Warning: Undefined array key "jahr" in /home/httpd/vhosts/apd.media/httpdocs/php/lib/APD/repository/NewsgroupRepository.php on line 40 APD - APD-INFORMATIONEN 3/2025 - MÄRZ 2025 (Adventistischer Pressedienst)

APD-INFORMATIONEN 3/2025 - MÄRZ 2025

© Logo und Wortmarke der Siebenten-Tags-Adventisten

4.853 Siebenten-Tags-Adventisten leben in der Schweiz

Zürich/Schweiz | 28.03.2025 | APD | Schweiz

4.853 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten lebten am 31. Dezember 2024 in der Schweiz, 8 Mitglieder mehr als ein Jahr zuvor. Weltweit gab es Ende 2023 mehr als 22,7 Millionen adventistische Christen und Christinnen.

Zu den 46 Taufen (Mündigentaufe) und 13 Aufnahmen in die Freikirche - aufgrund des Glaubensbekenntnisses - sind im vergangenen Jahr 42 adventistische Christen mehr aus dem Ausland in die Schweiz eingewandert als Mitglieder ins Ausland ausgewandert sind. Im 2024 waren 63 Todesfälle und 21 Kirchenaustritte und/oder Entzüge der Mitgliedschaft zu verzeichnen.

Die protestantische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz feiert den Gottesdienst jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, in 58 Ortsgemeinden sowie in sieben Gruppen.

Kinder und ungetaufte Jugendliche werden nicht als Mitglieder gezählt
Geschätzte 450 Kinder und Teens bis 16 Jahren, die in adventistischen Familien in der Schweiz aufwachsen und am kirchlichen Leben teilnehmen, sind nicht in der Mitgliederzahl enthalten. Die protestantische Freikirche tauft üblicherweise keine Kinder und zählt sie deshalb ebenso wenig wie ungetaufte Jugendliche über 16 Jahren als Mitglieder.

Schweizer Adventisten sind als Verein organisiert
Die Schweizer Adventisten sind nach dem Vereinsrecht organisiert und teilen sich in zwei Kirchenregionen: die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (DSV), mit Sitz in Zürich und die Fédération des Eglises Adventistes du 7e jour de la Suisse romande et du Tessin (FSRT), mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Kirchenleitung, die Schweizer Union, mit Sitz in Zürich.

Adventistische Institutionen und Werke in den Sprachregionen
Die Adventisten in der Schweiz führen die Privatschulen A bis Z in Zürich sowie in Reinach/AG, zwei Jugendhäuser, in St. Stephan/BE und Les Diablerets/VD, drei Alters- und Pflegeheime in Krattigen/BE, Oron-la-Ville und Epalinges bei Lausanne, den Advent-Verlag Schweiz in Krattigen/BE sowie eine Versandstelle für französische Bücher in Renens/VD. Im Weiteren unterhalten sie das Hope Bibelstudien-Institut (HBI) und das Religionspädagogische Institut (RPI) in Zürich sowie das Institut d'Etude de la Bible par Correspondance (IEBC) in Renens.

In Gland/VD befindet sich die Klinik La Lignière, die auf Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen, neurologischen, orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen sowie auf Nachbehandlung bei Krebs spezialisiert ist.
https://la-ligniere.ch/

Gesamtschweizerische Institutionen der Adventisten
Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich. Das Büro befindet sich in Aarau. ADRA Schweiz ist ein ZEWO-zertifiziertes Partnerhilfswerk der Glückskette. Das Hilfswerk ist in der Schweiz mit rund 30 Ortsgruppen im sozialen Bereich tätig und unterhält diverse ADRA Shops (Bern, Biel/Bienne, Genf, Thurgau, Lausanne, Yverdon, Zürich), die Güter des täglichen Bedarfs an Bedürftige abgeben. Im Ausland arbeitet ADRA Schweiz mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, primär mit Katastrophen- und Entwicklungshilfeprojekten.
https://www.adra.ch/

Der Adventistische Pressedienst APD Schweiz, Basel, richtet seine Dienste vor allem an säkulare und kirchliche Medien. https://apd.media/

Die Schweizerische Liga Leben und Gesundheit (LLG), Zürich, bietet mit ihren Seminaren in rund 40 Ortsgruppen ganzheitliche Gesundheitsförderung an: körperlich, seelisch, spirituell und sozial. https://www.llg.ch/

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten in der Schweiz sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). Die Adventisten in der Deutschschweiz haben im Dachverband Freikirchen Schweiz den Beobachterstatus. In drei kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen sind sie Mitglieder und in drei weiteren haben sie den Gaststatus.

Webseite der Adventisten in der Deutschschweiz: www.adventisten.ch
Webseite der Adventisten in der Romandie und im Tessin: www.adventiste.ch

Statistiken zu den Adventisten in der Schweiz:
https://adventisten.ch/ueber-die-kirche-der-siebenten-tags-adventisten/organisation/

Adventisten weltweit
Die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die in 212 Ländern und Gebieten vertreten ist, verzeichnete laut der letzten Statistik (Ende 2023) eine Zunahme der Mitgliederzahlen zwischen 2012 und 2022 von 17,5 Millionen auf 22,2 Millionen. Die meisten Mitglieder leben in Afrika (9,8 Millionen), gefolgt von Lateinamerika (6,2 Millionen), Asien (4,2 Millionen), Nordamerika (1,3 Millionen), Europa (317.000) und Australien/Neuseeland (85.000).

Statistiken zu den Adventisten weltweit:
https://www.adventistarchives.org/quick-statistics-on-the-seventh-day-adventist-church

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Bild vom Blumenverkauf. © Foto: Fastenaktion / HEKS

Schweizweiter Aktionstag: Blumen für das Recht auf Nahrung - Ökumenische Kampagne: „Hunger frisst Zukunft“

Luzern/Schweiz | 28.03.2025 | APD | Schweiz

Am Samstag, 29. März, setzen Freiwillige in der ganzen Schweiz ein Zeichen gegen Hunger: An über 230 Standorten verkaufen sie Fairtrade-Rosen, Bio-Saatgut und weitere Produkte. Der Erlös unterstützt Projekte von Fastenaktion, HEKS und „Partner sein“ zur Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung, wie sie in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben.

Unter dem Motto „Hunger frisst Zukunft“ rückt die Ökumenische Kampagne eine kaum beachtete Tatsache in den Fokus. Weltweit wird genug Nahrung produziert, doch ungerechte Verteilung und wirtschaftliche Interessen verhindern, dass alle Menschen satt werden. Millionen leiden Hunger.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die Kampagne von Fastenaktion, HEKS und „Partner sein“ lässt Menschen aus Afrika, Asien und Lateinamerika zu Wort kommen, die dank umweltfreundlicher Landwirtschaft, Solidaritätsprogrammen und lokalem Wissen ihre Ernährungssicherheit stärken. Die Hilfswerke zeigen auf, dass Alternativen zu ausbeuterischen Agrarsystemen möglich sind.

Rosen und Saatgut: Ein Zeichen der Solidarität – eine Welt ohne Hunger
Um auf diese Herausforderungen aufmerksam zu machen, setzen sich Freiwillige am Aktionstag von HEKS und Fastenaktion für eine Welt ohne Hunger ein. Seit Jahren sind Fairtrade-Rosen das Symbol dieser Aktion – als Zeichen für Gerechtigkeit und Frieden. Neu in diesem Jahr: Neben rund 45.000 Rosen wird auch Bio-Saatgut für Blumenwiesen angeboten. Damit setzt der Aktionstag nicht nur ein Zeichen für das Menschenrecht auf Nahrung, sondern auch für eine nachhaltige Zukunft.

Mitmachen und ein Zeichen setzen
Am 29. März können alle mit einer kleinen Geste Grosses bewirken: Eine Rose oder eine Packung Bio-Saatgut an einem der über 230 Verkaufsorte des Aktionstages kaufen – für sich selbst, für andere und für eine gerechtere Welt.

Liste der Verkaufsorte:
https://materiel.voir-et-agir.ch/content/uploads/2020/11/Teilnehmer_OEK_Aktionstag_20250321_NEU.pdf

Mehr Infos zum Kampagnenthema «Hunger frisst Zukunft»:
https://sehen-und-handeln.ch/

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Cover des Flyers zur 122. Jahreskonferenz der Adventisten. © Covergestaltung: DSV

122. Jahreskonferenz der Adventisten in der Deutschschweiz

Zürich/Schweiz | 28.03.2025 | APD | Schweiz

Zur 122. Jahreskonferenz sind am Samstag 29. März 2025 die mehr als 2.600 Mitglieder der Siebenten-Tags- Adventisten in der Deutschschweiz unter dem Motto «Glauben - Teilen» ins Kongresszentrum der Parkarena in Winterthur eingeladen. Zur Jahreskonferenz der Adventisten sind Besucher und Besucherinnen willkommen.

«Mission wird nicht einfach gemacht oder betrieben, sondern sie wird gelebt». schreibt Pastor Stephan Sigg, Präsident der Adventisten in der Deutschschweiz, im Flyer zum Konferenzthema. «Wer Jesus nachfolgt, ist Teil seiner Mission, die Liebe und Gnade Gottes zu den Menschen zu tragen und sein Reich im Alltag der Welt sichtbar zu machen. Als seine Botschafter vertreten wir nicht einfach eine Kirche oder Glaubenspunkte, sondern Christus in dieser Welt. Seine Mission leben wir nicht allein.»

Der gemeinsame Gottesdienst am Samstag der Jahreskonferenz ist der Höhepunkt im Gemeindeleben der protestantischen Freikirche. Thematisch geht es an der Jahreskonferenz 2025 um Mission, also das Weitergeben der von Jesus Christus vermittelten frohmachenden Nachricht vom guten, bedingungslos liebenden Gott, der dem Leben Hoffnung, Zuversicht und Sinn gibt.

Altersgerechte Kinderbetreuung
Kinder und Teens im Alter von 2 bis 15 Jahren werden den ganzen Tag in altersgerechten Programmen betreut. Es gibt am Morgen auch einen Minigottesdienst für Eltern mit Babys.

Simultanübersetzungen
Es werden Simultanübersetzungen auf Englisch, Ukrainisch/Russisch sowie Portugiesisch und Spanisch angeboten.

Konferenzprogramm
Im Gottesdienst unter dem Titel «Mit anderen Augen», hält Alejandro Wollenweber gemeinsam mit Andreas Weber die Predigt. Am Nachmittag werden drei Workshops zu folgenden Themen angeboten:
«Radikal relevant: Wenn die Welt sich ändert, muss die Kirche folgen»
«Mission in Europa: Gottes Ruf und unsere Rolle»
«Adventistische Mission in Europa. Herausforderungen und Chancen»

Ein Faltblatt mit dem Konferenzprogramm ist kostenlos erhältlich bei der: Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Deutschschweizerische Vereinigung, Sekretariat, Wolfswinkel 36, CH-8046 Zürich; Telefon +41 44 315 65 00; Fax +41 44 315 65 19; dsv@adventisten.ch | https://adventisten.ch/

Adventisten in der Schweiz
Eine Vorläufergemeinde der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz wurde 1867 in Tramelan (Berner Jura) und die erste offizielle Adventgemeinde wurde 1883 in Basel gegründet. Im Jahre 1901 wurden die Kirchengemeinden in der Schweiz entsprechend der Sprachzugehörigkeit in zwei «Vereinigungen» aufgeteilt: in die «Deutschschweizerische Vereinigung» mit Sitz in Zürich und in die «Fédération de la Suisse Romande et du Tessin» mit Sitz in Renens/VD.

Am 31.12.2024 zählten zur Deutschschweizerischen Vereinigung 33 Kirchgemeinden und drei Gruppen mit 2.604 erwachsen getauften Mitgliedern. Die Freikirche unterhält eine eigene Primar- und Sekundarschule in Zürich und Reinach/AG. Der Advent-Verlag und das Alters- und Pflegeheim "Oertlimatt", beide in Krattigen/BE, das Jugendhaus St. Stephan im Simmental/BE sowie die Bibelfernschule "Hope Bibelstudien-Institut" und das Religionspädagogische Institut (RPI) und der Adventistische Pressedienst (APD) gehören zu den kirchlichen Einrichtungen in der Deutschschweiz.

Die Prediger werden vor allem im Theologischen Seminar Bogenhofen in Oberösterreich ausgebildet, das von den Adventisten der Deutschschweiz und Österreichs gemeinsam getragen wird. Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA Schweiz), ein Partnerhilfswerk der Glückskette, und die Liga Leben und Gesundheit (LLG).

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten in der Schweiz sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und arbeiten in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH) sowie im Dachverband Freikirchen.ch im Beobachterstatus mit. In drei kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen sind sie Mitglied (BS/BL, GE, VD) und in drei weiteren haben sie den Gaststatus (SH, TI, ZH).

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Logo und Wortmarke von ADRA. © ADRA

USAID-Auflösung: ADRA Schweiz warnt vor dramatischen Folgen für humanitäre Hilfe

Aarau/Schweiz | 28.03.2025 | APD | Schweiz

ADRA Schweiz ist besorgt über die Auflösung der US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) und sieht die Fortführung lebenswichtiger Dienstleistungen gefährdet, wie Nahrungsmittelversorgung, Gesundheitsdienste und sauberes Wasser.

Die jüngsten Massnahmen der Trump-Administration, die US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) aufzulösen und deren Funktionen in das US-Aussenministerium zu überführen, geben Anlass zur Sorge, schreibt ADRA Schweiz in einer Medienmitteilung. Viele Nichtregierungsorganisationen (NGOs) seien auf USAID-Finanzierungen angewiesen, um essenzielle Programme in Entwicklungsländern durchzuführen. Der plötzliche Wegfall dieser Mittel gefährde die Fortführung lebenswichtiger Dienstleistungen wie Nahrungsmittelversorgung, sauberes Wasser und Gesundheitsdienste.

Besorgniserregend sei zudem, dass weltweit Regierungen die Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit kürzen oder anderen Zwecken zuführen würden. Auch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in der Schweiz hat ihre Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit reduziert oder umverteilt.

Gleichzeitig deutet sich laut ADRA ein Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung der humanitären Arbeit an. Die Äusserung von Präsident Trump, USAID sei von „radikalen Fanatikern“ geführt, diskreditiere nicht nur eine der wichtigsten humanitären Institutionen, sondern stelle auch die Arbeit von NGOs und die Menschenrechte insgesamt infrage. «Die Leidtragenden sind vor allem jene, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind», so ADRA Schweiz.

Auswirkungen der Auflösung von USAID auf ADRA Schweiz
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz könne derzeit noch nicht abschätzen, inwieweit diese Massnahme direkte Auswirkungen auf die eigene Arbeit haben werde. Als Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks sei es jedoch wahrscheinlich, dass Veränderungen bevorstünden. «Ungeachtet dessen bekennt sich ADRA Schweiz weiterhin zu ihrem Auftrag, Menschen in Not zu helfen, und wird auch künftig Wege finden, diese essenzielle Aufgabe zu erfüllen», so das Hilfswerk.

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet und hat zehn Angestellte. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich und der Zentrale in Aarau. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) zertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: https://www.glueckskette.ch.

