Warning: Undefined array key "jahr" in /home/httpd/vhosts/apd.media/httpdocs/php/lib/APD/repository/NewsgroupRepository.php on line 40 APD - APD-INFORMATIONEN 6/2025 - JUNI 2025 (Adventistischer Pressedienst)

APD-INFORMATIONEN 6/2025 - JUNI 2025

Kirchenleitung der Adventisten (v.li.): S. Sigg, Präsident; R. Pieper, Exekutivsekretär; J. F. Stahlberger, Finanzvorstand. Fotos: © Sebastian Wöber/DSV

Adventisten in der Deutschschweiz bestätigen Kirchenleitung

Zürich/Schweiz | 30.06.2025 | APD | Schweiz

Am 22. Juni 2025 haben rund 150 Delegierte aus den adventistischen Ortsgemeinden der Deutschschweiz und offizielle Delegierte René Pieper als Exekutivsekretär sowie Jascha Felix Stahlberger als Finanzvorstand für weitere vier Jahre in ihrem Amt bestätigt.

Stephan Sigg wurde bereits in der ersten Generalversammlung des Jahres, am 30.03.2025, als Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt.

Gewählt wurden auch die vom Nominierungsausschuss vorgeschlagenen Personen als Bereichsmitarbeitende für die Wahlperiode 2025 – 2029.

Strukturreform und Leitbild
Die an der Delegiertenversammlung im März vorgeschlagenen Änderungen an der Broschüre „Strukturreform 2025“ sowie Anpassungen im Leitbild der Deutschschweizerischen Vereinigung (DSV) wurden angenommen. Es ist geplant, beide Dokumente auf der Webseite der Kirche zu publizieren.

Berichte
Dem Bericht des Präsidenten über die vergangenen zwei Jahre ist unter anderem zu entnehmen, dass sich die Mitgliederzahl der Deutschschweizer Adventisten von 2023 auf 2024 um eine Person auf 2605 erhöhte. Positiv wird vermerkt, dass es keine Lücken in der Pastorenschaft gibt, dass das eingeführte Bereichsmodell Synergien ermöglicht, dass das erste Projekt der Laienpredigerausbildung erfolgreich verlaufen ist und dass die finanzielle Situation der Kirche gesund ist. Unter Herausforderungen und Problemfelder wird im Bericht erwähnt, dass die strategische und operative Führung der DSV stark beansprucht wird, vor allem aufgrund der assoziierten Institutionen und Vereine, in denen die Leiter mitverantwortlich sind. Beklagt wird auch der Verlust der grossen Anzahl junger Menschen sowie der Rückzug von langjährigen Gemeindemitgliedern als stiller Exodus. Die „traditionellen“ Bahnen der Evangelisation hätten nur mässigen Erfolg, so der Bericht und es brauche mehr Nachhaltigkeit und Innovation im Erreichen einer säkularen und diversen Gesellschaft. Der ethnischen Vielfalt in der Kirche solle nicht durch die Gründung weiterer ethnischer Gemeinden entsprochen werden, sondern durch stufenweise Inklusion in bestehende Gemeinden.

Finanzbericht
Der Finanzbericht der Adventisten in der Deutschschweiz (DSV) zeigt für die Jahre 2023 und 2024 eine stabile Entwicklung. Über 95 Prozent der Erträge stammen weiterhin aus den sogenannten „Zehnten“ – freiwilligen Spenden der Kirchenmitglieder nach biblischem Vorbild. Im Jahr 2023 beliefen sich diese auf 8,8 Millionen Franken, 2024 lagen sie bei 8,1 Millionen Franken. Trotz des leichten Rückgangs liegt das Spendenaufkommen damit weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt. Die Erträge der DSV werden für Personalkosten, Ausgaben der verschiedenen Arbeitsbereiche, Verwaltungskosten, Subventionen kirchennaher Institutionen und die Weitergabe eines Teils der Erträge an das weltweite Kirchennetzwerk verwendet. Beide Jahre konnten jeweils mit Überschuss abgeschlossen werden. Die Kirche steht gemäss dem Finanzbericht finanziell solide da.

Der Bericht des Präsidenten und des Finanzvorstands sowie die Berichte aller Arbeitsbereiche der DSV mit den unterschiedlichen Schwerpunkten wurden verdankt und mit grossen Mehrheiten angenommen.

Anträge zu zwischenkirchlichen Beziehungen
Am 21. März 2025 wurden die Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz Mitglied im Dachverband Freikirchen.ch. (Siehe dazu die APD-Meldung: https://apd.media/news/archiv/16700.html). Aufgrund von Kommunikationslücken bezüglich dieser Mitgliedschaft mit den Ortsgemeinden sowie vorgängig bestehender Bedenken hinsichtlich Mitgliedschaften in interkonfessionellen Organisationen wurden Anträge von zwei Delegierten sowie zwei Gruppen von Delegierten zur Klärung und Information bezüglich der Mitgliedschaft im Dachverband gestellt. Ein Antrag forderte auch den Austritt aus dem Dachverband. Nach Information und Diskussion im Plenum wurden alle Anträge, welche die zwischenkirchliche Zusammenarbeit einschränken oder verunmöglichen wollten, mit grossen Mehrheiten abgelehnt. Damit wurde der eigeschlagene Weg der Kirchenleitung bezüglich zwischenkirchlicher Beziehungen bestätigt.

Adventisten in der Schweiz und weltweit
Die Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz sind nach dem Vereinsrecht organisiert und teilen sich in zwei Kirchenregionen: die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (DSV), mit Sitz in Zürich und die Fédération des Eglises Adventistes du 7e jour de la Suisse romande et du Tessin (FSRT), mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Kirchenleitung, die Schweizer Union, mit Sitz in Zürich. Ende 2024 lebten 4.853 getaufte adventistische Christen und Christinnen in der Schweiz.

