Methodisten und römische Katholiken im Dialog

Wien/Österreich | 14.10.2005 | APD | Ökumene

Die Internationale Dialogkommission des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen (der römisch-katholischen Kirche) und des Weltrates Methodistischer Kirchen (WMC) wird sich vom 22. bis 27. Oktober in Klosterneuburg bei Wien zu Ihrer achten Dialogrunde treffen. Neben den theologischen Beratungen und Gesprächen findet auch ein kirchliches Rahmenprogramm statt, so unter anderem der Besuch eines römisch-katholischen und eines evangelisch-methodistischen Gottesdienstes.

Die Internationale Dialogkommission hat seit ihrer Einsetzung im Jahre 1967 jedes Jahr getagt und ihre Berichte in einem Rhythmus von etwa fünf Jahren dem Vatikan und der Vollversammlung des Weltrates Methodistischer Kirchen zur Annahme vorgelegt. Bisher hat die Dialogkommission sieben Berichte verfasst (siehe "Kästchen" unten).

Von methodistischer Seite nehmen folgende Theologen an den Gesprächen teil: Pfarrer Prof. Geoffrey Wainwright, Duke University, USA (Co-Vorsitzender); Pfarrer Dr. David Chapman, Horsham, Grossbritannien; Pfarrer Prof. James Haire, Canberra, Australien; Bischof Scott J. Jones, Wichita, Kansas, USA; Frau Gillian Kingston, Birr, Irland: Pfarrer Prof. Helmut Nausner, Wien, Österreich; Bischof Zablon Nthamburi, Nairobi, Kenia; Pfarrer Dr. George H. Freeman, Lake Junaluska, USA (Sekretär)

Die römisch-katholische Kirche wird vertreten durch: Bischof Michael Putney, Townsville, Australien (Co-Vorsitzender); Bischof Michael Evans, Norwich, Grossbritannien; Schwester Lorelei Fuchs, SA, New York, USA; Pfarrer Dr. Paul McPartlan, London, Grossbritannien; Pfarrer Prof. George Tavard, Brighton, USA; Kardinal Peter Turkson, Cape Coats, Ghana; Erzbischof James Weisgerber, Winnipeg, Kanada und Pfarrer Donald Bohlen, Vatikan (Sekretär).

Der Weltrat Methodistischer Kirchen (WMC) wurde 1881 in London (Grossbritannien) gegründet und war einer der ersten weltweiten Zusammenschlüsse von Kirchen. Heute vertritt der WMC über 70 Millionen getaufte Christen in 130 Nationen. Insgesamt 74 Mitgliedskirchen gehören dem Weltrat an. Er hat seinen Sitz in Lake Junaluska, im US-Bundesstaat North Carolina.

Neben dem Dialog mit der römisch-katholischen Kirche haben die Methodisten auf Weltebene bereits bilaterale Gespräche mit dem Lutherischen Weltbund (1979–1984), dem Reformierten Weltbund (1992–1996) sowie den Anglikanischen Kirchen (1992–1996) geführt.

Die römisch-katholische Kirche ist die zahlenmässig grösste Konfession innerhalb des Christentums. Heute gehören ihr weltweit etwa 1,25 Milliarden Gläubige an. Äusseres Merkmal der Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Kirche ist neben der gemeinsamen Glaubenslehre die Anerkennung des päpstlichen Primats, d.h. der spirituellen und juristischen Leitungsfunktion des Papstes.

Bereits 1960 wurde innerhalb der katholischen Kirche ein "Sekretariats zur Förderung der Einheit der Christen" errichtet. Dessen Name wurde 1988 durch Papst Johannes Paul II. in "Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen" (kurz: Einheitsrat) umgewandelt. Dieser Einheitsrat hat die Aufgabe, den ökumenischen Dialog und die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften zu fördern. Seit Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils hat der päpstliche Einheitsrat mit über zehn Kirchen und christlichen Weltgemeinschaften internationale theologische Dialoge geführt. Ausserdem steht der Rat mit einigen evangelikalen Gemeinschaften in Verbindung.

KÄSTCHEN:

Internationale Dialogkommission der Römisch-Katholischen Kirche und des Weltrates Methodistischer Kirchen

Liste der Dialogberichte nach Jahr und Themen:

1971 Denver-Bericht (Heiligung, Abendmahl, Autorität, Amt, die Kirche in der gegenwärtigen Welt, christliche Familie)

1976 Dublin-Bericht "Wachsen im Verständnis" (Gemeinsames Zeugnis heute, Evangelisation, Vorlaufende Gnade, Bekehrung, Spiritualität, Abendmahl,
Mischehen)

1981 Honolulu-Bericht "Auf den Weg zu einer Stellungnahme über den Heiligen Geist." (Lehre und Person des Heiligen Geistes, Heiliger Geist, Autorität, moralische Entscheidungen, Ehe)

1986 Nairobi-Bericht "Auf dem Weg zu einer Stellungnahme über die Kirche"
(Zeichen und Sakrament, Kirche und Sakrament, das Wort und die Kirche, die lokale Gemeinde, Wesen und Struktur der Kirche, Rolle der Leitung in der
Kirche)

1991 Singapur-Bericht: "Die apostolische Tradition" (Apostolische Lehre, Übermittlung und Aneignung, Apostolische Tradition: Amt und Ämter in der apostolischen Tradition)

1996 Rio de Janeiro-Bericht: "Das Wort des Lebens. Eine Stellungnahme zu Offenbarung und Glauben" (Offenbarung und Glaube, Lehre, Mission und sakramentales Leben)

2001 Brighton-Bericht "Die Wahrheit in Liebe sagen: Lehrautorität bei Katholiken und Methodisten"

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