ADRA Schweiz ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet und von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen wird. Es besteht aus 108 eigenständigen nationalen Büros und führt weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durch. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency.

ADRA gewährt Hilfe unabhängig von der ethnischen Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.
Mehr zum Hilfswerk: https://www.adra.ch

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Titelseite der midi-Studie „Verständigungsorte in polarisierenden Zeiten“. © Cover: Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung

Aktuelle Studie: Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland angespannt

Berlin/Deutschland | 28.03.2025 | APD | International

Eine neue Studie zeigt zentrale gesellschaftliche Dynamiken auf und liefert empirisch fundierte Erkenntnisse zu Polarisierungsphänomenen, Demokratiezufriedenheit und Resilienzstrategien in Deutschland.

Die Studie zur Stimmungslage der Gesellschaft „Verständigungsorte in polarisierenden Zeiten“ der Evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung (Kürzel: midi) zeigt, dass viele Bürger eine gesellschaftliche Spaltung wahrnehmen und ihr Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen verlieren. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa erhob die Daten in einer repräsentativen Online-Befragung im Dezember 2024 unter insgesamt 2.000 Personen ab 18 Jahren. Ziel der Befragung war es herauszufinden, wie die Menschen in Deutschland polarisierende Themen wahrnehmen, verarbeiten und kommunizieren. Der Wunsch war, Orte der Verständigung für einen respektvollen Dialog zu schaffen, um den zunehmenden Entsolidarisierungstendenzen entgegenzuwirken.

Zentrale Befunde
„Aktuelle gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen in Deutschland verdeutlichen die angespannte gesellschaftliche Diskurslage“, sagt midi-Studienleiter Daniel Hörsch. So nehmen 82 Prozent der Befragten eine Spaltung der Gesellschaft wahr und 61 Prozent befürworten das politische System. 59 Prozent gehen Konflikten aus dem Weg und 36 Prozent haben bereits unsachliche und respektlose Diskussionen erlebt. 64 Prozent wünschen sich Verständigung und für 32 Prozent spielt Religiosität eine Rolle. Während 78 Prozent mit ihrem persönlichen Leben zufrieden sind, machen sich 85 Prozent Sorgen um die aktuelle Gesellschaft und 93 Prozent glauben an eine schlechtere Zukunft für die nächste Generation.

Religionsbezogene Charakteristika
Mehr Evangelische Christen nehmen eine Spaltung der Gesellschaft wahr (86 Prozent) als katholische (80 Prozent) oder Konfessionslose (82 Prozent). Mitglieder einer nichtchristlichen Religionsgemeinschaft teilen diese Ansicht in geringerem Masse (78 Prozent). Allgemein mit der Demokratie zufrieden sind die evangelischen und katholischen Christen (jeweils 66 Prozent). Deutlich unzufriedener mit der Demokratie als System sind die Bundesbürger, die konfessionslos sind oder einer anderen nichtchristlichen Religionsgemeinschaft angehören (41 bzw. 47 Prozent Zufriedenheit).

Drohender Verlust der Meinungsfreiheit
Die Meinungsfreiheit wird von vielen als eingeschränkt wahrgenommen. Schwierigkeiten, sich offen zu äussern, ergeben sich aus der empfundenen Respektlosigkeit in Diskussionen und dem Fehlen eines geschützten Raumes für kontroverse Meinungen. So werden polarisierende Meinungen oft nur im engen sozialen Umfeld diskutiert und in der Öffentlichkeit vermieden. Die Bürger wünschen sich eine neutrale und unvoreingenommene Moderation für öffentliche Meinungsäusserungen. Professionell moderierte Orte der Verständigung können daher helfen, emotionale Spannungen abzubauen und Brücken zwischen unterschiedlichen Meinungen zu bauen. Ohne geeignete Räume für einen konstruktiven Dialog droht eine weitere Polarisierung.

Rolle der Kirche
49 Prozent der Bürger sind nicht der Meinung, dass gläubige Menschen besser durch die Krise kommen. Die evangelische Kirche kommt im Vertrauensbarometer nur auf 27 Prozent. Noch schlechter schneiden die Bundesregierung (22 Prozent), die politischen Parteien insgesamt (15 Prozent) und die katholische Kirche (11 Prozent) ab. Die Studie zeigt, dass die Kirchen eine zentrale Rolle als zivilgesellschaftliche Orte der Verständigung spielen könnten. Ihr Potenzial wird jedoch durch die Wahrnehmung von Unsachlichkeit und Respektlosigkeit in öffentlichen Diskussionen geschwächt. Eine Chance für die Kirche liege darin, durch moderierte Plattformen unterschiedliche gesellschaftliche Narrative (Erzählungen) wieder aufeinandertreffen und aushandeln zu lassen, um gezielt gesellschaftlicher Polarisierung entgegenzuwirken.

Positive Beispiele
Im Sinne der Studie könnte man als positives Beispiel einer kirchlich moderierten Plattform eine Podiumsdiskussion mit örtlichen Bundestagsabgeordneten an einer christlichen Schule anführen, beispielsweise am 13. Januar am adventistischen Schulzentrum Marienhöhe (Darmstadt):
https://www.marienhoehe.de/ueber-uns/news/podiumsdiskussion-zur-bundestagswahl/

Als positives Beispiel für einen Ort der Verständigung und Begegnung wäre die PRESENCE kulturlounge in Frankfurt am Main zu nennen. Sie sei ein besonderer Ort der Begegnung, an dem sich Menschen sehr unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Weltanschauung treffen, in den Austausch treten und Kultur mit Leben füllten, heisst es in einer APD-Meldung:
https://www.apd.info/news/2025/01/02/zehn-jahre-presence-kulturlounge-in-frankfurt-am-main.
Der Austausch dort werde als echt, auf Augenhöhe, warmherzig und empathisch empfunden, und damit sogar als ein Zufluchtsort in dieser komplizierten Welt gesehen. Konkret kämen Menschen durch den Austausch über Musik, Filme, Literatur, Texte der Bibel, aber auch Kunstausstellungen, Ausflüge, Kochkurse, Reisen und vieles mehr miteinander in Kontakt. Website: http://presence-kulturlounge.de/

midi
Die evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung midi (Berlin) versteht sich als eine Zukunftswerkstatt, die frische Ideen mit Vernetzung und praktischer Hilfe verbindet. Die Arbeitsstelle forscht, berät, begleitet, vernetzt – und entwickelt Ideen für die Kirche und die Diakonie der Zukunft. Der Name midi steht für „missionarisch-diakonisch“. Die Arbeitsstelle wird von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Diakonie Deutschland und der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) geführt. Träger ist das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. Website: https://www.mi-di.de/

Studie zur Stimmungslage der Gesellschaft „Verständigungsorte in polarisierenden Zeiten“:
https://www.mi-di.de/publikationen/verstaendigungsorte-in-polarisierenden-zeiten

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Logo und Wortmarke von church and peace. © Abbildung: Mennonews.de

Mennoniten: Church and Peace warnt vor Aufrüstung und fordert Friedensorientierung

Eisenberg, Pfalz/Deutschland | 28.03.2025 | APD | International

Der Vorstand von Church and Peace, europäisches ökumenisches Netzwerk von Friedenskirchen, christlichen Gemeinschaften und Kirchgemeinden, betont angesichts globaler Krisen die Notwendigkeit, sich klar an Gerechtigkeit und Frieden zu orientieren.

Bei der Vorstandssitzung Church and Peace in der ökumenischen Hausgemeinschaft Bammental, die vor fast 50 Jahren von Mennonitinnen und Mennoniten gegründet wurde, äusserte das europäische friedenskirchliche Netzwerk Besorgnis über die Erosion von Rechtsstaatlichkeit, internationalem Recht und Klimagerechtigkeit, wie Mennonews.de berichtet.

Das Netzwerk warnt vor der zunehmenden Militarisierung in Europa. Die Einstufung der aktuellen Lage als „Pre-War-Situation“ (Vorkriegssituation) legitimiere massive Aufrüstung, während zivile Friedensstrategien vernachlässigt würden. Besonders alarmierend sei der Zusammenhang zwischen Militär, Umweltzerstörung und sozialen Krisen.

Church and Peace fordert, die Lage stattdessen als „Pre-Peace-Situation“ (Vorfriedenssituation) zu betrachten und verstärkt in zivile Krisenprävention, Friedensförderung und internationale Institutionen wie OSZE und UNO zu investieren.

Nächste Konferenz von Church and Peace
Die nächste Konferenz von Church and Peace findet vom 24. bis 26. Oktober 2025 in Herrnhut statt. Thema: „Du, lass dich nicht verhärten in dieser harten Zeit… Widerstehen – Versöhnen – Transformieren“.

Church and Peace
Church and Peace ist das europäische ökumenische Netzwerk von Friedenskirchen, christlichen Gemeinschaften, Kirchengemeinden, Ausbildungsstätten, Friedensorganisationen und Friedensdiensten. Church and Peace beteiligt sich am Dialog über Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und ist ein Katalysator für gemeinsame Initiativen und Projekte.
Mehr zu Church and Peace: https://www.church-and-peace.org/

Die ganze Meldung unter:
https://www.church-and-peace.org/2025/03/church-and-peace-ruft-angesichts-aktueller-entwicklungen-zu-klarer-orientierung-an-gerechtigkeit-und-frieden-auf/

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Das Krankenhaus Waldfriede ist Teil eines Gesundheitsnetzwerks in Berlin. © Foto: Krankenhaus Waldfriede

Adventistisches Krankenhaus in Berlin erneut unter den Besten in Deutschland und weltweit

Berlin/Deutschland | 28.03.2025 | APD | International

Das Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf wurde zum fünften Mal in Folge von der US-amerikanischen Zeitschrift „Newsweek“ als eines der besten Krankenhäuser ausgezeichnet.

In der aktuellen Studie „World‘s Best Hospitals“ gehört Waldfriede damit auch 2025 zu den 2.000 führenden Kliniken weltweit. Besonders hervorzuheben ist, dass auch in diesem Jahr mehrere Ärzte des Krankenhauses Waldfriede in der FOCUS-Gesundheit-Ärzteliste als Top-Mediziner geführt werden.

„Diese Bewertungen spiegeln das Vertrauen wider, das Patienten in unser Krankenhaus Waldfriede und in die Kompetenz unserer Ärzte haben. Wir sind Gott sehr dankbar, dass Waldfriede erneut zu den weltweit besten Krankenhäusern zählt, sich im Ranking – im Vergleich zum Vorjahr – sogar um etliche Plätze verbessern konnte und unsere Ärzte zu den besten Medizinern in Deutschland gehören. Der einzelne Mensch steht dabei unverrückbar zuerst und immer im Mittelpunkt unseres Dienstes. Die Liebe zu Gott und den Menschen prägt all unser Bemühen um Heilung und auch bei der Begleitung in schweren Lebensphasen. Möge Gott uns darin weiterhin segnen“, so der Geschäftsführer des Krankenhauses Waldfriede, Bernd Quoss.

Mehr Informationen zum Newsweek-Ranking:
www.newsweek.com/rankings/worlds-best-hospitals-2025-top-250/germany

Krankenhaus Waldfriede
Das freigemeinnützige Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Es wurde nach gesetzlichen Qualitätsparametern mehrfach zertifiziert und hat mit seiner medizinischen und pflegerischen Qualität bereits eine Vielzahl an Auszeichnungen erhalten.

Pro Jahr werden hier etwa 15.000 Patienten stationär und 120.000 Patienten ambulant behandelt. Der Träger ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die weltweit rund 900 medizinische Einrichtungen unterhält. Waldfriede ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Deutschen Evangelischen Krankenhausverband e.V. (DEKV) und Kooperationspartner des adventistischen Krankenhausverbundes Advent Health in den USA.

Das Krankenhaus ist Teil des Gesundheitsnetzwerks Waldfriede zu dem auch eine Tagesklinik, eine Sozialstation, eine Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, eine Servicegesellschaft, das Gesundheitszentrum „PrimaVita“, die Privatklinik Nikolassee und das „Desert Flower Center“ gehören. Das Netzwerk Waldfriede ist der vielfältigste Medizin- und Pflegeanbieter im Berliner Südwesten und mit rund 950 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Informationen: www.krankenhaus-waldfriede.de

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Kirchenhistoriker Dr. Johannes Hartlapp (li.) und Theologe Dr. Winfried Vogel reisten zu Schauplätzen der Täuferbewegung. © Foto: Hope Media Europe e. V.

Täuferreise: Dokumentation zum 500-jährigen Jubiläum der Täuferbewegung auf Hope TV

Alsbach-Hähnlein/Deutschland | 28.03.2025 | APD | International

Von 18. Januar bis 8. März 2025 strahlte der christliche Fernsehsender Hope TV eine 8-teilige Dokumentation über die Täuferbewegung aus, die in diesem Jahr ihr 500-jähriges Jubiläum feiert. Die Folgen sind online verfügbar.

Die TV-Dokumentationsreihe „Täuferreise - Auf den Spuren einer vergessenen Reformation“ beleuchtet eine weniger bekannte, aber bedeutende Bewegung der Reformationsgeschichte: die Täufer, damals auch Wiedertäufer oder Anabaptisten genannt. Der Kirchenhistoriker Dr. Johannes Hartlapp (Theologische Hochschule Friedensau) und der Theologe Dr. Winfried Vogel (Hope TV) haben sich gemeinsam auf eine 3.000 Kilometer lange Reise begeben, um die Spuren dieser vergessenen Reformation zu entdecken. Von dort berichten sie über die wichtigsten Vertreter der Täuferbewegung und über den Glauben dieser Menschen. Von den ersten Taufen in Zürich im Jahr 1525 bis zur Entstehung einer globalen Bewegung zeigt die Serie, wie die Täufer trotz Verfolgung und Unterdrückung eine bleibende Spur in der Geschichte hinterlassen haben. In einem Interview in der Januarausgabe der Kirchenzeitschrift Adventisten heute antworten sie auf Fragen zur Entwicklung und Bedeutung der Täuferbewegung: https://tinyurl.com/y9bt4s9z

2025 erinnern Kirchengemeinden, die sich auf die Täuferbewegung ab dem 16. Jahrhundert zurückführen lassen oder die sich mit ihr verbunden fühlen, gemeinsam an die erste täuferische Glaubenstaufe. Diese fand am 21. Januar 1525 in Zürich statt. Hinter dem Namen „Täufer“ verbarg sich damals eine grosse Vielfalt christlicher Gruppen wie die Mennoniten, die Hutterer, die Schweizer Brüder, die Melchioriten und viele einzelne, meist kleinere Gemeinden, die gemeinsam die Ablehnung der Kindertaufe verband. Doch es ging ihnen um mehr, wie Winfried Vogel im oben erwähnten Interview erläutert: „Sie empfanden die Reformen von Zwingli und Luther grundsätzlich als unzureichend. Sie waren der Überzeugung, dass das [reformatorische] Prinzip von Sola Scriptura (allein die Bibel) bedeutet, sich wirklich an die Aussagen der Bibel zu halten und keine Kompromisse einzugehen. Da, wo die Reformatoren zögerten oder sich weigerten, biblische Erkenntnisse umzusetzen, weil sie Angst um den Fortgang der Reformation hatten, wollten die Täufer weitergehen und schreckten teilweise vor radikalen Schritten nicht zurück, die auch die gesellschaftliche Ordnung betrafen.“

Neben der Wittenberger und der Schweizer Reformation bildeten die Täufer die dritte reformatorische Strömung, die zum linken Flügel der Reformation gerechnet werden. Näheres zum Täuferjubiläum in der APD-Meldung vom 8. Dezember 2024: 500 Jahre Täuferbewegung 1525–2025: Publikationen und Veranstaltungen im Gedenkjahr. https://apd.media/news/archiv/16511.html

Orte der Täuferbewegung
Täufer lebten vor allem in Nordwestdeutschland, aber auch im Süden Deutschlands, in der Kurpfalz, in Bayern, Hessen, Thüringen und in Württemberg. Täufergemeinden gab es auch in Österreich, in Mähren, in der Schweiz und in den Niederlanden. Die Dokumentation führt an acht verschiedene Orte, die heute noch an die Täuferbewegung erinnern: Zürich, Schleitheim nahe Schaffhausen, Innsbruck, Augsburg, Allstedt in Sachsen-Anhalt, Frankenhausen im thüringischen Kyffhäuserkreis, Münster in Westfalen und Bad Oldesloe nördlich von Hamburg. Dort wird in der TV-Doku an Originalschauplätzen die Geschichte der Täufer rekonstruiert und an die vergessene Reformation erinnert. In historisch-theologischen Reflexionen entfalten die zwei Kirchenhistoriker Dr. Hartlapp und Dr. Vogel ein kleines Panorama der Täuferbewegung im deutschsprachigen Raum.

