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60 Jahre Deutscher Ökumenischer Studienausschuss <br> Symposium zur Hoffnung über den Tod hinaus

Münster/Deutschland | 14.11.2010 | APD | unbekannt

Mit einem Festgottesdienst im Dom zu Münster, einem Festvortrag und dem Theologischen Symposium „Gemeinsame Hoffnung über den Tod hinaus“ hat der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA) vom 11. bis 13. November sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Der DÖSTA ist seit Oktober 1950 die theologische Fachkommission der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Er hat die Aufgabe, theologische und ökumenische Fragen wissenschaftlich zu erörtern. Dazu erarbeitet er Studien und Stellungnahmen, um das theologische Gespräch zwischen den deutschen Kirchen zu vertiefen und zu fördern. Der DÖSTA setzt sich aus Dozentinnen und Dozenten theologischer Ausbildungsstätten der römisch-katholischen Kirche, der evangelischen Kirche, der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden, des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der Evangelisch-methodistischen Kirche, der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland, der Orthodoxen Kirche in Deutschland, der Armenisch-Apostolischen Orthodoxen Kirche und der Geschäftsführerin der ACK Deutschland, Dr. Elisabeth Dieckmann (Frankfurt/Main), zusammen.

Beim Festgottesdienst im Münsterschen St.-Paulus-Dom wies der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig und Vorsitzender der ACK Deutschland, Professor Dr. Friedrich Weber, in seiner Predigt darauf hin, dass zu den tiefsten Fragen der Menschheit gehöre, welche Hoffnung es über den Tod hinaus gebe. Die Antwort finde sich im Evangelium von Jesus Christus. Es spreche von der Auferstehung der Toten, dem Jüngsten Gericht und dem ewigen Leben in einer neuen Welt. Im letzten Buch der Bibel, der Apokalypse (Offenbarung) des Johannes, gebe es im 21. Kapitel die Zusage, dass Gott „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ ohne Tod, Leid, Geschrei und Schmerz schaffen werde. Dieses Versprechen bewirke aber erst dann etwas, wenn das Leben eines Christen von dieser Hoffnung geprägt sei.

In seinem Festvortrag im bischöflichen Priesterseminar Collegium Borromaeum in Münster stellt der frühere Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Professor Dr. Konrad Raiser, die Frage, inwieweit die „Apostolizität der Kirche“ ein „festes Fundament im ökumenischen Gespräch“ sein könne. Nach einem Überblick in die Diskussionsbeiträge der vergangenen Jahrzehnte zur Frage des Amtes als Dienst an der apostolischen Tradition kam Raiser zur Überzeugung, dass „Unterschiede in der Gestalt des Amtes als legitime Ausprägungen der gemeinsam festgehaltenen Grundstruktur der Kirche anzuerkennen“ seien.

Die Zukunftsbotschaft des Evangeliums werde von den christlichen Kirchen im Wesentlichen gemeinsam vertreten, stellte der Vorsitzende des DÖSTA, Professor Dr. Uwe Swarat, in seiner Einführung in das Theologische Symposium im Liudgerhaus in Münster fest. Im näheren Verständnis dieser Botschaft gebe es jedoch erkennbare Unterschiede, wenn nicht gar Gegensätze. Man müsse daher den christlichen Kirchen die Frage stellen, ob und inwiefern sie eine gemeinsame Hoffnung über den Tod hinaus bezeugen könnten.

Das Symposium „Gemeinsame Hoffnung über den Tod hinaus“ veranstaltete der DÖSTA in Zusammenarbeit mit der evangelisch-theologischen und der katholisch-theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster. Zu den drei Hauptreferaten gab es je zwei Koreferate, die Übereinstimmungen, konfessionelle Besonderheiten und auch Gegenpositionen zum Hauptvortrag deutlich machen sollten.

Im ersten Hauptreferat ging Professor Swarat (Elstal bei Berlin), Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden, auf die Frage „Jenseits des Todes – Unsterblichkeit der Seele oder Auferstehung des Leibes?“ ein. Dazu nahmen Professor Dr. Frank-Lothar Hossfeld (Bonn), römisch-katholisch, und Professor Dr. Folker Siegbert (Münster), evangelisch, Stellung. Professor Dr. Michael Beintker (Münster), evangelisch, referierte zu „Gottes Urteil über unser Leben – Das Jüngste Gericht als Stunde der Wahrheit“. Mit seinem Vortrag befassten sich Professorin Dr. Dorothea Sattler (Münster), römisch-katholisch, und Professor Dr. Werner Klän (Oberursel bei Frankfurt/Main), SELK. Das dritte Hauptreferat „Hoffnung für diese Welt auf eine neue Welt – Individuelle und kosmische Eschatologie“ hielt Professor Dr. Jürgen Werbick (Münster), römisch-katholisch. Auf seine Aussagen antworteten Professorin Dr. Ulrike Link-Wieczorek (Oldenburg), evangelisch, und Professor Dr. Athanasios Vletsis (München) von der Griechisch-Orthodoxen Kirche. Laut dem DÖSTA-Vorsitzenden, Professor Swarat, sollen alle in Münster gehaltenen Referate veröffentlicht werden.

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