Adventistische Institutionen und Werke in den Sprachregionen der Schweiz
Die Adventisten in der Schweiz führen die Privatschulen A bis Z in Zürich und in Reinach/AG, zwei Jugendhäuser, in St. Stephan/BE und Les Diablerets/VD, drei Alters- und Pflegeheime in Krattigen/BE, Oron-la-Ville und Epalinges bei Lausanne, den Advent-Verlag Schweiz in Krattigen/BE sowie eine Versandstelle für französische Bücher in Renens/VD. Im Weiteren unterhalten sie das Hope Bibelstudien-Institut (HBI) und das Religionspädagogische Institut (RPI) in Zürich sowie das Institut d'Etude de la Bible par Correspondance (IEBC) in Renens. In Gland/VD befindet sich die Klinik La Lignière, die auf Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen, neurologischen, orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen sowie auf Nachbehandlung bei Krebs spezialisiert ist. https://la-ligniere.ch/

Gesamtschweizerische Institutionen der Adventisten
Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich. Das Büro befindet sich in Aarau. ADRA Schweiz ist ein ZEWO-zertifiziertes Partnerhilfswerk der Glückskette. Das Hilfswerk ist in der Schweiz mit rund 30 Ortsgruppen im sozialen Bereich tätig und unterhält diverse ADRA Shops (Bern, Biel/Bienne, Genf, Lausanne, Thurgau, Yverdon, Zürich), die Güter des täglichen Bedarfs an Bedürftige abgeben. Im Ausland arbeitet ADRA Schweiz mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, primär mit Katastrophen- und Entwicklungshilfeprojekten.

Der Adventistische Pressedienst APD Schweiz, Basel, richtet seine Dienste vor allem an säkulare und kirchliche Medien.

Die Schweizerische Liga Leben und Gesundheit (LLG), Zürich, bietet mit ihren Seminaren in rund 40 Ortsgruppen ganzheitliche Gesundheitsförderung an: körperlich, seelisch, spirituell und sozial.

Zwischenkirchliche Kontakte
Die Adventisten in der Schweiz sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Beobachterstatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). Die Adventisten in der Deutschschweiz sind seit 2025 Mitglied im Dachverband Freikirchen.ch. In drei kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen sind sie Mitglieder und in drei weiteren haben sie den Gaststatus.

Webseite der Adventisten in der Deutschschweiz: www.adventisten.ch
Webseite der Adventisten in der Romandie und im Tessin: www.adventiste.ch

Statistiken zu den Adventisten in der Schweiz:
https://adventisten.ch/kontakt/presse/

Adventisten weltweit
Die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die in 212 Ländern und Gebieten vertreten ist, verzeichnete laut der letzten Statistik eine Zunahme der Mitgliederzahlen zwischen 2012 und 2024 von 17,5 Millionen auf 23,6 Millionen. Die meisten Mitglieder leben in Afrika, gefolgt von Lateinamerika, Asien, Nordamerika, Europa und Australien/Neuseeland).

Statistiken zu den Adventisten weltweit:
https://www.adventistarchives.org/quick-statistics-on-the-seventh-day-adventist-church

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Ordinations-Gottesdienst an der Jährlichen Konferenz der Methodisten in Langenthal. Foto: © Sigmar Friedrich/EMK Schweiz

Konferenz der Methodisten: Fortführung der «Schlagerfamilie» und mehr «Umweltgerechtigkeit»

Zürich/Schweiz | 30.06.2025 | APD | Schweiz

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich-Nordafrika hat auf ihrer Jährlichen Konferenz (Kirchenparlament) beschlossen, die «Umweltgerechtigkeit zu stärken», beispielsweise durch den Ersatz von bisher mit fossilem Brennstoff betriebenen Heizungen. Das erfolgreiche Vorzeigeprojekt «Schlagerfamilie» soll fortgeführt werden, heisst es in der Medienmitteilung der EMK.

Die «Schlagerfamilie», die sich seit dem Jahr 2019 an Personen richtet, die einsam leben, chronisch krank sind oder grosse soziale Sorgen haben – von denen sich viele im Umfeld der Volks- und Schlagermusikszene bewegen –, hat sich mit seinen Gemeinschafts- und Seelsorgeformaten inzwischen zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt. Sie erreicht auf einem Spartensender über 10.000 TV-Zuschauer.

Zukünftige Finanzgrundlage der «Schlagerfamilie»
Die Kosten dieses mittlerweile etablierten Arbeitsbereichs, die sich auf rund 130.000.– CHF pro Jahr belaufen, werden in den kommenden beiden Jahren weiterhin aus einem eigentlich zeitlich begrenzten Fonds für neue Projekte getragen. Danach wird über eine neue reguläre Finanzierungsform unter Erhöhung der durch die «Schlagerfamilie» selbst erwirtschaftbaren Mittel entschieden.

«Umweltgerechterer Betrieb»
Eine von der Jährlichen Konferenz 2023 eingesetzte Arbeitsgruppe hat den Betrieb der Kirche und ihrer Gemeinden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Umwelt analysiert. Den Delegierten wurden Empfehlungen vorgelegt, die der Erreichung des Ziels eines «umweltgerechteren Betriebs» dienen sollen.

Im Rahmen dieses Arbeitsschwerpunkts der Kirche und ihrer Gemeinden für die nächsten drei Jahre wird angeregt, beim Ersatz von Heizungen in Kirchengebäuden keine mehr mit fossilen Brennstoffen zu betreiben. Ausserdem sollen die Kirchgemeinden noch auszuarbeitende Handlungsempfehlungen für die Verpflegung bei kirchlichen Anlässen erhalten. Auch tritt die EMK der Koalition «Christ:innen für Klimaschutz» bei. Über den Stand der Umsetzung der Empfehlungen soll auf der Konferenz im Jahr 2027 berichtet werden.

Konferenzmotto «Verwurzelt wie im Himmel so … »
Den Delegierten wurden in einem Rahmenprogramm am Tagungswochenende in Referaten und Workshops detaillierte Glaubensimpulse im Sinne des Tagungsschwerpunkts gegeben.

Die Konferenz endete am Sonntag mit dem Konferenzgottesdienst, der Beauftragung der neuen Pfarrpersonen und einer Begegnungszeit mit Kinder- und Familienprogramm.

An der Jährlichen Konferenz nahmen rund 200 Delegierte – Pfarrpersonen wie Laienmitglieder – aus den Kirchgemeinden der Schweiz, Frankreichs, Belgiens und Nordafrikas teil. Sie sind paritätisch stimmberechtigt.