Die einzelnen Folgen der Täuferreise sind abrufbar unter:
https://hopetv.de/sendungen/taeuferreise

Hope TV
Hope TV ist der Fernsehsender des Medienzentrums Hope Media Europe e.V. in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Ziel des Senders ist es, ein werteorientiertes 24-Stunden-Programm anzubieten, das zu einem ganzheitlichen und bewussten Leben motiviert. Schwerpunkte sind Information, Lebenshilfe, Kultur und Musik. Die Hauptthemen des Programms befassen sich mit Glaube, Familie, Bildung, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt.

Der TV-Sender gehört zur internationalen Senderfamilie „Hope Channel“, die 2003 von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA gegründet wurde und weltweit mehr als 80 nationale Sender umfasst.
Weitere Informationen: www.hopetv.de

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Ein Teil des 40.000 Quadratmeter grossen Campus des Schulzentrums Marienhöhe mit dem Jugendstilbau des Haupthauses. © Foto + Logo: Schulzentrum Marienhöhe, Darmstadt

100 Jahre adventistisches Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt

Darmstadt/Deutschland | 28.03.2025 | APD | International

Das Schulzentrum Marienhöhe (Darmstadt) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

Wie aus einer Chronik der Marienhöhe hervorgeht, begann die bewegte Geschichte des Schulzentrums bereits im Jahr 1911. Den Namen „Marienhöhe“ erhielt dieser Ort am Rande des ehemaligen grossherzoglichen Waldparks zwischen den Darmstädter Stadtteilen Bessungen und Eberstadt zu Ehren der Prinzessin Maria von Hessen-Darmstadt (1824 –1880). Als spätere Zarin Maria Alexandrowa – ihr Mann war der Zar Alexander II. – wurde sie die Mutter von Zar Alexander III. und die Grossmutter des letzten russischen Zaren Nikolaus II.

Beginn mit einer Tanzschule für Mädchen
Der letzte Grossherzog von Darmstadt-Hessen stellte der Tanzpädagogin Elisabeth Duncan das Gelände zur Verfügung. Er liess als Förderer ein grosszügiges Jugendstilgebäude (Architekt: Rudolf Tillessen) mit Parkanlagen bauen, das als Internat, Schule und natürlicher Raum für Ausdruckstanz dienen sollte. Es wurde am 17. Dezember 1911 eingeweiht.

Die Pädagogik Duncans war von der deutschen Lebensreformbewegung, aber auch schon von der in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen amerikanischen Reformpädagogik geprägt, die auch die Pädagogik der Siebenten-Tags-Adventisten beeinflusste. Körper, Seele und Geist der Schülerinnen sollten sich gleichermassen entwickeln. Im Tanzunterricht lernten Mädchen im Alter von fünf bis 16 Jahren, ihren eigenen individuellen tänzerischen Ausdruck zu entwickeln. Dabei sollte auf kindliche Eigenart eingegangen werden. Das Ziel, die eigene Ausdrucksfähigkeit zu steigern, wandte sich gegen den damals in der Gesellschaft üblichen Zwang und Drill. Zum pädagogischen Ansatz gehörten auch nicht einengende Reformkleidung, zweckmässige Nahrung, frische Luft, Rhythmisierung des Schulalltags und die Einbindung in die Natur.

Bis heute profitiert das Schulzentrum von der naturnahen Lage. Die Marienhöhe ist immer noch eine „Insel im Grünen“, eine Schule mit parkähnlichem Gelände und einem architektonisch wunderschön gestalteten Haupthaus, das auch das Logo des Schulzentrums bildet. „Ganzheitlichkeit leben“ ist laut Chronik ein Merkmal des freikirchlichen Schulträgers, die er lebendig halten und immer wieder lebendig machen möchte.

Ganzheitlich ausgerichtetes Ausbildungszentrum
1924 kaufte der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) im Auftrag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten das Gelände. Die Behörden genehmigen die Einrichtung einer Missionsschule. Im Frühjahr begann am „Seminar Marienhöhe“ der Unterricht verschiedener Ausbildungsgänge: Predigerseminar für angehende Pastoren und Missionare, dazu eine Handelsschule, Haushaltungsschule, Krankenpflegevorschule und bald auch ein Lehrgang für allgemeine höhere Ausbildung. Das Abitur musste aber extern an einem Darmstädter Gymnasium abgelegt werden. Ausserdem gab es den Kurs „Deutsch für Ausländer“. Die Schülerzahl stieg bis auf 230. Vorbildlich bis heute war der Mut, nicht nur eine, sondern mehrere Schulformen anzubieten. War damals die Marienhöhe ein ganzheitlich ausgerichtetes „Ausbildungszentrum“, so ist sie heute ein „Schulzentrum“, zu dem seit 2010 auch erstmals eine Grundschule gehört.

Schliessung und Beschlagnahme des Schulzentrums durch die Gestapo
1933 wurde die Schule von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) geschlossen. Bücher und Geld wurden beschlagnahmt, die Lehrsäle, die Büroräume und die Druckerei versiegelt. Die Schüler mussten sofort nach Hause fahren. Nach sieben Wochen wurde das Schulverbot wieder aufgehoben. 1934 schloss die Marienhöhe den Predigerlehrgang und 1936 auch den Lehrgang für allgemeine höhere Ausbildung. Die Schülerzahl sank beträchtlich. Zum 1. April 1939 entschied sich der Schulträger auf Empfehlung der staatlichen Schulbehörde, die Schule zu schliessen, da die geringe Schülerzahl das Weiterführen des Schulbetriebs nicht rechtfertige. Das Gelände blieb noch zwei Jahre in der Hand des Schulträgers und diente erholungsmässigen Zwecken. Einer der Schulbetriebe, die Matratzenherstellung, lief noch einige Zeit weiter. 1941 wurde das Schulgelände beschlagnahmt und die Wehrmacht zog in die Gebäude ein.

Wiedereröffnung
Im Sommer 1948 erhielt der Schulträger die Marienhöhe von der Besatzungsmacht zurück. Die internationale Flüchtlingsorganisation begann das Grundstück und die Gebäude zu räumen. Zurück blieben ein verwahrlostes Gelände und verräucherte, verschmutzte Gebäude. Im August 1948 trafen 25 zukünftige Theologiestudenten ein. Die meisten von ihnen verstanden etwas von handwerklicher Arbeit. Sofort wurde mit Wiederaufbau-, Sanierungs- und Reinigungsarbeiten begonnen.

Am 2. Oktober 1948 fand die feierliche Wiedereröffnung der Marienhöhe statt, nachdem die neue Schulaufsichtsbehörde ihre Genehmigung zur Aufnahme des Schulbetriebs erteilt hatte. Begonnen wurde mit den Lehrgängen theologische Ausbildung (Predigerseminar), Haushaltungsschule und Krankenpflegevorschule. Auch die Werkstätten wurden wieder eröffnet.

Das Aufbaugymnasium
Zu Anfang des Schuljahres 1949/50 genehmigte die hessische Landesregierung dem Schulträger mit der 1. Klasse (7. Schuljahr) eines neuen Aufbaugymnasiums auf der Marienhöhe zu beginnen. Im Mai 1949 fand die Grundsteinlegung für das neue Unterrichtsgebäude statt, in dem die Klassen des Aufbaugymnasiums Platz finden sollten. Zum Schuljahr 1950/51 bezogen die zwei Anfangsklassen des Aufbaugymnasiums ihr neues Klassengebäude. Auch die Handelsschule wurde 1950 wieder eingerichtet. Die Schülerzahl wuchs ständig. 1949 waren es 60 und im Jahr 1952 schon 160. Im Frühjahr 1955 fand die erste Abiturprüfung auf der Marienhöhe statt. Drei Schülerinnen und dreizehn Schüler nahmen daran teil. Sie bestanden alle und hinterliessen einen guten Gesamteindruck. Das erfolgreiche erste Abitur und die volle Klassenzahl führten nun auch zur staatlichen Anerkennung des Aufbaugymnasiums in Hessen. Im Schuljahr 1956/57 folgte die staatliche Anerkennung in der Bundesrepublik. Die Schülerzahl wuchs auf 300.

Naturwissenschaftlicher und neusprachlicher Zweig
Im Schuljahr 1959/60 wurde im Aufbaugymnasium die Aufteilung in einen mathematisch-naturwissenschaftlichen und einen neusprachlichen Zweig auf der Oberstufe eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, ab Klasse 11 zwischen beiden zu wählen.

Die Handelsschule wurde 1962 aus Gründen, welche die Gesamtökonomie der Schule betrafen, stillgelegt. Auch die Haushaltungsschule und die Krankenpflegevorschule nahmen einen ähnlichen Weg.

Gymnasium mit besonderer Prägung
Im Schuljahr 1970-71 wurde auf Anregung aus der Lehrerschaft und mit Billigung des Schulträgers eine Umstrukturierung vorgenommen. Sie betraf die Oberstufe, die nun in eine Studienstufe mit Kurssystem umgewandelt wurde. Die neue Ordnung folgte den Richtlinien der Kultusministerkonferenz. Dadurch gehörte die Marienhöhe zu den ersten Versuchsschulen in Hessen bezüglich der reformierten gymnasialen Oberstufe. Nun wurde auch Schülerinnen und Schülern aus dem Berufsleben (Kollegiaten) der zweite Bildungsweg im Aufbaugymnasium eröffnet. Auch die Fünf-Tage-Woche wurde eingeführt. Mit dieser neuen Struktur war das Aufbaugymnasium Marienhöhe vielen anderen Gymnasien voraus. Die Schülerzahl wuchs in den 1970ern erheblich von 280 (1970/71) auf 520 (1979/80).

Das Kolleg wurde im November 1983 staatlich anerkannt. Das Aufbaugymnasium wurde 1988 mit der Einrichtung einer 5. Klasse zum Gymnasium. Die Schülerzahl wuchs auf 600 an (1989/90).

Verlegung des Theologischen Seminars – neuer Realschulzweig
Die Wiedervereinigung Deutschlands hatte für die Marienhöhe eine einschneidende Folge: das Theologische Seminar wurde von 1991 bis 1994 schrittweise abgebaut, da die theologische Ausbildung der Adventisten in Deutschland ganz zur staatlich anerkannten Theologischen Hochschule in Friedensau (Nähe Magdeburg) verlagert wurde.

Der eine Schulzweig ging verloren, dafür wurde ein anderer dazugewonnen: die Marienhöhe erhielt die Genehmigung zur Einrichtung eines Realschulzweiges ab Klasse 7. Die staatliche Anerkennung erfolgt 1996. Drei Jahre später wurde auch die Betriebserlaubnis für die 5. und 6. Klasse der Realschule erteilt.

2007 begann die Umgestaltung der umfangreichen Studienbibliothek in eine Schulmediothek auf neuestem Stand. Umbaumassnahmen, eine moderne Einrichtung und neben Büchern auch moderne Medien wie CDs und DVDs tragen den Ansprüchen einer modernen Schulbibliothek Rechnung. Internet-Arbeitsplätze ergänzen die Möglichkeiten der umfassenden Information und Recherche.

„Gesundheitsfördernde Schule“
Der Grundschulzweig wurde 2010 eingerichtet und startet mit einer Klasse 2. Seit 2014/15 bietet sie einzügig alle Grundschulklassen an.

Seit 2006 nahm die Marienhöhe am Projekt des Hessischen Kultusministeriums „Gesundheitsfördernde Schule” teil. 2008 wurden vier Teilzertifikate verliehen (für Sucht- und Gewaltprävention, Ernährung, Bewegung, Bildung für eine nachhaltige Entwicklung). 2010 konnte nach weiteren Umsetzungen das Gesamtzertifikat von der Kultusministerin in Empfang genommen werden. Die Teilzertifizierungen haben wichtige Lernprozesse ausgelöst oder verstärkt. Schulentwicklung ist ein bewusster Teil des Schulzentrums als „lernende Organisation“ geworden. Auf dem Weg zum Gesamtzertifikat „gesundheitsfördernde Schule“ wurden ab 2008 Massnahmen durchgeführt, die zur Anerkennung Anfang 2010 führten. Dabei wurden alle Qualitätsbereiche des Hessischen Referenzrahmens Schulqualität berücksichtigt.

Im Januar 2012 war das neue Schulhaus bezugsfertig. Es erweitert die pädagogischen Spielräume der Lehrerinnen und Lehrer. Alle Räume sind mit modernsten interaktiven Tafeln ausgestattet, die viele Möglichkeiten sowohl des instruierenden wie auch des kooperativen Unterrichts verwirklichen lassen. Mit dem Bezug des neuen Schulgebäudes startete auch ein neues Raumprinzip. Nicht mehr die Lehrer gehen in den festen Raum der Klasse, sondern die Schüler ab Klasse 6 in den Raum des Lehrers (Lehrerraumprinzip).

Gegenwärtig besteht das Schulzentrum Marienhöhe aus jeweils einer Grund- und Realschule sowie dem Gymnasium mit Kolleg. Dazu kommt ein Internat. Es werden insgesamt rund 800 Schülerinnen und Schülern in 44 Klassen von 84 Lehrkräften unterrichtet. Der Schulcampus umfasst 40.000 Quadratmeter Fläche. Informationen: https://www.marienhoehe.de.

Die Chronik der Marienhöhe kann als PDF-Datei heruntergeladen werden: https://www.marienhoehe.de/media/chronik.pdf

Der Festgottesdienst 100 Jahre Marienhöhe findet am 7. Juni 2025 und der Festakt zum Jahrhundertsommerfest am 3. Juli 2025 statt. Weitere Veranstaltungen zum Jubiläum unter:
https://100jahre.marienhoehe.de/#veranstaltungen.

