dieser Vorbereitungen hat das Parlament einer Revision der Verfassung zugestimmt. Ob die neue Verfassung die volle Glaubensfreiheit garantieren werde, sei nicht klar. Die Christen in Algerien würden unter religiös intolerantem Verhalten wie Verachtung und Drohungen leiden. Besonders prekär sei die Situation für Menschen, die vom Islam zum Christentum konvertierten, da sie gesetzlicher Willkür und Diskriminierung sowie Feindseligkeiten der eigenen Familie ausgesetzt seien.

Malaysia
Obwohl Malaysia als ein Vorbild für ein liberales und tolerantes islamisch geprägtes Land gelte, sei der Völkerstaat unter der Oberfläche zunehmend gespalten, so die SEA. Die malaiisch-islamische Hauptbevölkerungsgruppe werde gegenüber den ethnisch-religiösen Minderheiten klar bevorzugt. So bekämen Christen, die unter der Armutsgrenze lebten, keine Stipendien wenn sie Christen blieben. In der Verfassung stehe die Scharia zwar nicht auf der gleichen Ebene mit dem Zivilrecht, in der Praxis habe sie aber eine sehr grosse Bedeutung, heisst es in der Medeinmitteilung.

Sudan
Im Sudan ist der sunnitische Islam Staatsreligion und die Scharia oberste Grundlage des Rechtssystems. Nach Angaben der Schweizerischen Evangelischen Allianz verfolgt der Präsident des Landes eine Arabisierungs- und Islamisierungspolitik. So erinnere die systematische Verfolgung von Christen im Sudan an ethnische Säuberungen. Insbesondere Christen mit muslimischem Hintergrund seien betroffen: ein normales Leben sei für sie kaum möglich. Zudem sei auch die Presse- und Meinungsfreiheit stark beschnitten.

Nordkorea: wenig beachteter Spitzenreiter im Weltverfolgungsindex
Seit 14 Jahren belegt Nordkorea den ersten Platz im Weltverfolgungsindex. Der jährlich vom internationalen Hilfswerk «Open Doors» herausgegebene Index zeigt, dass die dortigen Christen einen extremen Grad an Verfolgung erleben: Das Land wird auf der Skala von 0 bis 100 mit 92 Punkten eingestuft. Verdächtige die Regierung Bewohner des Landes des christlichen Glaubens, so würden diese in ein Arbeitslager verbannt, zusammen mit der gesamten Familie auf drei Generationen. Trotz dieser Zustände werde der Christenverfolgung in Nordkorea weltweit kaum Aufmerksamkeit geschenkt, heisst es in der Medienmitteilung .

Weitere Länder, die im Weltverfolgungsindex in die Kategorie «extremer Grad der Verfolgung» eingestuft werden, sind Irak (90 Punkte), Eritrea (89), Afghanistan (88), Syrien (87), Pakistan (87), Somalia (87), Sudan (84) und Iran (83).

Engagement schafft Zukunftsperspektiven
Die Mitgliederorganisationen der «Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit» (AGR) der Schweizerischen Evangelischen Allianz berichten anlässlich des „Sonntags der verfolgten Kirche“ in verschiedenen Kirchgemeinden in der ganzen Schweiz über die Situation verfolgter Christen in deren Heimat. Auch Christen aus betroffenen Ländern seien zu Gast, so zum Beispiel aus Vietnam, Nordafrika und dem Nahen Osten. Sie könnten aus erster Hand als Direktbetroffene von den Herausforderungen in ihrer Heimat und ihrem Engagement erzählen.

Dossier zum Sonntag der verfolgten Kirche: www.verfolgung.ch
Welt-Verfolgungskarte:
http://www.agr-glr.ch/fileadmin/bilder/svk/Dossier/Verfolgkarte_dt.pdf
Shockwave für Jugendliche:
http://www.agr-glr.ch/fileadmin/bilder/svk/Dossier/Shockwave_2016_CHD_24.08.16_Magazine.pdf
Kinderdossier:
http://www.agr-glr.ch/fileadmin/bilder/svk/Dossier/dossier-kinder-2016_dt.pdf

(4228 Zeichen)
© Nachrichtenagentur APD Basel (Schweiz) und Ostfildern (Deutschland). Kostenlose Textnutzung nur unter der Bedingung der eindeutigen Quellenangabe "APD". Das © Copyright an den Agenturtexten verbleibt auch nach ihrer Veröffentlichung bei der Nachrichtenagentur APD. APD® ist die rechtlich geschützte Abkürzung des Adventistischen Pressedienstes.