Methodisten
Die EMK ist eine evangelische Freikirche mit rund 4.000 Kirchenzugehörigen in 62 Kirchgemeinden an gegen hundert Standorten in der Schweiz. Sie ist Mitglied der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS) sowie des Verbandes Freikirchen Schweiz (VFG). Die EMK ist Teil der United Methodist Church (UMC) mit weltweit etwa 12 Millionen Mitgliedern.

Videozusammenfassungen zur Jährlichen Konferenz
Teil 1 (Länge 5:39 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=bfVyFJaDTCs
Teil 2 (Länge 4:05 Min.): https://www.youtube.com/watch?v=NgK7F_bypEg

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Screenshot des Covers der BFS-Studie «Religion und Spiritualität in der Schweiz» (2024). Cover: © Publishing und Diffusion PUB, BFS

Gemäss Studie des Bundesamts für Statistik entwickeln sich die Freikirchen gegen den Trend

Pfäffikon, ZH/Schweiz | 30.06.2025 | APD | Schweiz

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am 23. Juni neue Zahlen zu «Religion und Spiritualität in der Schweiz» für 2024 vorgelegt. In der Erhebung zu Sprache, Religion und Kultur (ESRK) werden die Freikirchen erstmals namentlich erwähnt, so der Dachverband Freikirchen.ch.

«Die Schweiz ist historisch gesehen ein christliches Land. (…) Heute besteht in der Schweiz eine grosse religiöse und konfessionelle Vielfalt und auch die Zahl der Personen ohne Religionszugehörigkeit wächst. (…) Die erhobenen Informationen sind eine wichtige Datenquelle für Diskussionen, politische Entscheide und die Förderung des Zusammenlebens in der Schweiz», schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS).

Christentum schrumpft, nicht aber Freikirchen
Entgegen dem Titel in der Medienmitteilung des BFS «Rückgang von Glaube und religiöser Praxis setzt sich fort» entwickeln sich Freikirchen gegen den Trend. Der Anteil von Freikirchen – inklusive anderer evangelischer und übriger christlicher Gemeinschaften – belief sich konstant auf 6 Prozent. Trotz einer rückläufigen Tendenz bleibt das Christentum in der Schweiz die am stärksten verbreitete Religion. 2023 war die Bevölkerung zu 31 Prozent römisch-katholisch und zu 19 Prozent evangelisch-reformiert. Der Dachverband Freikirchen findet es erstaunlich, dass 51 Prozent der Bevölkerung der Aussage «Mehr spirituelles Denken würde der Gesellschaft gut tun» eher oder voll und ganz zustimmen und dass die Hälfte der Bevölkerung demnach an ein Leben nach dem Tod glaubt.

Mehr Beten, Bibellesen und Gottesdienstbesuch
Bezüglich Religiosität und Spiritualität lassen sich Unterschiede zwischen den Religionsgemeinschaften beobachten. Ein Drittel der römisch-katholischen Bevölkerung bezeichnet sich als religiös und spirituell, während es bei den evangelisch-reformierten Personen knapp ein Viertel ist. Bei Freikirchen beträgt dieser Anteil fast 50 Prozent. Gemäss BFS ist es in den letzten zehn Jahren die regelmässige Lektüre spiritueller Bücher, Zeitschriften oder Beiträge im Internet (Zunahme von 13 Prozent auf 20 Prozent) beliebter geworden. Die Zunahme spiritueller Lektüre ist unter den Angehörigen von Freikirchen (+21 Prozentpunkte), den Reformierten (+12 Prozentpunkte) sowie den 15–24-Jährigen (+13 Prozentpunkte) am grössten.

Freikirchen in der Kategorie «andere christliche Gemeinschaften»
In der Studie werden die Freikirchen unter «andere christliche Gemeinschaften» zusammengefasst. Zu dieser Kategorie zählt das BFS regionale freie evangelische Gemeinden (FEG, FREE), internationale evangelische Gemeinden, aber auch baptistische, täuferische, charismatische und adventistische Gemeinden sowie Heiligungs-, Pfingst- und Endzeitgemeinden. Dazu kommen ostkirchlich-orthodoxe Kirchen und andere christliche Ostkirchen, die evangelisch-lutherischen Kirchen, andere auf die Reformation zurückgehende Kirchen sowie internationale christliche Gemeinschaften, anglikanische und christkatholische sowie ökumenische Gemeinden.

Zur BFS-Studie «Religion und Spiritualität in der Schweiz»:
https://www.news.admin.ch/de/newnsb/Dmk80u4N29u8rXaGtKajo

Dachverband Freikirchen.ch
Freikirchen.ch ist der Dachverband der Freikirchen und christlicher Gemeinschaften in der Schweiz. Er ist ein nationaler Kirchenverband mit 20 freikirchlichen Bewegungen aus der Deutschschweiz, zu denen über 750 örtliche Kirchen mit ihren diakonischen Werken gehören. Zusammen mit dem Réseau évangélique suisse (RES) vertreten die Freikirchen in der Schweiz rund 1000 Kirchen. Neben der Schweizer Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche Schweiz versteht sich der Dachverband Freikirchen.ch als dritte Kraft der christlichen Kirchen in der Schweiz und als Sprachrohr für die gemeinsamen Anliegen der Freikirchen. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz ist seit 2025 Mitglied im Dachverband der Freikirchen.

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Zivi im Einsatz bei Menschen im Alters- und Pflegeheim © Foto: Bundesamt für Zivildienst ZIVI

Faktische Abschaffung des Zivildienstes durch den Nationalrat

Bern/Schweiz | 30.06.2025 | APD | Schweiz

Die Evangelische Volkspartei (EVP) zeigt sich laut Medienmitteilung «tief enttäuscht» über die Annahme einer Motion der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, welche die rasche Einführung einer sogenannten Sicherheitsdienstpflicht verlangt.

Damit würde laut EVP ein bewährtes und über viele Jahre erkämpftes Erfolgsmodell aufgegeben – und dem Schweizer Milizsystem geschadet. Die EVP lehne diesen unausgereiften Schnellschuss entschieden ab und ruft den Ständerat auf, die Motion zu stoppen.