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Das Schlossgebäude des Seminars Schloss Bogenhofen. © Foto: Seminar Schloss Bogenhofen

Österreich: Adventistisches Seminar stellt Studiengang Primarschulpädagogik ein

St. Peter am Hart/Oberösterreich | 28.03.2025 | APD | International

Zum Sommer 2025 wird der Bachelorstudiengang in Primarschulpädagogik an der School of Education am adventistischen Seminar Schloss Bogenhofen in St. Peter am Hart (Oberösterreich) eingestellt. Zukunftsorientierte Ausbildungsmodelle würden geprüft.

Dies geht aus einer Mitteilung der Leitung des Seminars Schloss Bogenhofen hervor. Nach intensiven Beratungen und eingehender Analyse der aktuellen Rahmenbedingungen habe der Schulausschuss des Seminars in Abstimmung mit der Leitung der zuständigen Fakultät School of Education beschlossen, den Bachelorstudiengang in Primarschulpädagogik (B.Ed.) mit dem Ende des Sommersemesters 2025 einzustellen. Ausschlaggebend für diesen Schritt sei die unsichere Fortführung der Kooperation mit der ebenfalls adventistischen Middle East University (MEU) in Beirut, die vor allem durch die anhaltend wechselhaften politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen im Libanon erheblich erschwert werde.

Dank an Dekanin Yvonne Seidel
Die Dekanin der School of Education, Yvonne Seidel, sei vom 12. bis 14. März 2025 in Beirut gewesen und habe persönliche Gespräche mit den Verantwortlichen der MEU geführt, um die Einzelheiten der Beendigung der Zusammenarbeit einvernehmlich zu klären, heisst es in der Mitteilung. Der Schulausschuss des Seminars Schloss Bogenhofen bedankt sich ausdrücklich „für die langjährige und wertvolle Kooperation mit der MEU sowie für das aussergewöhnliche Engagement von Yvonne Seidel, die mit ihrem pädagogischen Pioniergeist den Aufbau dieses Studiengangs massgeblich geprägt und ermöglicht hat.“

Übergangslösungen
Für alle derzeit eingeschriebenen Studierenden des Studiengangs in Primarschulpädagogik würden massgeschneiderte Übergangslösungen in Kooperation mit pädagogischen Hochschulen in Österreich sowie in enger Abstimmung mit den adventistischen Trägern erarbeitet. Ziel sei es, ab dem Wintersemester 2025/2026 individuelle Studienwege anzubieten, die den Bedürfnissen der Studierenden gerecht würden und ihre pädagogische Qualifizierung optimal unterstützten.

Im Hinblick auf die Zukunft der School of Education begrüsst der Schulausschuss die Absicht von Yvonne Seidel, ein Ph.D.-Studium aufzunehmen, das die Grundlage bietet, auch in einem möglichen Masterstudiengang lehren zu können. Für die weiteren Lehrkräfte sei eine Beschäftigung innerhalb der adventistischen Bildungseinrichtungen in Österreich gewährleistet.

Mögliche neue Ausbildungsmodelle für die Lehrkräfteausbildung
Da der Bedarf an qualifizierten adventistischen Lehrkräften weiterhin hoch sei, prüfe das Seminar Schloss Bogenhofen gemeinsam mit den adventistischen Kirchenleitungen, die als Träger fungieren (Österreich, Deutschschweiz, Baden-Württemberg), derzeit neue Ausbildungsoptionen, um eine nachhaltige pädagogische Qualifizierung im adventistischen Bildungsbereich sicherzustellen.

In Sondierung sind folgende Optionen:
• Einführung eines „Adventist Teaching Certificate“ (auf ECTS -Basis) in Zusammenarbeit mit der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung für Mittel- und Südeuropa (Inter-Europäische Division) – insbesondere zur Zusatzqualifikation von Lehrpersonen mit Abschluss an öffentlichen Hochschulen/Universitäten.
• Neuaufbau eines Bachelorstudiengangs (B.Ed.) für Primarschulpädagogik mit einem neuen Kooperationspartner innerhalb der EU.
• Aufbau von Masterstudiengängen (M.Ed.) in Primar- und Sekundarschulpädagogik.
• Für die zu evaluierenden Ausbildungsmodelle werde eine Zusammenarbeit mit der adventistischen Hochschule Universitatea Adventus in Cernica (Rumänien) geprüft.

Das Seminar Schloss Bogenhofen sehe in diesen Massnahmen einen zukunftsweisenden Schritt, um weiterhin engagierte und pädagogisch fundierte Lehrkräfte für adventistische Bildungseinrichtungen auszubilden, heisst es in der Mitteilung.

Seminar Schloss Bogenhofen
Das Seminar Schloss Bogenhofen wurde 1949 von der österreichischen und der deutsch-schweizerischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und liegt in Oberösterreich, nahe der deutschen Grenze. Zur Institution gehören ein Gymnasium, ein Theologisches Seminar, eine School of Education (Primarschullehrerausbildung) und eine Sprachschule (Deutsch als Fremdsprache). Am Seminar Schloss Bogenhofen werden derzeit etwa 140 Schüler und Studenten ausgebildet.
Weitere Informationen: www.bogenhofen.at

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Neuer ACK-Vorstand (v.l.): Emmanuel von Christoupolis, Peter Birkhofer, Christopher Easthill, Ernst-Wilhelm Gohl, Manfred Ewaldt © Foto: Jens Mohr/APD

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland wählt neuen Vorstand

Augsburg/Deutschland | 28.03.2025 | APD | Ökumene

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat einen neuen Vorstand. Vorsitzender ist der anglikanische Reverend Christopher Easthill aus Wiesbaden. Zudem wurde die Apostolische Gemeinschaft als Vollmitglied aufgenommen.

Die Mitgliederversammlung der ACK tagte vom 19. bis 20. März in Augsburg. „Die Wahl des interkulturell divers zusammengesetzten Vorstandsteams aus dem gesamten Bundesgebiet mit profunden Ökumenikern und kirchenleitungserfahrenen Personen verspricht weiterhin eine agile, zukunftsweisende und multilaterale Gremienarbeit auf Augenhöhe in den nächsten Jahren“, sagte die ACK-Geschäftsführerin Dr. Verena Hammes.

Die Delegierten der Mitgliederversammlung wählten folgende Vorstandmitglieder für die Dauer von drei Jahren (in alphabetischer Reihenfolge): Weihbischof Dr. Peter Birkhofer (Freiburg), Delegierter der Deutschen Bischofskonferenz; Bischof Emmanuel von Christoupolis (Berlin), Delegierter der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland; Reverend Christopher Easthill (Wiesbaden), Delegierter der Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland; Pastor Manfred Ewaldt (Hamburg), Delegierter des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland sowie Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl (Stuttgart), Delegierter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Zum Vorsitzenden wurde auf Empfehlung des gewählten Vorstandes Reverend Christopher Easthill gewählt. Damit ist erstmals ein Delegierter der Anglikanischen Kirche Vorsitzender der ACK Deutschland. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Erzpriester Radu Constantin Miron (ehem. Vorsitzender) und Bischof Harald Rückert wurden gebührend verabschiedet.

Apostolische Gemeinschaft wird 19. Vollmitglied
Da vonseiten sämtlicher Mitgliedskirchen der ACK die erforderlichen zustimmenden Voten zum Antrag der Apostolischen Gemeinschaft auf Vollmitgliedschaft vorlagen, konnte ein 40-jähriger Weg zu seinem Ziel kommen. Bereits am 25. Januar 1985 hatte die Apostolische Gemeinschaft einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt. Damals wurde die Empfehlung ausgesprochen, zunächst einen Prozess des gegenseitigen Kennenlernens und des Austausches auf örtlicher und regionaler Ebene zu beginnen. Seit 2014 hatte die Apostolische Gemeinschaft Gaststatus in der ACK in Deutschland. Die Apostolische Gemeinschaft wurde 1955 in Düsseldorf gegründet und hat Wurzeln in den katholisch-apostolischen Gemeinden, nachdem sie sich seit 1951 von der Neuapostolischen Kirche losgelöst hatte. Derzeit gehören der Apostolischen Gemeinschaft in Deutschland knapp 3.000 Mitglieder in 36 Gemeinden an.

ACK in Deutschland
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland wurde am 10. März 1948 von fünf Kirchen gegründet. Ihr gehören aktuell 19 Kirchen unterschiedlicher Traditionen an, weitere sechs Kirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sind Gastmitglieder und fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, die „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de

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Die BasisBibel gehörte 2024 zu den besonders stark nachgefragten Bibelausgaben. Cover: © Deutsche Bibelgesellschaft

Die Deutsche Bibelgesellschaft hat 2024 rund 333.000 Bibeln verkauft – Nachfrage gestiegen

Stuttgart/Deutschland | 28.03.2025 | APD | Bibel

Die Deutsche Bibelgesellschaft hat im Jahr 2024 laut einer Pressemitteilung 11.000 Exemplare ihrer Bibelausgaben mehr verkauft als im Vorjahr, insgesamt rund 333.000. Dabei handelt es sich um Bibeln in verschiedenen Sprachen und Übersetzungen.

Gestiegen sind die Verkaufszahlen der Gute Nachricht Bibel und der BasisBibel, während die Lutherbibel weniger nachgefragt wurde als im Vorjahr.

„Wir freuen uns sehr, dass sich die Nachfrage nach Bibeln im letzten Jahr so gut entwickelt hat“, so Dr. Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft. „Die Nachfrage nach Bibeln in moderner, verständlicher Sprache nahm 2024 zu. Das ist eine ermutigende Entwicklung! Besonders die Absatzzahlen der BasisBibel zeigen, dass diese Übersetzung sich weiter etabliert und sehr guten Anklang findet.“

Auch Sach- und Fachliteratur im Bereich Religionspädagogik wurde staärker nachgefragt. Der Verkauf der Kinderbibeln und Jugendausgaben blieb stabil. Fremdsprachige Bibeln wurden dagegen weniger nachgefragt.

Biblia Hebraica Stuttgartensia, Biblia Hebraica Quinta, Greek New Testament
Im Programm der Deutschen Bibelgesellschaft finden sich nach wie vor die wissenschaftlichen Ausgaben in den Ursprachen. Diese Ausgaben bilden bei allen Konfessionen die Grundlage für die theologische, wissenschaftliche Arbeit und die Bibelübersetzung. Dazu zählen die „Biblia Hebraica Stuttgartensia“ und die „Biblia Hebraica Quinta“, das „Greek New Testament“ und das „Novum Testamentum Graece“ (Nestle-Aland). Diese gedruckten wissenschaftlichen Bibelausgaben verzeichneten gegenüber dem Vorjahr wieder einen deutlichen Zuwachs.

Deutsche Bibelgesellschaft (DBG)
Die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) mit Sitz in Stuttgart übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet Bibelausgaben und eröffnet Zugänge zur Botschaft der Bibel. Sie ist eine eigenständige kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Stuttgart. Die Weltbibelhilfe der DBG unterstützt gemeinsam mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Zu den Mitgliedern der jährlich tagenden DBG-Vollversammlung gehört auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Mehr Informationen unter www.die-bibel.de

Schweizerische Bibelgesellschaft (SB)
Die SB ist eine überkonfessionelle Nonprofit-Organisation. Sie unterstützt und fördert wissenschaftlich fundierte Übersetzungen und Revisionen der biblischen Texte. Ebenso beteiligt sie sich an der Herstellung und Verbreitung der Bibel in von Kirchen gewünschten Sprachen und Ausgaben in der Schweiz und im Ausland. Mitglieder sind alle kantonalen reformierten Landeskirchen, die Christkatholische Kirche der Schweiz, Kirchen, kirchliche Gemeinschaften und Werke, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die seit 1984 Mitglied ist, und kantonale Bibelgesellschaften. Das Schweizerische Katholische Bibelwerk ist eine Partnerorganisation.
Mehr Informationen unter www.die-bibel.ch

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Die neu aufgelegte Comic-Serie „Die Bibel im Bild“. © Abbildung: Deutsche Bibelgesellschaft

50 Jahre „Picture Bible“ – Deutsche Jubiläumsausgabe „Die Bibel im Bild“

Stuttgart/Deutschland | 28.03.2025 | APD | Bibel

Die Deutsche Bibelgesellschaft bringt zum 50-jährigen Jubiläum eine neue Hardcoverausgabe der Comic-Serie „Die Bibel im Bild“ für Sammler, Wiederleserinnen und Neuleser heraus.

Die Erstausgabe der biblischen Geschichten von Adam und Eva bis Paulus erschien 1975 unter dem Namen „Picture Bible“ bei dem christlichen Verleger David C. Cook in Colorado, USA. Der Comic wurde ein Weltbestseller und ist in 130 Sprachen übersetzt worden. 1977 erschien „Die Bibel im Bild“ bei der Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen auf Deutsch und gilt als die meistgelesene Bibelcomic-Serie in Deutschland. Bis heute wird die fünfzehnteilige Serie „Die Bibel im Bild“ im landes- wie freikirchlichen Umfeld nachgefragt und gilt bei der Deutschen Bibelgesellschaft als „Longseller“. Die Zielgruppe sind hauptsächlich Teenager, auch wenn viele Leser der Boomer-Generation die Serie seit ihrer Kindheit kennen.

Umstrittener Stil des Illustrators André LeBlanc
Ziel des amerikanischen Verlags war es damals, armutsgefährdeten Kindern erschwingliches Lehrmaterial zur Verfügung zu stellen. Während André LeBlanc als Illustrator engagiert wurde, wählte man die Redakteurin Iva Hoth, um den Text zu den Bildern zu schreiben. Die farbig illustrierten Geschichten im Superheldenstil sind visuell markant, bleiben aber textlich nah am Original. So urteilte seinerzeit ein Alttestamentler nach einer theologischen Prüfung, nachdem eine heftige Diskussion darüber entbrannt war, ob der Comicstil die Erhabenheit der biblischen Botschaft angemessen repräsentiere.

Der Illustrator Le Blanc wurde 1921 in Haiti geboren und lebte später in den USA und Brasilien. Er war Mitglied der Art Students League in New York und begann seiner Laufbahn als Comic- und Kinderbuchzeichner in den späten 1930 Jahren. Le Blanc schuf eigene Werke, arbeitet jedoch auch oft im Hintergrund an bekannten Comics wie „Flash Gordon” mit. Sein grösster Erfolg war die „Picture Bible“. 1998 verstarb Le Blanc im Alter von 77 Jahren. In einem Interview im Mai 2001 schätzte der Direktor von Cook Communications Ministries International, Ralph Gates, dass 75 Millionen Exemplare der „Picture Bible“ in aller Welt aufgelegt wurden. Noch heute findet das Bildmaterial im Religionsunterricht Verwendung. Die 15-teilige Serie erscheint nun als gebundene Jubiläumsausgabe der Deutschen Bibelgesellschaft im Schuber.
Comic-Reihe „Die Bibel im Bild“. 50 Jahre-Jubiläumsausgabe, 15-teilige Serie, Deutsche Bibelgesellschaft, 936 Seiten, 138 Euro, ISBN: 978-3438042996

Deutsche Bibelgesellschaft (DBG)
Die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) mit Sitz in Stuttgart übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet Bibelausgaben und eröffnet Zugänge zur Botschaft der Bibel. Sie ist eine eigenständige kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Stuttgart. Die Weltbibelhilfe der DBG unterstützt gemeinsam mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Zu den Mitgliedern der jährlich tagenden DBG-Vollversammlung gehört auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Mehr Informationen unter www.die-bibel.de

Religionspädagogisches Material des RPI
Auch das Religionspädagogische Institut (RPI) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt geeignete religionspädagogische Materialien heraus. Sie dienen primär den Belangen des Kindergottesdienstes und des kirchlichen Religionsunterrichts sowie der Familiendiakonie in den örtlichen Kirchengemeinden. Das Motto des RPI lautet: Glauben begleiten. Mehr Informationen auf sta-rpi.net.

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Wohnwagen von ADRA Serbien, der als “Schule auf Rädern” dient. © Foto: ADRA Serbien

"Schule auf Rädern" - ADRA Schweiz unterstützt das Projekt für Roma-Kinder in Serbien

Das Projekt “Schule auf Rädern” von ADRA Serbien bringt Bildung direkt zu rund 200 Roma-Kindern, für die der Schulbesuch aufgrund der Entfernung und der unzureichenden Lebensbedingungen schwierig ist.

In Serbien gibt es ca. 250.000 Roma, die schon seit Generationen von Armut betroffen sind. Ein bewährter Weg aus der Armut besteht laut ADRA Schweiz darin, die Kinder dabei zu unterstützen die formale Bildung erfolgreich abzuschliessen. Damit soll Marginalisierung verhindert werden, damit die Kinder eine bessere Zukunft aufbauen können.

Das mobile Klassenzimmer, ein speziell ausgestatteter Anhänger, bringt die Schule zu diesen Kindern und bietet vor Ort Unterricht an. Der Bus, der den Anhänger zieht, ist wird auch als Transportmittel ins Gemeindezentrum von ADRA Serbien benutzt, wo die Kinder kreative Workshops besuchen können.

Diese Aktivitäten sorgen dafür, dass die Kinder beschäftigt bleiben und sich nicht auf der Strasse herumtreiben. Gleichzeitig werden ihnen Lern- und Spielmöglichkeiten geboten.

Projektdaten
Das Projekt „Schule auf Rädern“ hat ein Jahr gedauert und endet im Mai 2025. 200 Roma-Kinder konnten begünstigt werden. Partnerorganisationen, die das Projekt ermöglicht haben sind: TX Foundation, ADRA Serbien, DJ Rey Foundation, ADRA Schweiz.

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz wurde 1987 als Hilfswerk der protestantischen Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gegründet und hat zehn Angestellte. Es ist ein im Handelsregister eingetragener Verein, mit Sitz in Zürich und der Zentrale in Aarau. Das Hilfswerk geniesst Steuerfreiheit und wurde von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) zertifiziert. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: https://www.glueckskette.ch.

ADRA Schweiz ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet und von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen wird. Es besteht aus 108 eigenständigen nationalen Büros und führt weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durch. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency.

ADRA gewährt Hilfe unabhängig von der ethnischen Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.
Mehr zum Hilfswerk: https://www.adra.ch/

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ADRAs Engagement für die Menschen in der Ukraine ist ungebrochen. © Bild: ADRA International

ADRA unterstützt seit drei Jahren Millionen von Menschen in der Ukraine

Silver Spring, Maryland/USA | 28.03.2025 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA ist seit drei Jahren im humanitären Dauereinsatz für Millionen von Menschen, die vom russischen Überfall auf die Ukraine und dem anhaltenden Konflikt betroffen sind.

Dies berichtet ADRA International. Seit Beginn der Krise, am 24. Februar 2022, „steht ADRA an vorderster Front, leistet lebenswichtige Hilfe und gibt den bedürftigen Menschen sowohl in der Ukraine als auch in den Aufnahmeländern Hoffnung. Trotz der immensen Herausforderungen, die bewaffnete Konflikte, Vertreibung und Zerstörung mit sich bringen, ist ADRAs Engagement für die Menschen in der Ukraine ungebrochen“, schreibt das Hilfswerk.

Mit Widerstandskraft und Hoffnung gegen Krieg und Vertreibung
„Seit drei Jahren im Krieg ist die Ukraine immer noch ein von Krieg und Vertreibung gezeichnetes Land, aber auch ein Land, in dem jeden Tag Widerstandskraft und Hoffnung gestärkt werden“, sagt Leonid Rutkovskyi, der Landesdirektor von ADRA Ukraine. „Trotz der Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind - Müdigkeit, Ungewissheit und der unerbittliche Druck, unter schwierigen Bedingungen zu arbeiten - bleiben wir unserem Auftrag treu, den Bedürftigsten zu helfen.“

Mehr als 1.000 Tage Krieg: 4 Mio. Binnenvertriebene und 6,7 Mio. im Ausland
Der 18. November 2024 markierte 1.000 Tage bewaffneter Konflikt in der Ukraine. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) hat der Konflikt vier Millionen Menschen innerhalb der Ukraine vertrieben und mehr als 6,7 Millionen gezwungen, in Europa und anderen Ländern Zuflucht zu suchen. Angesichts von mehr als 14,6 Millionen Menschen, die humanitäre Hilfe benötigen, konzentriert sich ADRA auf die Bereitstellung grundlegender Unterstützung. Dazu gehören die Bewältigung der Traumen von Mitgliedern vertriebener Familien durch psychologische Betreuung, die Bereitstellung von sicheren Zufluchtsorten mit vorübergehenden Unterkünften und die Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Häuser.

Stimmen von Menschen, denen ADRA helfen konnte
„Um 5 Uhr morgens schlug eine Rakete in ein Haus in unserer Stadt ein“, erinnert sich Volodumyr, der gezwungen war, aus seinem Haus zu fliehen und in einer ADRA-Unterkunft Schutz zu suchen. „Hier ist alles in Ordnung. Wir werden mit Freundlichkeit und Sensibilität behandelt.“

„Dank des ADRA-Netzwerkprojekts wurden Fenster und Türen ausgetauscht“, erklärt Lyudmila und erinnert sich daran, wie ADRA beim Wiederaufbau ihres Hauses geholfen hat, nachdem ein Granateneinschlag einen Grossteil davon zerstört hatte.

Hilfe an 3,5 Millionen Menschen in der Ukraine und in 18 europäischen Ländern
Seit Beginn des Konflikts hat ADRAs globales Netzwerk aus Nothilfeteams, freiwilligen Helfern der Adventistischen Kirche und internationalen Partnern Ressourcen mobilisiert, um Millionen von Kindern, Frauen, Familien und Einzelpersonen zu unterstützen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden. Diese Zahlen sind mehr als nur Statistiken - sie stehen für Menschen, die durch die ständige Präsenz von ADRA bewegt und bereichert wurden und die inmitten der Krise Hoffnung sowie einen Weg in eine bessere Zukunft eröffnen.

ADRA hat 3,5 Millionen Menschen in der Ukraine und in 18 europäischen Ländern unterstützt, 53 Mitglieder des Emergency Response Teams (ERT) waren innerhalb weniger Stunden nach Ausbruch des Konflikts im Einsatz, und 58 Nothilfeeinsätze in den am stärksten betroffenen Gebieten. Darüber hinaus wurden 98 lebensrettende Projekte zur Unterstützung der ukrainischen Bevölkerung im Land und in den europäischen Ländern, die Flüchtlinge aufgenommen haben, durchgeführt, mehr als 121.000 Menschen aus den Gefahrenzonen evakuiert und 2,6 Millionen Menschen mit Nahrungsmittelhilfe versorgt.

ADRA stellte seit 2022 rund 53 Millionen US-Dollar für die Nothilfe bereit
Nach Angaben von ADRA wurde 70.000 Menschen Schutz und Sicherheit geboten, 75.000 vertriebene Ukrainer wurden in Notunterkünften untergebracht, und 84.000 Menschen erhielten Trinkwasser sowie wichtige Sanitär- und Hygienemittel (WASH). Ausserdem wurden seit 2022 53 Millionen US-Dollar (47 Mio. Franken/49 Mio. Euro) für humanitäre Hilfe bereitgestellt, mit denen sowohl Soforthilfemassnahmen als auch langfristige Entwicklungsprojekte unterstützt wurden. Schliesslich arbeiten 270 engagierte Teammitglieder in der Ukraine unter aussergewöhnlichen Bedingungen, um lebenswichtige Hilfe zu leisten und gleichzeitig die Sicherheit und Würde der Menschen, denen sie helfen, zu wahren.

ADRAs weitreichendes Netzwerk der Unterstützung
Diese grossen Anstrengungen wären ohne die kontinuierliche Zusammenarbeit und Unterstützung des weltweiten ADRA-Netzwerks nicht möglich. ADRA International (USA) sowie die vorwiegend europäischen Länderbüros haben eine wesentliche Rolle bei der Bereitstellung von Hilfe vor Ort und finanziellen Mitteln gespielt. Ihr gemeinsamer Einsatz stellt sicher, dass die Ressourcen konsequent mobilisiert werden, damit die Nothilfe auch in den entlegensten und von Konflikten betroffenen Regionen die Bedürftigsten erreichen kann.

ADRA International
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) wurde 1956 in den USA gegründet und führt weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durch. ADRA International ist eine nichtstaatliche Hilfsorganisation und wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen. ADRA International ist einerseits ein weltweites Netzwerk mit über 108 eigenständigen nationalen Büros und rund 7.500 hauptamtlichen Mitarbeitenden, andererseits ist das nationale ADRA Büro der USA Teil von ADRA International. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.
https://adra.org/

ADRA Ukraine
Das Hilfswerk ADRA Ukraine ist seit dem 21. Februar 1993 offiziell von den Behörden registriert und führt humanitäre Projekte durch. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet wurde, von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen wird und aus 108 eigenständigen nationalen Büros besteht. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Ukraine hilft Opfern von Konflikten und Katastrophen, Binnenvertriebenen und ihren Familien, Kindern in Waisenhäusern und Heimen, Krankenhauspatienten, unterstützt Menschen in Krisengebieten, Behinderte sowie Ältere und fördert eine gesunde Lebensweise. Gegenwärtig arbeiten bei ADRA Ukraine über 270 Personen.
Informationen in Englisch: https://www.adra.ua/en/

Partnerorganisationen von ADRA Ukraine sind:
Welternährungsprogramm (WFP), OCHA, UNHCR, UNICEF, Deutsche humanitäre Hilfe, Europäische Katastrophenschutz- und humanitäre Hilfseinsätze, USAID, AID Canada, Canadian Foodgrains Bank, Ukraine Humanitarian Fund, Ministry of Foreign Affairs of Denmark (DANIDA), SlovakAid, Japan Platform, Atlas Copco, KOA, Federation Nationale de Protection Civile, AIRLINK, TZU CHI Foundation, humedica, Hope TV Ukraine, ADRA Netzwerk, Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Angelina, kerk in actie, Kirche der Heiligen der letzten Tage. https://www.adra.ua/en/home-en/

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Durch Drohnenbeschuss zerstörtes Auto des freiwilligen Helfers. © Foto: ADRA Ukraine

Freiwillige unter Beschuss: Drohnenangriff verwundet einen Mann

Freiwillige, die Mitte Februar Lebensmittelpakete des UN-Welternährungsprogramms (WFP) und von ADRA Ukraine an Bedürftige verteilten, gerieten in Nova Kachowka während der Hilfsaktion in einen Drohnenangriff.

Im Dorf Wessele, in der Kommune Nowa Kachowka, in der Region Cherson, verteilten lokale Freiwillige Lebensmittelpakete des UN-Welternährungsprogramms und von ADRA Ukraine an Bedürftige. In den Dörfern Wessele und Kosazke, die zur Gemeinde Nova Kachowka gehören, leben heute 158 Menschen. Es handelt sich um eine Hochrisikozone in der Nähe des zerstörten Wasserkraftwerks Kachowka und der Frontlinie.

Freiwillige Helfer von ADRA Ukraine trafen bei den Bewohnern der Kommune Nova Kachowka in der Gemeinde Berislav ein, um humanitäre Hilfe vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zu verteilen. Das Team von ADRA Ukraine wollte 158 Lebensmittelpakete dorthin liefern, doch aufgrund der begrenzten Transportkapazitäten konnten die Freiwilligen die Fracht nur zum Teil transportieren. Während der ersten Fahrt wurden 31 Lebensmittelpakete in das Dorf Wessele geliefert und verteilt. In diesem Moment tauchte eine feindliche Drohne am Himmel auf. Dorfbewohner und Freiwillige rannten sofort auseinander und die Drohne warf eine Bombe ab. Durch die Explosion erlitt der Fahrer eine Gehirnerschütterung und eine Schrapnellwunde an der Schulter. Sechs Kisten mit Lebensmittelpaketen wurden beschädigt. Später wurde das Auto in eine Garage gefahren, aber in der Nacht wurde es erneut angegriffen und vollständig zerstört. Der verletzte Fahrer wurde medizinisch behandelt.

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Die Logos der NROs, die Unterzeichner der „Erklärung 2025“ des Bonner Salons sind. © Abbildung: Bonner Salon; Logos © die jeweilige Organisation

Deutschland: Appell an laufende Koalitionsverhandlungen: ADRA unterstützt „Erklärung 2025“ zur Bedeutung glaubensbasierter NROs

Bonn und Weiterstadt/Deutschland | 28.03.2025 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

ADRA Deutschland e.V. unterstützt als Mitglied des Bonner Salons nachdrücklich die aktuelle „Erklärung 2025“ zur Rolle glaubensbasierter Nichtregierungsorganisationen (NRO) in der Entwicklungszusammenarbeit.

Der Bonner Salon, ein Netzwerk christlicher Nichtregierungsorganisationen, betont in seiner aktuellen Erklärung die besondere Bedeutung religiöser Akteure in der globalen Entwicklungsarbeit. Mit Verweis auf die Tatsache, dass vier von fünf Menschen weltweit einen religiösen Bezug haben, unterstreicht die Erklärung die Notwendigkeit, diesen Aspekt in der Entwicklungszusammenarbeit zu berücksichtigen und zu nutzen.

Glauben als Netzwerk für Entwicklungszusammenarbeit
Glaubensbasierte Organisationen seien in besonderer Weise in der Lage, sozial benachteiligte Gemeinschaften und die Ärmsten der Armen zu erreichen, heisst es in der Erklärung. Sie seien in der Entwicklungszusammenarbeit deshalb in vielen Kontexten besonders wirksam, auch weil Netzwerke religiös motivierter Akteure weltweit bis in die entlegensten Regionen lebendig und verlässlich funktionierten.

Die Erklärung hebt hervor, dass die Werte glaubensbasierter Organisationen mit den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen im Einklang stehen. Zudem betont sie das Potenzial religiöser Akteure, zur Überwindung von Konflikten und zur Stärkung der Resilienz beizutragen.