Die vorgeschlagene Sicherheitsdienstpflicht führe de facto zur Abschaffung des heutigen Zivildienstes, so die Partei. Durch die erzwungene Zusammenlegung von Zivildienst und Zivilschutz im neuen «Katastrophenschutz» würden nicht nur zwei völlig unterschiedliche Dienstformen vermischt, sondern wohl auch viele wichtige Einsatzbereiche verloren gehen und somit zu einer massiven Verkleinerung und Schwächung des Zivildienstes in seiner heutigen Form führen. Mögliche betroffene Bereiche: Schulwesen, Landwirtschaft, Kulturgütererhaltung, Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. «Gerade in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft mehr denn je auf solidarisches Engagement angewiesen ist, wäre dies ein fataler Rückschritt», schreibt die EVP.

«Die Schweiz braucht eine starke Armee und einen starken Zivilschutz. Sie braucht aber auch einen starken Zivildienst. Das eine zu stärken, indem man das andere schwächt, ist der falsche Weg», sagt Lilian Studer, Präsidentin EVP Schweiz.

«Zivis übernehmen heute unentbehrliche Aufgaben und leisten einen unerlässlichen Beitrag für unsere Gesellschaft. Die Sicherheitsdienstpflicht schwächt den Zivildienst und damit die Gesellschaft als Ganzes», folgert Elia Gerber, politischer Sekretär der GSoA.

EVP: Teurer Blindgänger des Nationalrats
Die Motion stütze sich auf keine nachvollziehbare Bedarfsanalyse im Bereich des Zivilschutzes, so die EVP. Zudem würde die Umsetzung der Sicherheitsdienstpflicht über 900 Millionen Franken an einmaligen Kosten verursachen – und zusätzlich jährlich 900 Millionen Franken an Folgekosten. Angesichts der aktuellen finanziellen Herausforderungen sei eine so weitreichende und kostspielige Entscheidung überstürzt und nicht vernünftig, so die EVP. Dies und die aktuelle Finanzlage des Bundes sei auch der Grund, weshalb der Bundesrat eine solche Sicherheitsdienstpflicht ablehne, schreibt die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA).

Wiedereinführung der Gewissensprüfung prüfen
Aus derselben Kommission folge in dieser Session ein Postulat, welches den Bundesrat beauftragen will, die Wiedereinführung der Gewissensprüfung zu prüfen. Auch dieses Anliegen gelte es klar abzulehnen, schreibt die Partei. Ausserdem beurteilt die EVP die geplanten Änderungen des Zivildienstgesetzes sehr kritisch, die ebenfalls in dieser Session diskutiert werden.

«Die Absicht der Kommissionsmehrheit ist offensichtlich: Getarnt als Sicherheitsdienst, will sie in erster Linie den Zivildienst schwächen. Damit schiessen wir uns ins eigene Bein», sagt Marc Jost, EVP-Nationalrat.

GSoA: Nationalrat geht ersten Schritt zur faktischen Abschaffung des Zivildienstes
Am 5. Juni folgte der Nationalrat seiner Sicherheitspolitischen Kommission und unterstützte durch die Annahme einer Motion die sofortige Einführung der Sicherheitsdienstpflicht. Damit werde der Zivildienst erheblich geschädigt schreibt die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) auf ihrer Webseite und fordert den Ständerat auf, «diesen fatalen Schritt dringend zu korrigieren».

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Titel des Factsheets zum Welttag ohne Tabak 2025. © Screenshot: Sucht Schweiz

Weltgesundheitsorganisation (WHO) will die Strategien der Tabak- und Nikotinindustrie aufdecken

Lausanne/Schweiz | 30.06.2025 | APD | Schweiz

Zum «Welttag ohne Tabak», am 31. Mai 2025, zielte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf ab, jene Strategien der Tabak- und Nikotinindustrie aufzudecken, die ihre Produkte vor allem bei jungen Menschen beliebt machen, schreibt Sucht Schweiz.

Unter dem Motto Die Maske entreissen - die Taktiken der Tabakindustrie entlarven machte die WHO in der diesjährigen Kampagne zum 31. Mai auf die «perfiden Techniken» der Tabak- und Nikotinindustrie aufmerksam, so die Stiftung. Diese seien durch schmackhafte Aromen, attraktive Verpackungen und farbenfrohe Designs oder gezieltes Onlinemarketing darauf ausgerichtet, insbesondere junge Menschen anzusprechen und frühzeitig in die Nikotinsucht zu treiben und somit neue Kundschaft zu gewinnen.

Die Stiftung Sucht Schweiz forderte zum «Welttag ohne Tabak», dass auch in der Schweiz strengere Massnahmen zum Schutz der Jugend ergriffen werden. Das Parlament müsse dem helvetischen Sonderfall bei den Verpackungen ein Ende bereiten.

Die Schweiz hinkt hinterher
Internationale Erfahrungen zeigten, dass neutrale Verpackungen – also schlichte, einheitlich gestaltete Packungen ohne Logos und mit grossen Warnhinweisen – ein wirksames Mittel der Tabakprävention seien, so Sucht Schweiz. 29 Länder, darunter Australien, Frankreich und Grossbritannien, haben demnach solche Massnahmen bereits umgesetzt und konnten einen Rückgang des Tabakkonsums, insbesondere bei jungen Menschen, feststellen. «Die Schweiz bleibt in diesem Bereich weit hinter internationalen Standards zurück und die Zigarettenverpackungen in der Schweiz gehören weiterhin zu den «attraktivsten» in Europa», schreibt die Stiftung. Zwar seien mit dem neuen Tabakproduktegesetz (TabPG) Warnhinweise auf Verpackungen überarbeitet worden, doch das Design der Packungen bleibe weiterhin ein effektives Werbemittel der Industrie: «Logos, Farben und Markenelemente bleiben sichtbar, was die Attraktivität der Produkte insbesondere für junge Menschen erhöht», so Sucht Schweiz.

Es besteht Handlungsbedarf
Die aktuellen Massnahmen reichten nicht aus, um die Verführungstaktiken der Tabakindustrie einzudämmen. Die Einführung neutraler Verpackungen wäre ein entscheidender Schritt zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Jugendlichen in der Schweiz. 2023 verabschiedeten die Mitglieder der Jugendsession eine Petition für die verbindliche Einführung von Einheitsverpackungen für sämtliche Rauschmittel. Nachdem der Nationalrat die Petition abgelehnt hatte, habe der Ständerat nun in der kommenden Sommersession die Chance, die Lücke in der helvetischen Gesetzgebung zu schliessen und einen wichtigen Fortschritt für den Jugendschutz zu erzielen, schreibt die Stiftung.

Zur Petition der Jugendsession 2023:
https://forderungen.jugendsession.ch/de/demand/373/show

Factsheet zum Welttag ohne Tabak 2025: «Eine attraktive Verpackung für ein tödliches Produkt: Die Strategie der Tabakindustrie».
https://www.suchtschweiz.ch/wp-content/uploads/2025/05/250416_TNT-factsheeet-emballage_DE.pdf

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Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo kommen in Uganda an. © Foto: World Vision

Flüchtlingssabbat und Flüchtlingssonntag – Zusammen leben und zusammen wachsen

Bern/Schweiz | 30.06.2025 | APD | Schweiz

Der nationale Flüchtlingstag fand in der Schweiz am dritten Samstag im Juni statt, der Weltflüchtlingstag am 20. und der Flüchtlingssonntag am 22. Juni. Die christlichen Kirchen und die jüdische Gemeinschaft haben einen Aufruf zum Flüchtlingssabbat und Flüchtlingssonntag gemacht.

Darin schreiben sie: „Flucht und Vertreibung reissen Menschen aus ihrem Leben. Wer in der Schweiz Schutz sucht, bringt Hoffnung mit: die Hoffnung auf ein sicheres Zuhause, auf eine Zukunft in Würde, auf eine Gesellschaft, in die man sich einbringen kann. Integration ist kein Selbstläufer, sondern ein gemeinsamer Prozess. Damit geflüchtete Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, braucht es gezielte Massnahmen und die Bereitschaft aller, das Zusammenleben zu gestalten.“

In der Schweiz gebe es zahlreiche positive Beispiele gelungener Integration: Die Geflüchteten lernten die Landessprachen, bildeten sich weiter, arbeiteten oder engagierten sich in Vereinen, so die Kirchen und die jüdische Gemeinschaft. Es gehe nun darum, die Integration gelingen zu lassen, indem die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben werde.

Zum Appell der christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinschaft:
https://www.eks-eers.ch/fluechtlingssonntag-2025-zusammen-leben-und-zusammen-wachsen/

Impulse und Materialien für Kirchgemeinden von HEKS:
https://www.heks.ch/werkzeugkoffer/flucht-und-migration

Zur Kampagnenseite der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zum Flüchtlingstag 2025: „Zusammen leben - zusammen wachsen“:
https://www.fluechtlingshilfe.ch/fluechtlingstag-2025

Bericht von World Vision im Vorfeld des Weltflüchtlingstages (Englisch)
https://www.worldvision.ch/wp-content/uploads/2025/06/Hunger-harm-and-hard-choices.pdf

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Cover des Jahresberichts 2024 von inforel. © Screenshot: inforel

inforel 2024 - Projektvielfalt und Wechsel in der Geschäftsstelle - Jahresbericht 2024 erschienen

Basel/Schweiz | 30.06.2025 | APD | Schweiz

Im Jahresbericht 2024 des Basler Vereins «inforel – Information Religion» wird laut CBS KULTUR INFO über die laufenden, vielfältigen Projekte und den erfolgreichen Stellenwechsel in der Geschäftsleitung informiert.

Zu den Schwerpunkten des Jahres 2024 zählten: die Organisation und Vernetzung für die «Woche der Religionen beider Basel 2024» im November; die Beobachtung und Begleitung des Projekts «Speak Up! Videoprojekt für Jugendliche gegen Juden- und Muslimfeindschaft». Das Projekt soll dauerhaft gefördert und zu den sozialen Einrichtungen der Region gebracht werden. Die bisherigen Projektträger, die Basler Muslim Kommission, die Israelitische Gemeinde Basel und der «Runde Tisch der Religionen beider Basel» betrauten inforel mit der Aufgabe, die Idee von «Speak Up!» zu übernehmen und weiterzuentwickeln. Im vergangenen Jahr beschäftigte sich inforel ferner in einem Forschungsprojekt mit der Frage, ob die säkulare Sozialarbeit in der Region Basel Berührungsängste oder Sensibilität zum Themenbereich Religion und Religiosität aufweist. Daraus entstand die Publikation «Über Religion sprechen! Im Kontext von Beratung und Begleitung», welche die Erfahrungen von 10 Basler Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in den Blick nimmt. Das Heft entstand in Kooperation mit Fachstelle Integration und Antirassismus Basel-Stadt, der Berner Fachhochschule und dem reformierten Pfarramt für weltweite Kirche BS/BL.

Projektaufträge der Universität Basel
Auch die Universität Basel beauftragte inforel im Berichtsjahr mit drei Projekten: Zum einen wurde ein Praktikumstag für Studierende der Religionswissenschaften durchgeführt, darauf ein vierstündiger Stadtspaziergang für ein Blockseminar mit Studierenden aus Basel (Christliche Theologie) und Berlin (Islamische Theologie). Grundlage war der inforel-Audioguide «Sound of Religion», welcher durch ein Seminar mit Studentinnen und Studenten der Theologie, Religionswissenschaften und Jüdischen Studien zusammen mit «Radio X» erweitert wurde. Der neue Audioguide 2025 macht Religionsgemeinschaften der städtischen Peripherie hör- und erlebbar.

Wechsel in der Geschäftsstelle
Die langjährige Stellenleiterin Karima Zehnder beendete nach zehn erfolgreichen Jahren Ende Dezember 2024 ihre inforel-Tätigkeit, und wandte sich neuen beruflichen Herausforderungen zu. Die bisherige wissenschaftliche Mitarbeiterin Swantje Liebs übernahm am 1. Januar 2025 die inforel-Fachstelle.