Zum Dialog mit der Koalition bereit
ADRA setzt sich gemeinsam mit anderen Unterzeichnern wie dem Kindermissionswerk Die Sternsinger oder Malteser International dafür ein, dass die Bedeutung glaubensbasierter Ansätze bei der Neuausrichtung der Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 2025 angemessen berücksichtigt wird. Die Aufnahme dieser Thematik in die aktuellen Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD werde begrüsst. Die Unterzeichner stünden immer für einen offenen Dialog zur Verfügung.

Zur „Erklärung 2025“ des Bonner Salons: (Shortcut)
https://tinyurl.com/9ra3hzdu

Bonner Salon
Der Bonner Salon ist ein regelmässiges Treffen von Führungskräften christlicher Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Werke, die in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind. Diese sehen sich häufig besonderen Herausforderungen gegenüber – insbesondere hinsichtlich ihres Selbstverständnisses, ihres Fundraisings, ihrer Öffentlichkeitsarbeit sowie ihrer operativen Tätigkeiten. Dies hat viel damit zu tun, dass sich die missionarisch-evangelistische Arbeit auf der einen und die sozial-karitative, mildtätige bzw. entwicklungspolitische Arbeit auf der anderen Seite in vielen Kontexten in einem Spannungsverhältnis befinden. Die Leitidee des Bonner Salons ist es, christliche Entwicklungs-NRO in ihrem besonderen Charakter zu stärken und inspirierende Impulse in den Bereichen Selbstverständnis, Fundraising und Führung zu setzen. Eine Teilnahme am Bonner Salon ist nur auf persönliche Einladung möglich. Eingeladen werden Führungskräfte von christlichen Nichtregierungsorganisationen und Werken mit Tätigkeiten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Der Bonner Salon wird von PIRON, einer Agentur für Projektmanagement, Fundraising, Beratung und Kommunikation in Zusammenarbeit mit der christlichen NRO Micha-Deutschland ausgerichtet.
Internet: www.piron.global/bonner-salon/

ADRA Deutschland
ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 gegründet, hat rund 50 Angestellte und steht der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet wurde, aus 108 eigenständigen nationalen Büros besteht und weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durchführt. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Deutschland ist unter anderem Gründungsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), der „Aktion Deutschland Hilft“ und „Gemeinsam für Afrika“. Informationen: www.adra.de.

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Symbolbild: USAID hat auch landwirtschaftliche Projekte finanziert, denen nun die Mittel fehlen. © Foto: ADRA Laos

Schliessung von USAID: ADRA Deutschland bislang nicht betroffen

Weiterstadt/Deutschland | 28.03.2025 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Am Welttag der Nichtregierungsorganisationen (NRO), am 27. Februar, haben bei den Hilfsorganisationen die Sorgen überwogen. Durch die Abwicklung der US-Agentur für internationale Entwicklung (United States Agency for International Development USAID) fallen viele Gelder weg.

USAID gilt als Pendant zum deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie zur Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in der Schweiz. Als eine der grössten Geberorganisationen war USAID in über 100 Ländern tätig und unterstützte Millionen von Menschen in Krisen- und Konfliktregionen. Die abrupten Kürzungen, darunter ein Stopp nahezu aller Programme und die Entlassung eines Grossteils der Mitarbeitenden, haben viele Hilfsorganisationen und Projekte in Unsicherheit gestürzt. Die adventistische Hilfsorganisation ADRA International hat bereits auf den Wegfall der staatlichen Hilfsgelder aus den USA reagiert (siehe APD-Meldung vom 13. Februar: https://apd.media/news/archiv/16603.html). ADRA Schweiz kann derzeit die Auswirkungen auf ihre Arbeit noch nicht abschätzen. ADRA Deutschland teilt mit, dass deren Projekte von den Kürzungen bislang nicht betroffen seien, da sie weitgehend unabhängig von US-amerikanischen Fördergeldern finanziert würden. „Dennoch beobachten wir die Entwicklungen mit grossen Sorgen. Nicht zuletzt, da ADRA auch ein weltweites Netzwerk ist und andere Standorte und Partner durchaus betroffen sind. Die Schliessung von USAID zeigt, wie fragil das globale humanitäre System ist und dass es mehr denn je stark auf internationale Zusammenarbeit angewiesen bleibt“, heisst es in der Pressemitteilung von ADRA Deutschland.

Appell an eine neue Bundesregierung
Auch in Deutschland habe die bisherige und noch amtierende Bundesregierung zugesagte Finanzierungen für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit nicht gesichert. Bereits seit dem Sommer letzten Jahres würden immer wieder Kürzungen im Raum stehen, obwohl humanitäre Notlagen durch Naturkatastrophen, den Klimawandel oder Kriege und Krisen weltweit zunähmen, heisst es in der Pressemitteilung. Auch die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in der Schweiz hat ihre Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit reduziert oder umverteilt.

Anlässlich des Welttags der Nichtregierungsorganisationen vom 27. Februar ruft ADRA Deutschland gemeinsam mit zahlreichen anderen Organisationen die Regierungen weltweit und insbesondere die deutsche Bundesregierung dazu auf, zusätzliche Mittel für humanitäre Hilfe bereitzustellen und eine Führungsrolle in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit einzunehmen.

ADRA Deutschland
ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 gegründet, hat rund 50 Angestellte und steht der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet wurde, aus 108 eigenständigen nationalen Büros besteht und weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durchführt. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Deutschland ist unter anderem Gründungsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), der „Aktion Deutschland Hilft“ und „Gemeinsam für Afrika“. Informationen: www.adra.de.

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Auslieferung der Stromgeneratoren in der Region Charkiw. © Foto: ADRA Ukraine

ADRA Ukraine lieferte 10 Generatoren in die Region Charkiw

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Ukraine hat mit Unterstützung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im Februar zehn Stromgeneratoren an drei Standorte in der Region Charkiw geliefert.

Sechs Generatoren mit einer Leistung von 30 kW sind an die Abteilung für Bildung, Jugend und Sport der Stadtverwaltung von Losowa übergeben worden. Drei weitere, mit einer Leistung von 50 kW, sind an die Novopokrovsky-Bäckerei, im gleichnamigen Dorf, und ein Generator, mit ebenfalls 50 kW, an das Dorf Lizogubivka geliefert worden. Die Generatoren wurden mit Unterstützung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in der Ukraine gekauft.

Dies ist laut ADRA Ukraine ein weiterer Teil des Projekts, das die Bereitstellung von Stromgeneratoren für die betroffenen sozialen Infrastruktureinrichtungen in der Stadt Charkiw und in der Region beinhaltet.

ADRA Ukraine
Das Hilfswerk ADRA Ukraine ist seit dem 21. Februar 1993 offiziell von den Behörden registriert und führt humanitäre Projekte durch. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet wurde, von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen wird und aus 108 eigenständigen nationalen Büros besteht. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Ukraine hilft Opfern von Konflikten und Katastrophen, Binnenvertriebenen und ihren Familien, Kindern in Waisenhäusern und Heimen, Krankenhauspatienten, unterstützt Menschen in Krisengebieten, Behinderte sowie Ältere und fördert eine gesunde Lebensweise. Gegenwärtig arbeiten bei ADRA Ukraine über 270 Personen.
Informationen in Englisch: https://www.adra.ua/en/

Partnerorganisationen von ADRA Ukraine sind:
Welternährungsprogramm (WFP), OCHA, UNHCR, UNICEF, Deutsche humanitäre Hilfe, Europäische Katastrophenschutz- und humanitäre Hilfseinsätze, USAID, AID Canada, Canadian Foodgrains Bank, Ukraine Humanitarian Fund, Ministry of Foreign Affairs of Denmark (DANIDA), SlovakAid, Japan Platform, Atlas Copco, KOA, Federation Nationale de Protection Civile, AIRLINK, TZU CHI Foundation, humedica, Hope TV Ukraine, ADRA Netzwerk, Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Angelina, kerk in actie, Kirche der Heiligen der letzten Tage. https://www.adra.ua/en/home-en/

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Paulo Lopes wurde zum neuen Präsidenten von ADRA International ernannt © Foto: ADRA Brasilien und ADRA International

ADRA International ernennt Paulo Lopes zum neuen Präsidenten

Silver Spring, Maryland/USA | 28.03.2025 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Paolo Lopez, Regionaldirektor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in Südamerika wurde per 1. April zum Präsidenten von ADRA International ernannt. Lopez hat jahrzehntelange Erfahrung im internationalen humanitären Bereich.

Laut der Mitteilung von ADRA International begann Paolo Lopez seine Arbeit bei ADRA Brasilien im Jahr 1986 und konnte grosse Erfahrung durch seinen Dienst sowohl im Land und mehreren anderen Ländern als auch in globalen Führungspositionen und in der Gemeinwesenentwicklung sammeln.

«Ich fühle mich sehr geehrt, das Amt des neuen Präsidenten von ADRA International zu übernehmen», sagte Lopes. «ADRA ist mehr als eine Organisation - es ist eine Bewegung des Mitgefühls, der Hoffnung und des Handelns. Mit Blick auf die Zukunft werden wir unsere Aktivitäten weiter ausbauen, unsere Partnerschaften stärken und uns für Menschen in Not einsetzen. Gemeinsam mit unserem globalen Team und unseren Unterstützern werden wir unermüdlich daran arbeiten, dauerhafte Veränderungen in den Gemeinschaften herbeizuführen, denen wir dienen.»

Lopes tritt die Nachfolge von Michael Kruger an, der ADRA International in den vergangenen zehn Jahren gedient hat, davon die letzten fünf Jahre als Präsident. Das Hilfswerk drückt seine tiefe Wertschätzung für Krugers Führung und Engagement aus, «die wesentlich zum Wachstum und zur weltweiten Wirkung der Organisation beigetragen haben».

Lopez hat mehr als 25 Jahre Führungserfahrung. Er hat die programmatische Präsenz von ADRA Südamerika verdoppelt und die Zahl der Mitarbeitenden verdreifacht. Er hat Initiativen ins Leben gerufen, wie z. B. die Mobile Notfalleinheit, eine App zur psychosozialen Unterstützung und ein Freiwilligenprogramm, das Tausende von adventistischen Freiwilligen mobilisiert.

Lopes ist seit 38 Jahren mit seiner Frau Edra verheiratet. Das Paar hat zwei erwachsene Söhne, Lucas und Marcos.

ADRA International – ein weltweites Netzwerk nationaler Hilfsorganisationen
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) wurde 1956 in den USA gegründet und führt weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durch. ADRA International ist eine nichtstaatliche Hilfsorganisation und wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen. ADRA International ist einerseits ein weltweites Netzwerk mit über 108 eigenständigen nationalen Büros und rund 7.500 hauptamtlichen Mitarbeitenden, andererseits ist das US-amerikanische ADRA Büro Teil von ADRA International. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.
https://adra.org/

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Symbolbild – Stoppt Gewalt gegen Frauen. © Foto: Nadine E auf Unsplash

Weltfrauentag, 8. März: Gegen Vergewaltigung und Femizide - Frauenrechte weltweit stärken

Frankfurt am Main/Deutschland | 28.03.2025 | APD | Menschenrechte

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März macht die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) auf die weltweite Situation von Frauen aufmerksam und ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich für deren Schutz einzusetzen.

«Gewalt, Gender-Apartheid, Vergewaltigung und grausame Tötung, Frauen in Afghanistan, Bangladesch, Irak, Iran, Israel, Kenia und Nigeria sind Opfer massiver Menschenrechtsverletzungen.» Zum Weltfrauentag vom 8. März fordert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), dass sich die Weltgemeinschaft für Frauenrechte weltweit stark machen müsse. Vergewaltigung und Femizide würden von Terrorgruppen, wie der Hamas, dem Islamischen Staat oder der russischen Armee systematisch gegen Frauen eingesetzt.

«Der Anschlag der Terrororganisation Hamas im Oktober 2023 auf Israel und die dort verbrochenen Vergewaltigungen, Verschleppungen und Morde an Frauen sind Teil eines weltweiten Kampfes der Unfreiheit gegen die Freiheit. Totalitäre und extremistische Ideologien sind auch für Frauen in Europa eine Gefahr für Leib und Leben. Wir erfahren von unseren Sektionen und Partnerorganisationen weltweit, dass Frauen in vielen Ländern massiv diskriminiert, verfolgt oder gar getötet werden. Auch der Angriffskrieg Russlands hat für Frauen in der Ukraine viele bereits bestehende Probleme weiter verschärft», erklärt Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IGFM.

Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation berichtet über die Frauenrechtssituation in einigen Ländern, in denen sie mit einer Sektion vertreten ist oder mit Partnern zusammenarbeitet:

Ukraine – Frauen tragen Verantwortung für Familie in Kriegszeiten
Während viele Frauen aus ihrer Heimat in andere Regionen der Ukraine oder in andere Länder fliehen mussten, kämpfen ihre Männer an der Front. So tragen die Frauen die Hauptlast der Betreuung von Kindern und älteren Familienangehörigen. Hinzu kommen psychische Belastung und finanzielle Sorgen durch den Tod von Familienangehörigen. Die unterschiedlichen Traumata haben zu einer Zunahme von Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen bei Frauen geführt.

Iran – Gesetze fördern Straflosigkeit patriarchaler Gewalt
Im Iran bleibt Freiheit für Frauen eine ferne Realität, denn sie sind massiver Diskriminierung ausgesetzt. So dürfen sie nicht ohne Erlaubnis ihres Ehemanns reisen, haben eingeschränkten Zugang zu Bildung und Arbeit und unterliegen strengen Kleidungsvorschriften. Wer sich gegen diese Unterdrückung wehrt, riskiert Verhaftung, Folter oder lange Haftstrafen. Gewalt gegen Frauen ist weit verbreitet: 2024 wurden mindestens 31 Frauen hingerichtet. Viele von ihnen, weil sie sich gegen gewalttätige Ehemänner gewehrt hatten. Zudem wurden nach Angaben der IGFM in den ersten Wochen des Jahres 2025 mindestens sieben Frauen Opfer sogenannter „Ehrenmorde“.

Nigeria – Christliche Frauen allein aufgrund ihres Glaubens verfolgt
Frauen in Nigeria sind Ungleichheit, sexuellem Missbrauch, häuslicher Gewalt und mangelnder Mitsprache in der Gesellschaft ausgesetzt. Christliche Frauen werden allein aufgrund ihres Glaubens Opfer der Verfolgung durch Fulani-Hirten oder islamischer Terrorgruppen. In den meisten Familien in Nigeria kümmern sich Frauen um die Kinder, bezahlen die Schulgebühren und versorgen die Familie mit Essen. Sie sind überlastet und die meisten hungern, nur um sicherzustellen, dass sie die Ausbildung ihrer Kinder bezahlen können.

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Die Umrisse von Syrien in der Gestaltung der Landesflagge. © Abbildung: GDJ/pixabay.com

Syrien: Christen in Angst nach Massaker an Alawiten

Kelkheim/Deutschland | 28.03.2025 | APD | Menschenrechte

In Syrien ist eine Welle der Gewalt ausgebrochen, die sich vor allem gegen die alawitische Minderheit richtet. Bislang sind mehr als tausend Menschen ums Leben gekommen. Die Christen in der Region sind in grosser Angst.

Das berichtet das christliche Hilfswerk Open Doors (Kelkheim/Taunus), das sich für verfolgte und bedrängte Christen einsetzt. Nach Angaben der in Grossbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind bislang mehr als 1400 Menschen ums Leben gekommen, davon 973 Zivilisten durch „Massaker“ an der Westküste, meist Alawiten. Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sieht Hinweise auf einen Völkermord an der alawitischen Minderheit in Syrien und fordert die Bundesregierung zu sofortigem Handeln auf. „Unter dem Vorwand, Anhänger des alten Assad-Regimes zu verhaften, werden von den neuen islamistischen Machthabern in Syrien Razzien durchgeführt, bei denen Angehörige der alawitischen Minderheit gezielt festgenommen und öffentlich hingerichtet werden. Vor allem Frauen und Kinder sind Opfer dieser Hinrichtungen. Das Ziel dieser Angriffe ist die Auslöschung der alawitischen Gemeinschaft“, erklärte der GfbV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido am 10. März in Göttingen.

Gefälschte Berichte kursieren
In den sozialen Medien kursierten auch gefälschte Berichte über zahlreiche getötete Christen. Bislang könne Open Doors nur den gewaltsamen Tod eines Vaters und seines Sohnes bestätigen, die bereits am Donnerstag letzter Woche ums Leben kamen. Am Freitag wurde ein weiterer Christ in seinem Haus von einer mutmasslich verirrten Kugel tödlich getroffen.

All die Gewalt wecke bei vielen Syrern traumatische Erinnerungen an die Herrschaft des „Islamischen Staates“ (IS) und die während dieser Zeit verübten Gräueltaten. „Alle Christen, die ich kenne, wollen jetzt das Land verlassen“, sagt eine Kontaktperson von Open Doors aus der betroffenen Region.

Kirchenleiter veröffentlichen Stellungnahme
Die drei Patriarchen der grössten Kirchen in Syrien haben sich am 8. März in einer gemeinsamen Erklärung zu den Gewalttaten geäussert. „In den letzten Tagen hat Syrien eine gefährliche Eskalation von Gewalt, Brutalität und Tötungen erlebt, die zu Angriffen auf unschuldige Zivilisten, einschliesslich Frauen und Kinder, geführt haben. Häuser wurden geschändet, ihre Unantastbarkeit missachtet und Eigentum geplündert – Szenen, die das unermessliche Leid des syrischen Volkes deutlich widerspiegeln“, schrieben sie.

„Die christlichen Kirchen verurteilen nachdrücklich jede Handlung, die den zivilen Frieden bedroht, verurteilen die Massaker an unschuldigen Zivilisten und fordern ein sofortiges Ende dieser schrecklichen Taten.“

Die Kirchenleiter forderten „die Schaffung von Bedingungen, die der nationalen Versöhnung des syrischen Volkes förderlich sind“. Sie fordern einen „Staat, der alle seine Bürger respektiert“, basierend auf „gleicher Bürgerschaft und echter Partnerschaft, frei von der Logik der Rache und Ausgrenzung“.

Die Erklärung wurde vom griechisch-orthodoxen Patriarchen Johannes X., Mor Ignatius Aphrem II., Patriarch der syrisch-orthodoxen Kirche, und Patriarch Youssef Absi von der melkitischen griechisch-katholischen Kirche unterzeichnet. Das Hilfswerk Open Doors ruft zum Gebet für die Menschen in Syrien und für ein Ende der Gewalt auf.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2025 von Open Doors steht Syrien an 18. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Siehe auch die APD-Meldung über den Weltverfolgungsindex 2025: https://apd.media/news/archiv/16565.html

Open Doors
Die internationale christliche Hilfsorganisation „Open Doors“ setzt sich in über 70 Ländern durch Hilfsprojekte für verfolgte Christen ein und untersucht jedes Jahr das Ausmass an Gewalt, staatlicher Unterdrückung sowie gesellschaftlicher und behördlicher Feindseligkeit gegenüber Christen in rund 100 Ländern. Die Daten dafür liefern betroffene kirchliche Netzwerke, regionale Menschenrechtsanwälte, Analysten sowie Experten von „Open Doors“ International. Jährlich veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von 50 Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Derzeit sind weltweit mehr als 380 Millionen Christen wegen ihres Glaubens intensiver Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Projekte von Open Doors umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern, Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Das Hilfswerk informiert in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.

Zu Open Doors Schweiz: https://www.opendoors.ch/uber-uns/unser-auftrag/

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Andry Priymak, baptistischer Kriegsdienstverweigerer. © Foto: Baptist Council of Churches/Forum 18

Ukraine: Strafverfolgung von Kriegsdienstverweigerern aus Gewissensgründen wegen „Ungehorsams“

Oslo/Norwegen | 28.03.2025 | APD | Menschenrechte

Rund 200 Fälle gegen Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen, gemäss Artikel 336 des Strafgesetzbuches der Ukraine, sind bereits vor Gericht anhängig. 171 richten sich gegen Zeugen Jehovas, einige gegen Adventisten, Baptisten und Pfingstler.

Wie Forum 18, norwegische Menschenrechtsorganisation, berichtet, wurden gegen weitere 600 Kriegsdienstverweigerer, die aus Gewissensgründen einen Antrag auf zivilen Kriegsersatzdienst gestellt haben, Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Auch Verfahren gegen adventistische Kriegsdienstverweigerer
Der Prozess gegen den Kriegsdienstverweigerer der Siebenten-Tags-Adventisten Oleksandr Volodymyrovych Kurochkin geht weiter. Richter Dmytro Shkorupeev wird den Fall am 20. März 2025 vor dem Bezirksgericht Suvorov in Odessa wieder aufnehmen. Auch der Prozess gegen den adventistischen Kriegsdienstverweigerer Mykhailo Fedorovych Matviychuk, wird fortgesetzt. Richter Serhy Makeyev wird die Verhandlung am 24. März 2025 vor dem Bezirksgericht Dubno fortsetzen.

Der Fall des Baptisten Serhy Mikhaylovych Semchuk
Ende Januar wurde der Baptist Serhy Mikhaylovych Semchuk an seinem Arbeitsplatz festgenommen und ins Gefängnis gebracht, um seine fünfjährige Haftstrafe anzutreten. Nach Ablehnung seines Antrags auf zivilen Kriegsersatzdienst war Semchuk im Dezember 2022 zum Militärdienst einberufen worden. Er erklärte sich bereit, im Militär zu dienen, allerdings entsprechend seiner Glaubensüberzeugung ohne Waffen. Von der Rekrutierungsstelle wurde ihm zugesichert, dass das akzeptiert würde.

Dann wurde er einer Militäreinheit zugeteilt. Im Dezember 2023 befahl der Kommandant Semchuk und anderen Soldaten, sich mit Maschinengewehren zu bewaffnen. Semchuk weigerte sich und sagte dem Kommandanten, dass es ihm sein Glaube verbiete, zu den Waffen zu greifen. Daraufhin wurde er im Januar 2024 verhaftet und nach drei Tagen in Haft bis zum Prozess auf Kaution entlassen. Am 8. Mai 2024 wurde er von Richterin Tetyana Shtikh von einem Gericht in Charkiw nach Artikel 402, Teil 4 des Strafgesetzbuchs, für schuldig befunden („Ungehorsam bei Kriegsrecht oder in einer Kampfsituation“) und zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Semchuk erklärte vor Gericht, dass er seit 2012 Mitglied der Baptistengemeinde seines Heimatortes Brody wäre und wies dies durch eine Bestätigung des Pastors nach. „Die Glaubensüberzeugungen der genannten Kirche verbieten den Einsatz von Waffen gegen Menschen, was er anlässlich der Vorbereitung zur Mobilmachung dem Militärkommissar mitteilte“ heisst es in der schriftlichen Ausfertigung des Urteils. Derzeit (Stand März 2025) befindet sich Serhy Semchuk im Gefängnis in Lwiw.

Neue Taktik gegen Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen
Einer kleinen, aber steigenden Zahl von Personen, die aus Gewissensgründen die Mobilisierung verweigern und noch nicht beim Militär sind, droht eine Anklage nach Artikel 402, Teil 4 des Strafgesetzbuchs, obwohl sich dieser Artikel gegen Angehörige des Militärs richtet. Seit Herbst 2024 berufen sich Ermittler und Staatsanwälte vermehrt auf diese Strafbestimmung. „Artikel 402 ist zu einer Taktik gegen Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen geworden, um verstärkten Druck auf sie auszuüben, dass sie nachgeben, ihre Überzeugungen aufgeben und den Militärdienst akzeptieren“, erklärten Zeugen Jehovas gegenüber Forum 18. Bei einer Strafandrohung von fünf bis zehn Jahren Haft ist dies ein starkes Druckmittel.

Verfassung der Ukraine hat höhere Rechtskraft und Vorrang vor nationaler Gesetzgebung
Valentyn Adamchuk, Mitglied einer Pfingstgemeinde, wurde ebenfalls wegen seiner Verweigerung des Kriegsdiensts zu drei Jahren Haft verurteilt, obwohl ihm das Büro des parlamentarischen Menschenrechtskommissars der Ukraine auf seinen Antrag zugesichert hatte, dass die Verfassung der Ukraine höhere Rechtskraft und Vorrang vor nationalen Gesetzgebung hat und daher das Recht einer Person auf Ersatzdienst und ihre Befreiung vom Kriegsdienst ein absolutes Recht ist und auch trotz Geltung des Kriegsrechts nicht eingeschränkt werden kann. Am 29. Januar wurde das Urteil gegen Adamchuk gefällt. Er hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Artikel 18 der Menschenrechtskonvention schützt Kriegsdienstverweigerung
Das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte stellte fest, dass die Verweigerung des Kriegsdiensts aus Gewissensgründen gemäss Artikel 18 des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte („Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit“) geschützt ist und anerkennt jedermanns Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen als legitime Ausübung des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit. In seiner Publikation zum Thema hat das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte auch festgestellt, dass Artikel 18 ein unveräusserliches Recht gewährt, selbst in Zeiten eines nationalen Notstands, der das Leben der Nation bedroht.

Auch Artikel 35 der ukrainischen Verfassung garantiert das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen. Das Verteidigungsministerium der Ukraine besteht hingegen darauf, dass in Kriegszeiten nicht einmal der in Friedenszeiten mit Einschränkungen erlaubte zivile Kriegsersatzdienst existiert.

Quelle: Forum 18, Oslo (Bericht vom 10. März 2025)
Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA und APD

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Symbolbild – Orthodoxe Kirche in Kyiv. © Foto: Slava Maslov from Pixabay

Überblick zur Lage der Religionsfreiheit in den besetzten Gebieten der Ukraine

Oslo/Norwegen | 28.03.2025 | APD | Religionsfreiheit

In den von Russland besetzten Teilen der Ukraine, rund einem Fünftel des völkerrechtlich anerkannten Staatsgebiets, kommt es zu schweren Verletzungen nicht nur der Religions- und Weltanschauungsfreiheit, sondern auch anderer Menschenrechte.

Nach einer Analyse von Forum 18, einer norwegischen Menschenrechtsorganisation, die sie Anfang März veröffentlichte, ist folgendes dokumentiert:
- Die systematische Verletzung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit begann bereits mit der ersten Invasion 2014;
- Die illegale Annexion von Gebieten und erzwungene Einführung russischen Rechts, durch das die Menschenrechte verletzt werden;
- Unterdrucksetzung, Entführung, Folterung, Einkerkerung und Ermordung religiöser Leiter;
- Auflösung von Gottesdiensten, Verbot und Auflösung von Religionsgemeinschaften;
- Haftstrafen für Gewissensgefangene, die ihr Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit ausgeübt haben;
- Verbot religiöser Texte als „extremistisch“ und „Säuberung“ von Bibliotheken;
- Strafverfolgung wegen Missionstätigkeit;
- Ausstrahlung von gegen Religionsgemeinschaften und Gläubige gerichteter Desinformation.

Illegale Annexion von Territorium, Auferlegung von russischem Recht
Die wesentliche Ursache der Verletzung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit und sonstiger Menschenrechtsverletzungen in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine ist die russische Invasion und Besetzung dieser Gebiete ab 2014. Da Russland diese Gebiete inzwischen nach nicht fair abgelaufenen und völkerrechtlich nicht anerkannten Volksabstimmungen annektiert hat und nicht beabsichtigt, sie wieder an die Ukraine zurückzugeben, ist laut Forum 18 eine Fortsetzung dieser Menschenrechtsverletzungen zu erwarten.

Bereits vor der Invasion und Kriegsbeginn 2022 wurden die Halbinsel Krim und Teile der ukrainischen Region Donbass besetzt. Dort wurden die „Volksrepubliken“ Lugansk und Donezk errichtet. Ab diesem Zeitpunkt kam es sowohl auf der Krim als auch im Donbass zu Razzien gegen Religionsgemeinschaften, es wurden Geldstrafen verhängt, religiöse Literatur beschlagnahmt, von den Gemeinschaften eingeladene religiöse Leiter aus dem Ausland wurden ausgewiesen. Im Weiteren wurden Kontakte mit Glaubensgeschwistern in der Ukraine und im Ausland unterbunden, Gemeinschaften und Gottesdienststätten offiziell überwacht, Mietverträge für Immobilien wurden einseitig aufgehoben, Strom und Gasversorgung unterbunden und die Wiedererlangung von unter der sowjetischen Herrschaft beschlagnahmten Gottesdienststätten wurde behindert. Die karitative Tätigkeit nicht registrierter Gemeinschaften wurde unterbunden.

Alle Religionsgemeinschaften auf der Krim mussten sich nach russischem Recht neu registrieren lassen. Von den 1.156 Gemeinschaften mit Rechtspersönlichkeit nach ukrainischem Recht hatten bis zum Ablauf der Frist für die Neuregistrierung Anfang 2016 erst ca. 400 Rechtspersönlichkeit nach russischem Recht erlangt. Auch die ab 2018 erforderliche Neuregistrierung in den „Volksrepubliken“ des Donbass wurde äusserst restriktiv gehandhabt.

Am 19. Oktober 2022 verhängte Russland in Teilen der besetzten und annektieren Gebiete in der Ostukraine das Kriegsrecht. Nach dem Gesetz über das Kriegsrecht von 2002 ist der Präsident der Russischen Föderation befugt, in Gebieten, in denen das Kriegsrecht in Kraft ist „die Aktivitäten politischer Parteien, öffentlicher Organisationen und Religionsgemeinschaften, die Propaganda bzw. Agitation oder sonstige subversive Aktivitäten betreiben“ abzustellen.

Die Annexion der Krim und von Teilen des Donbass wird von der überwiegenden Mehrheit der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen nicht anerkannt.

Das Büro des Hochkommissars für Menschenrechte der Vereinten Nationen hat die „unrechtmässige Anwendung von Gesetzen der Russischen Föderation in den besetzten Gebieten“ (konkret auf der Krim) in seinem Bericht zur Lage der Menschenrechte in der Ukraine für den Zeitraum 1. August 2020 bis 21. Januar 2021 verurteilt.