Online-Datenbank zu Religionsgemeinschaften und religiösen Institutionen im Raum Basel
Herzstück von inforel bildet nach wie vor die Online-Datenbank zu Religionsgemeinschaften und religiösen Institutionen im Raum Basel. Die laufende Datenbankführung ist laut CBS KULTUR INFO eine aufwändige ethnografische Religionsforschung. Inforel beobachtet und dokumentiert die religiösen Praktiken, Symbole und Gemeinschaften in ihrem spezifischen sozialen und kulturellen Kontext im Raum Basel. Neben der Aktualisierung der Eintragungen zählen auch Besuche bei den Religionsgemeinschaften. Der Zugang zur Datenbank findet man unter:
https://www.inforel.ch/wissen/portraets-der-religionscommunity

Ergebnisrechnung
Die Ergebnisrechnung des Vereins für 2024 schloss mit einem Verlust von CHF 1'675.50, was vor allem mit dem gestiegenen Aufwand für Projekte und Personal zusammenhängt. Da inforel ihr finanzielles «Fundament» auf verschiedene fördernde Institutionen (Kantonalkirchen und Stiftungen) sowie Unterstützende (Kirchengemeinden) aufbaut, ist die Präsidentin Monika Hungerbühler zuversichtlich, dass inforel 2025 wieder mit einer positiven Ertragsrechnung rechnen darf.

Zum Jahresbericht 2024 von inforel:
https://www.inforel.ch/dateien/bilder/24-inforel-jahresbericht-bilanz.pdf

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Poster: © General Conference of SDA

62. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Adventisten in St. Louis (USA)

St. Louis, Missouri/USA | 30.06.2025 | APD | International

Vom 3. bis 12. Juli findet die alle fünf Jahre tagende Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten statt. Veranstaltungsort ist das America’s Center in St. Louis im US-Bundessaat Missouri.

Bereits 2005 und 2022 fanden die adventistischen Weltsynoden in St. Louis statt. Die letzte Weltsynode wurde damals aufgrund der Coronavirus-Pandemie um zwei Jahre verschoben. Die Veranstaltung wird grösstenteils online übertragen.

In den Geschäftssitzungen unter der Woche vertreten 2.818 stimmberechtigte Delegierte die weltweit über 23 Millionen adventistischen Kirchenmitglieder. Das Motto der diesjährigen Weltsynode lautet „Jesus kommt, ich werde gehen!“ was die Hoffnung der Adventisten auf die Wiederkunft Christi und die Bedeutung des Engagements der Kirchenmitglieder zum Ausdruck bringen soll.

Auf der Agenda stehen neben den Wahlen der adventistischen Weltkirchenleitung und der teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) eine Reihe von kleineren Änderungen in der weltweiten adventistischen Gemeindeordnung, eine Neuordnung einiger Kirchenregionen in Asien, Afrika und Lateinamerika und die Verabschiedung eines strategischen Plans für die Jahre 2025-2030.

Musikalische Darbietungen
Tägliche Musikprogramme bieten den Teilnehmern Momente der Andacht und Besinnung durch vielfältige Darbietungen aus aller Welt. Dreimal täglich finden 30 Minuten vor Beginn der Vormittags-, Nachmittags- und Abendveranstaltungen Konzerte auf der Hauptbühne statt. „Diese Momente der Besinnung sollen zu Beginn jeder Veranstaltung eine andächtige Atmosphäre schaffen“, sagte Williams Costa Jr., Kommunikationsdirektor der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) und Musikkoordinator der Weltsynode. Zur Mittagszeit finden im benachbarten Ferrara Theater mit 1.400 Plätzen einstündige Musikvorführungen statt, die die Vielfalt der weltweiten Kirche präsentieren sollen.

Filmvorführung „Echo des Glaubens“
Das Doku-Drama „Echo of Faith“ (Originaltitel: Echo des Glaubens) über die Geschichte des Ortes und der Hochschule Friedensau (bei Magdeburg) feiert im Rahmen der Weltsynode seine Premiere in englischer Synchronfassung. Die öffentliche Vorführung findet im „The Majestic Ballroom“ des Marriott Hotels statt, direkt gegenüber des America’s Center, wo die Weltsynode tagt. Die Termine sind am Samstag, 5. Juli um 17:45 Uhr, Sonntag, 6. Juli um 12:45 Uhr, Dienstag, 8. Juli um 12:45 Uhr und Donnerstag, 10. Juli um 17:45 Uhr (jeweils Ortszeit).

Der Film „Echo des Glaubens. Friedensau: Ein Ort des Glaubens und der Bildung“ erzählt die Geschichte des Ortes Friedensau, der 1899 gegründet wurde und 2024 sein 125-jähriges Gründungsjubiläum feierte. Aus der einstigen Missions- und Industrieschule mit einer Anzahl von Funktionsbauten entstand die Theologische Hochschule Friedensau, die 1990 die staatliche Anerkennung erhielt, und zahlreiche andere Einrichtungen, die das Wachstum und die Wandlung des Ortes widerspiegeln. Der Film entstand in den Sommermonaten 2024 in Friedensau und Umgebung (ausführliche APD-Meldung: https://apd.media/news/archiv/16376.html).

Ausstellung
In der über 21.000 Quadratmeter grossen Ausstellungshalle werden hunderte adventistische Organisationen, Verlage, Hochschulen, Krankenhäuser, Fernseh- und Radiostationen sowie Sozial- und Missionswerke ihre Aktivitäten vorstellen. Darunter aus Deutschland das Medienzentrum Hope Media Europe, die Theologische Hochschule Friedensau und aus der Schweiz die Rehabilitations-Klinik „La Lignière“.

Historie
Die Generalkonferenzen blicken auf eine 161-jährige Geschichte zurück, die 1863 begann, als die Siebenten-Tags-Adventisten ihre erste Vollversammlung in Battle Creek, Michigan, offiziell organisierten. Was als kleines Treffen von 20 Delegierten begann, hat sich zu einer globalen Veranstaltung entwickelt, die Zehntausende von Teilnehmern anzieht.