Die Verletzungen der Religionsfreiheit in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine sind nur ein Teil eines viel breiteren Spektrums von durch die russische Besatzungsmacht begangenen schweren Menschenrechtsverletzungen aller Art. Dies geht aus der seit März 2014 laufend erstellten Dokumentation der Mission zur Überwachung der Menschenrechte in der Ukraine und des Büros des UN-Hochkommissars für Menschenrechte hervor.

Quelle: Forum 18, Oslo (Bericht vom 4. März 2025)
Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA

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Eine gesunde Ernährung ist abwechslungsreich. Foto: © engin akyurt – unsplash.com

Bewusst gesund: Tag der gesunden Ernährung 7. März 2025

Ostfildern/Deutschland | 28.03.2025 | APD | Gesundheit & Ethik

Am 7. März 2025 veranstaltet der Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) zum 28. Mal den „Tag der gesunden Ernährung“, um deutschlandweit sowie in Belgien, Österreich und der Schweiz auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen.

Der VFED organisiert an diesem Tag mehrere öffentlichkeitswirksame Aktionen, um so viele Menschen wie möglich daran zu erinnern: Gesunde Ernährung sollte nicht die Ausnahme sein, sondern alltäglich gelebt werden.

Der 28. Tag der gesunden Ernährung widmet sich dem umfangreichen Thema „Leber- und Gallenwegserkrankungen“. Lebererkrankungen stellen weltweit eines der grössten Gesundheitsprobleme dar. Allein in Deutschland sind mehr als fünf Millionen Menschen von einer akuten oder chronischen Lebererkrankung einschliesslich ihrer Folgeerscheinungen betroffen. Erkrankungen der Leber, Gallenwege und Gallenblase haben ein breites Spektrum unterschiedlicher Ursachen. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Therapieoptionen. Unsere Leber ist das Organ mit den meisten Aufgaben in unserem Körper, daher ist es wichtig zu wissen, was unsere Leber gesund hält. Sind unsere Leberzellen erst einmal angegriffen, ist die Leber eine Meisterin der Selbstheilung, allerdings nur, wenn wir frühzeitig beginnen gegenzusteuern! Weitere Informationen zum Tag der gesunden Ernährung gibt es unter https://www.vfed.de/de/tag-der-gesunden-ern%C3%A4hrung/uebersicht.
Auf die Bedeutung einer gesunden Ernährung weist auch der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG) in einer Mitteilung hin. Der Verein unterstützt das Anliegen des Tages der gesunden Ernährung unter anderem durch Studienmaterial und Kursangebote.

Bausteine einer gesunden Ernährung
Wer sich gesund ernährt, kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und viele Leber- und Gallenwegserkrankungen senken. Dabei geht es nicht nur darum, drei Hände voll Gemüse zu essen und keinen Alkohol zu trinken - das ist ein Anfang, aber gesunde Ernährung hat noch viel mehr Facetten. Der entscheidende Punkt ist Abwechslung. Der Körper braucht viele verschiedene Nährstoffe wie Eiweiss, Fett und Kohlenhydrate, verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Es gibt kein Lebensmittel, das allein den Körper dauerhaft mit allen notwendigen Nährstoffen in ausreichender Menge versorgen kann. Wir sollten die Vielfalt der Lebensmittel nutzen, um unseren Körper ausreichend mit der Vielfalt der Nährstoffe zu versorgen, so der DVG.

Bewusste Umgang mit Zucker
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der bewusste Umgang mit Zucker und auch mit Zuckeralternativen. Süsse Getränke, kleine Süssigkeiten und Kuchen sind oft verlockend, sollten aber selten und wenn, dann bewusst genossen werden. Zucker ist in einer bewussten und gesunden Ernährung nicht verboten, aber auf das Mass kommt es an. Verbraucher sollten auch auf versteckte Zuckerfallen in stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Fertigsaucen, Fruchtjoghurts oder Frühstücksmüslis achten.

Fastfood und Fertigprodukte steigern Risiko für Übergewicht, Bluthochdruck etc.
Der DVG weist auch darauf hin, dass Wurst, Fastfood und Fertigprodukte aufgrund des hohen Salz- und Fettgehalts nur selten verzehrt werden sollten. Übermässiger Salz- und Fettkonsum steigerten erheblich das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes.

Auch zu viel Obst ist ungesund
Auch zu grosse Portionen sind ein weitverbreitetes Problem. Bei zu viel Fleisch und Fett lässt sich schnell Einigkeit darüber herstellen, dass es ungesund ist. Aber gibt es auch „zu viel Obst“? Eindeutig ja. Wer täglich 5 Bananen, 500 g Äpfel und 200 g Datteln isst und dazu noch zwei Gläser unverdünnten Orangensaft trinkt, bringt seine Leber durch den zu hohen Fruchtzuckergehalt an ihre Grenzen. Als Folge kann sich eine nichtalkoholische Fettleber (NAFL) entwickeln. Zwei Handvoll Obst pro Tag, also eine Banane und ein Apfel oder zwei Handvoll Beeren und eine Birne, sind eine gesunde Menge.

Welche Lebensmittel in welchen Mengen aus den verschiedenen Lebensmittelgruppen gesund sind, zeigt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) anschaulich in der Darstellung eines Ernährungskreises.
(https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/).

Bewusst essen
Zu einer gesunden Ernährung zählt auch der Moment, in dem gegessen wird. Sitzen wir vor dem Fernseher oder essen wir bewusst am Tisch in Ruhe?
Es ist empfehlenswert, sich bewusst Zeit zum Essen zu nehmen und langsam zu essen. Wenn man zu hastig isst, übergeht man meist sein Sättigungsgefühl, das erst nach ungefähr 15 Minuten eintritt und isst eine zu grosse Menge. Beim Essen vor einer Serie oder dem Fernseher sind wir zu abgelenkt, um auf unsere Körpergefühle zu achten und werden einfach weiter essen, ohne zu merken, dass wir eigentlich seit der Hälfte des Tellers satt sind.

Der Tag der gesunden Ernährung sei eine gute Gelegenheit, die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu reflektieren und neue Impulse für einen gesundheitsfördernden Lebensstil zu gewinnen, so der DVG. Der Verein verweist auf seine 12 Studienbriefe, die sich nicht nur mit gesunder Ernährung, sondern mit einer ganzheitlichen gesunden Lebensweise befassen und kostenlos über die Website des Vereins bestellt werden können (siehe unten).

Deutscher Verein für Gesundheitspflege e. V.
Seit 1899 fördert der DVG die Gesundheit auf Basis eines ganzheitlichen Menschenbildes in den Bereichen körperliche Gesundheit, geistig-seelische Gesundheit, soziale Beziehungen und spirituelles Leben. Das geschieht mithilfe Online- und Fernkursen, der Herausgabe des Infoblattes DVG informiert sowie durch die Aus- und Weiterbildung zum Gesundheitsberater und bei Veranstaltungen wie Gesundheitsexpos oder Gesundheitskongressen. Der DVG wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland getragen und hat seinen Verwaltungssitz in Ostfildern. Weitere Informationen gibt es unter https://www.dvg-online.de.

Quellen:
https://www.vfed.de/de/tag-der-gesunden-ern%C3%A4hrung/uebersicht
https://www.aok.de/pp/unser-engagement/gesundheitstage/tag-der-gesunden-ernaehrung/
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/

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Grafik zur Nationalen Aktionswoche für Kinder von Eltern mit Suchterkrankung. © Grafik: Sucht Schweiz

Nationale Aktionswoche für Kinder von Eltern mit Suchterkrankung

Lausanne/Schweiz | 28.03.2025 | APD | Gesundheit & Ethik

In der Schweiz wachsen schätzungsweise 100.000 Kinder in einem Elternhaus auf, das von Alkohol oder anderen Substanzen schwer belastet ist. Die jährliche, von Sucht Schweiz koordinierte Nationale Aktionswoche findet vom 17. bis zum 23. März statt.

Laut Sucht Schweiz führen zahlreiche Organisationen in 12 Kantonen über 43 Aktionen durch. Eine beachtliche Anzahl Aktivitäten zeige in diesem Jahr den Fachleuten und der Bevölkerung auf, wie betroffene Kinder erkannt werden können und wie ihnen konkret geholfen werden kann, so die Stiftung.

Der Wissensbedarf von Fachleuten und der Bevölkerung sei noch immer gross. Zahlreiche der betroffenen Kinder würden nicht nicht stark auffallen und gäben nur in seltenen Fällen ihre schwierige Situation preis, da sie nicht schlecht über ihre Eltern reden wollten. So bleibe die schwierige familiäre Situation geheim, und die Kinder würden die Last von Angst, Scham, Schuldgefühlen und Unsicherheit ganz allein tragen.

«Doch in diesem Falle ist Schweigen Silber und Reden Gold, damit Kinder die Hilfe erhalten, die sie brauchen. Deshalb widmen sich einige Veranstaltungen dieser Aktionswoche dem Wissenstransfer für Fachleute, wie solche Kinder frühzeitig erkannt werden können und welche Hilfe ihnen angeboten werden kann, so beispielsweise in Biel, Bern, Aarau und Meilen», schreibt Sucht Schweiz.

Website «PAPA TRINKT. MAMA TRINKT.»
Gleichzeitig wurde die Website der Aktionswoche zu einer Website des ganzen nationalen Programms «PAPA TRINKT. MAMA TRINKT.» ausgebaut, und mit zahlreichen vertiefenden Hintergrundinformationen zur Situation dieser Kinder und zu möglichen Hilfen ergänzt. Dort findet sich auch Informationsmaterial wie Broschüren für Fachleute.

Sucht Schweiz
Sucht Schweiz ist eine Schweizer Stiftung, die sich in der Suchtforschung, in der Prävention und Gesundheitsförderung sowie auf politischer Ebene engagiert.

Zur Webseite von Sucht Schweiz zur Nationalen Aktionswoche «PAPA TRINKT. MAMA TRINKT.» https://kinder-eltern-sucht.ch/

Programm der Aktionen:
https://kinder-eltern-sucht.ch/nationale-aktionswoche/programm-der-aktionen/

Infomaterial für Fachleute: https://kinder-eltern-sucht.ch/infomaterial/

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Nick Hope bei der Gedenkfeier anlässlich der Befreiung des KZ Dachau im Jahr 2024. © Foto: KZ-Gedenkstätte Dachau

Nachruf: Adventist und KZ-Überlebender Nick Hope im Alter von 100 Jahren verstorben

San Francisco, Kalifornien/USA | 28.03.2025 | APD | Personen

Am 10. März 2025 ist Nick Hope in der Klinik in Calistoga bei San Francisco/Kalifornien an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Er wurde 100 Jahre alt und war einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust.

Nick Hope hinterlässt drei Kinder und drei Enkelkinder. Sein Leben war ein aussergewöhnliches Zeugnis für die Kraft der Vergebung, der Beharrlichkeit und des unerschütterlichen Glaubens. Nick Hope war ein vierfacher Holocaust-Überlebender, überlebte 28 Monate Gefangenschaft im Konzentrationslager Dachau und den sogenannten Todesmarsch Ende April 1945. Er hatte zuletzt noch geplant, zusammen mit seinem Sohn nach Dachau zu reisen, um an den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag der Befreiung aus dem Konzentrationslager teilzunehmen. Die Beisetzung ist für den 30. März im kalifornischen Sankt Helena geplant, 60 Kilometer nördlich von San Francisco.

Biografie
Nick Hope wurde als Nikolai Choprenko am 7. September 1924 in Petrovka, im ukrainischen Donbass geboren. Mit neun Jahren überlebte er den Holodomor (eine vor allem in der Ukraine wütende, extreme Hungersnot) unter dem UdSSR-Regime von Stalin, bei dem er auf tragische Weise zwei seiner Brüder verlor. Im Alter von 17 Jahren wurde er von den Nationalsozialisten verschleppt und arbeitet in der Munitionsfabrik Geretsried im Wolfratshausener Forst (Oberbayern). Später kam er als Zwangsarbeiter ins Konzentrationslager Dachau und wurde weiter ins Aussenlager Allach versetzt. Dort arbeitete er fast drei Jahre lang im BMW-Werk an 801-Flugzeugmotoren. Ende April 1945 nahm er gemeinsam mit 10.000 anderen Häftlingen am sogenannten Todesmarsch Richtung Süden teil. Als er am 29. April von den Amerikanern befreit wurde, wog Hope nur noch 40 Kilogramm.

Bis 1948 blieb er in einer Klinik für sogenannte „Displaced Persons“ in Gauting, in der Nähe von München. Dort lernte er seine spätere Ehefrau Nadja kennen und wurde aufgrund seiner traumatischen Vergangenheit nikotinsüchtig und alkoholkrank. 1952 erzählte ihm jemand vom „Rezept Gott“ und er schaffte es, sich von Tabak und Alkohol loszusagen. Hope bekehrte sich und wurde Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er hat es geschafft, zu verzeihen. Als er 15 Jahre nach Kriegsende in Feldmoching zufällig seinen schlimmsten KZ-Peiniger traf, reichte er ihm die Hand, statt ihn anzuzeigen. 1961 wanderte er in die USA nach Kalifornien aus und gab sich den Namen Hope - Hoffnung. Hope sprach zeitlebens eine Mischung aus Russisch, Deutsch und Englisch.

Sein Name war sein Programm
„Meine Botschaft lautet wie mein neuer Name: Hoffnung. Solange die Menschen mit Gott sind, solange sie die göttlichen Gebote achten, solange ist die Hoffnung für alle da“, sagte Hope in einem Interview mit Merkur.de im Mai 2017. „Von seinem Geist her hat er immer an die Hoffnung geglaubt … und das ist viel einfacher zu buchstabieren als zu leben“, schreibt sein Sohn, George Hope, auf einer GoFundMe-Seite, die eingerichtet wurde, um die hohen Krankenhauskosten und Kosten der Beisetzung decken zu können.

In Calistoga/Kalifornien wurde er zu einem Eckpfeiler der St. Helena Seventh-Day Adventist Church, baute über 150 Häuser, zahlreiche Schwimmbäder und übernahm einen Grossteil der Zementbauarbeiten der Stadt. „Sein handwerkliches Geschick und seine harte Arbeit trugen dazu bei, die Stadt zu prägen, und seine Freundlichkeit und Integrität hinterliessen einen noch grösseren Eindruck im Leben derer, die ihn kannten. Nick Hopes Leben war ein Zeugnis für die Stärke des menschlichen Geistes und die Kraft des Glaubens und der Vergebung“ heisst es in seinem Nachruf.

Besuche in Deutschland
Seit 2017 war Nick Hope mehrfach in Dachau zu Besuch, zuletzt im Mai 2024 zum Gedenktag des Todesmarsches. „Wenn ich hinfalle, bin ich tot … Ich bete immer, dass nie mehr, nie mehr, nie mehr, nie mehr so eine grausame, schreckliche Tragödie der ganzen Menschheit widerfährt. Ich bete immer für Frieden, Freiheit, Liebe“, sagte Hope damals der Süddeutschen Zeitung (SZ). In einem Nachruf der SZ wird berichtet, Hope sei nie ein „professioneller Zeitzeuge“ gewesen, der seine Geschichte routiniert abspulen konnte – aber genau deshalb seien seine Worte von unvergleichlicher „Intensität“ gewesen.

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