Historisch gesehen konzentrieren sich diese Versammlungen auf die Festlegung Glaubenslehren, des Auftrags und der Organisationsstruktur der Kirche. Im Jahr 1980 verabschiedete die Siebenten-Tags-Adventisten-Kirche während der Weltsynode in Dallas, Texas (USA), ihre 27 Glaubensüberzeugungen. Dies war ein bedeutender Moment in der Geschichte der Kirche, denn es war das erste Mal, dass die weltweite Organisation offiziell eine Erklärung zu Glaubenslehren verabschiedete. Im Jahr 2005, während der Weltsynode in St. Louis, erweiterte die Kirche diese auf 28 Glaubensüberzeugungen, indem sie den Punkt „Wachstum in Christus“ hinzufügte.

Live-Übertragung und Video-Report
Weitere Informationen über die diesjährige Weltsynode der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gibt es unter https://www.gcsession.org/
darunter auch der Live-Stream unter https://www.gcsession.org/live/.

In deutscher Sprache wird ein täglicher Video-Report vor Ort erstellt. Er wird täglich um 19 Uhr (MESZ) auf dem YouTube-Kanal der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland veröffentlicht und enthält Eindrücke vom Tagungsort, Interviews mit Delegierten, Stimmen zur Atmosphäre und Berichte zu wichtigen Entscheidungen, die auf der Weltsynode getroffen wurden. YouTube-Kanal: www.youtube.com/@adventistenDE.

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Volkmar Proschwitz, geschäftsführender Vorsitzender des AWW, bei einer Ansprache auf den Philippinen. Foto: © AWW

Weitere Pflegefachkräfte aus den Philippinen für adventistische Seniorenheime in Deutschland

Hannover/Deutschland | 30.06.2025 | APD | International

Der geschäftsführende Vorsitzende des Advent-Wohlfahrtswerkes (AWW), Volkmar Proschwitz, und Georg Remmert, Geschäftsführer der Seniorenheime Friedensau und Berlin-Steglitz, besuchten kürzlich die Philippinen, um weitere Pflegefachkräfte für AWW-Einrichtungen in Deutschland zu gewinnen.

Bereits 2024 wurde eine Kooperation mit der Adventist University auf den Philippinen (AUP) geschlossen, teilte Proschwitz auf der Internetseite des AWW mit. Die ersten philippinischen Fachkräfte sind Anfang 2025 in Deutschland angekommen und hätten ihre Tätigkeit in verschiedenen AWW-Einrichtungen aufgenommen.
(Siehe APD-Meldung https://apd.media/news/archiv/16713.html).

„Wir haben auf unserer Reise vor Ort mit 32 Kandidatinnen und Kandidaten persönliche Interviews geführt, um geeignete Pflegekräfte auszuwählen. Diese Gespräche sind ein zentraler Bestandteil unseres mehrstufigen Auswahlverfahrens. Nur durch den direkten Austausch können wir uns ein umfassendes Bild der Persönlichkeit, Motivation und Sprachkompetenz der Bewerberinnen und Bewerber machen", erläuterte Volkmar Proschwitz.

Die Interviews hätten in Englisch und Deutsch stattgefunden. So konnten die vorhandenen Deutschkenntnisse besser eingeschätzt werden. Besonders erfreulich sei das Gespräch mit der Präsidentin der Adventist University auf den Philippinen (AUP) und ihrem Leitungsteam gewesen. Dabei sei es unter anderem um eine vertiefte Zusammenarbeit, regelmässigen Austausch und die Unterstützung von Studierenden gegangen, die sich ihr Studium finanziell nicht leisten können. Mit dem Dekan der Fakultät für Krankenpflege diskutierten die beiden AWW-Geschäftsführer zudem über die Integration des deutschen Pflegecurriculums in das philippinische Studienprogramm der AUP.

Die Rekrutierung von Pflegefachkräften sei auf den Philippinen ausschliesslich über akkreditierte Vermittlungsagenturen möglich. Das Auswahlverfahren sei anspruchsvoll und mehrstufig. Für angehende Auszubildende sei dagegen der direkte Kontakt möglich. Voraussetzung für eine Einreise in Deutschland ist mindestens das abgeschlossene Sprachniveau A2 in Deutsch.

Sobald die philippinischen Ausreisegenehmigungen und deutschen Visa vorliegen, würden 20 ausgewählte Pflegekräfte nach Deutschland kommen, hofft Proschwitz. Der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegefachkräften in den AWW-Seniorenheimen in Uelzen, Friedensau bei Magdeburg und Neandertal bei Düsseldorf sei sehr hoch. Die Kandidatinnen und Kandidaten brächten nicht nur fachliches Know-how mit, sondern auch eine besonders wertschätzende Haltung gegenüber älteren Menschen. Die nächste Reise zur Auswahl weiterer Pflegekräfte sei für November 2025 geplant, mit dem Ziel, dass die nächsten Fachkräfte im Frühjahr 2026 nach Deutschland kommen.

Advent-Wohlfahrtswerk e. V.
Das Advent-Wohlfahrtswerk e. V. (AWW) mit Geschäftsstelle in Hannover wurde als Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten 1897 in Hamburg gegründet. Es ist in Deutschland Träger von Kindertagesstätten, einer Heilpädagogischen Tagesstätte, einer Einrichtung für Suchtberatung und Suchtbehandlung sowie einem Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen. Darüber hinaus ist das Advent-Wohlfahrtswerk e.V. Hauptgesellschafter etlicher gemeinnütziger Gesellschaften, zu denen Seniorenheime, Hospize, eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung und eine Schule gehören. Zudem trägt das AWW zahlreiche ehrenamtlich geführte Projekte der Flüchtlings- und Integrationshilfe sowie ehrenamtliche Helferkreise. Auch Selbsthilfegruppen für abhängigkeitskranke Menschen befinden sich in Trägerschaft des adventistischen Sozialwerks. Informationen: www.aww.info.

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Teilnehmende der Hills & Valleys Studienreise vor dem Krankenhaus Waldfriede (Berlin-Zehlendorf), mit Vorstand B. Quoss (3.v.li) Foto: © Hills & Valleys

Studienreise des christlichen Leadership-Projekts Hills & Valleys

Ostfildern/Deutschland | 30.06.2025 | APD | International

Hills & Valleys ist ein christliches, überkonfessionell ausgerichtetes Leadership-Projekt der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Teilnehmende des 18-monatigen Intensivtrainings konnten in einer abschliessenden Studienreise inspirierende Eindrücke sammeln.

Ziel des Projekts Hills & Valleys ist die Ermutigung, Ausbildung, aktive Unterstützung und Begleitung von ehren- und hauptamtlichen Leiterinnen und Leitern innerhalb der Kirche. Dazu gehören Gemeinde- und Jugendleitende ebenso wie Geistliche, Angestellte von kirchlichen Institutionen und Verantwortliche für einzelne Projekte. Darüber hinaus wendet sich Hills & Valleys an überzeugte Christen, die ihre Gaben und Verantwortung in der Gesellschaft einbringen.

Eindrücke aus der Studienreise
Inspirierende Einblicke und intensive Begegnungen ermöglichte die diesjährige Studienreise vom 20. bis 25. Mai den teilnehmenden Führungskräften des christlichen Leadership-Trainings Hills & Valleys. Die Gruppe aus 11 Teilnehmenden und zwei Teamcoaches fuhr von Berlin aus zunächst nach Frankfurt, Offenbach und Darmstadt, anschliessend weiter nach Wasserburg und München. Sie besuchte christliche Projekte, Kirchen, Unternehmen und Begegnungsstätten, bei denen ein Blick hinter die Kulissen der leitenden Personen möglich war. Mit dieser Abschlussfahrt haben seit 2020 insgesamt 48 Leiterinnen und Leiter das 18-monatige Intensivtraining erfolgreich abgeschlossen.

Leitung mit Tiefgang: Zwischen Krankenhausflur und Gebetsraum
Die Tour startete in Berlin mit einem „Miracle Morning“, der Raum für Gebet, Austausch und Ausblick auf den ersten Tag schuf. Gleich der erste Besuch im adventistischen Krankenhaus Waldfriede zeigte eindrücklich, wie christliche Werte in einem modernen Wirtschaftsbetrieb im Gesundheitskontext gelebt werden können. Geschäftsführender Vorstand Bernd Quoss gewährte persönliche Einblicke in den Veränderungsprozess des Hauses und betonte: „Ohne Qualität und Veränderung in den Köpfen des Personals kannst Du nicht wachsen.“ Gleichzeitig stellte er klar: „Nur nett und freundlich geht nicht, in allem immer transparent sein und offen die Wahrheit sagen.“

Bei der Freikirche „Die Kreative“ beeindruckte besonders der rund um die Uhr geöffnete Anbetungsraum, getragen von etwa 70 fest engagierten Beterinnen und Betern. Innerhalb von 15 Jahren wuchs die Gemeinde von 25 auf rund 400 Mitglieder. Hills & Valleys Teilnehmer Michael Maier, Gemeindeleiter aus Ludwigsburg, zeigte sich beeindruckt: „Modern, offen, klar, menschlich und trotzdem mit klaren Grenzen.“

Auch Besuche bei den Equippers Berlin, dem adventistischen Kirchen-Startup ComingHOME Berlin sowie dem neu entstehenden adventistischen Gemeindezentrum an der Koblenzer Strasse boten den Teilnehmenden der Abschlussreise neue Erkenntnisse. Theologiestudent und Teilnehmer Johannes Hofmann dazu: „Dieses Projekt steht exemplarisch für den Versuch, mit mutigen Bauentscheidungen auf die demografischen und finanziellen Herausforderungen kleiner Gemeinden zu reagieren.“

Herausgefordert vom Ungewohnten
In Frankfurt bot die PRESENCE Kulturlounge einen Blick auf alternative Gemeindeformen. Volker Hillebrenner, Geschäftsführer der Bibelschule Brake und ebenfalls Teilnehmer der Studienreise, reflektierte anschliessend für sich: „Ein spannender Kulturtreff, der mich herausfordert: kann das eine Form christlicher Kirche sein?“ Deutlich spürbar war: Hier steht Beziehung im Zentrum. Projektleiter Simret Mahary (Pastor der adventistischen Kirchengemeinde in Frankfurt) überzeugte durch seine Klarheit und seine Leidenschaft für Menschen am Rand kirchlicher Strukturen.

Weitere Stationen führten ins adventistische Gemeindegründungsprojekt Center of Community von Pastor Dante Herrmann in Offenbach, zur adventistischen ComingHOME-Gemeinde in Darmstadt sowie zum Hope Center in Wasserburg, einem kürzlich eröffneten Begegnungszentrum mit Kindergarten, Musikschule, Coworking und drei christlichen Konfessionen unter einem Dach.

Impulse für das eigene Leitungsverständnis
In München nahm die Gruppe an Gottesdiensten im freikirchlichen ICF München mit Tobias Teichen und im FGZ (Familien- und Gemeinde-Zentrum) der adventistischen Kirchengemeinde Waldfrieden teil. Dort wurde besonders die Leitungskultur von Joseph Herter hervorgehoben: authentisch, transparent und theologisch fundiert. Er sprach anhand konkreter Beispiele von einer gesunden Balance zwischen „Prägen“ und „Tragen“, ein Leitbild, das viele der Teilnehmenden in ihren Notizen festhielten.

Von der Tour zurück – und doch unterwegs
Die Hills & Valleys Studytour 2025 war mehr als eine Abschlussfahrt. Sie war ein persönlicher Prüfstein, ein Spiegel und ein gedanklicher Aufbruch. Intensive, persönliche Begegnungen, theologische Reibungsflächen und inspirierende Leitungsvorbilder prägten diese Tage und boten eine Vielzahl an Impulsen für das eigene Leben als Christ sowie für ganz unterschiedliche Führungsherausforderungen. Mit der Studienreise endete für die Teilnehmenden das 18-monatige Leadership-Training und gleichzeitig begann ein neuer Abschnitt in ihrer Berufung als geistlich reflektierte Führungspersönlichkeiten.

Hills & Valleys
Hills & Valleys (engl. „Berge und Täler“) ist ein überkonfessionelles, christliches Leadership-Projekt der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Seit Januar 2020 werden Leiterinnen und Leiter aus Kirche, Jugend, Projekten und anderen Organisationen darin ermutigt, ausgebildet und aktiv begleitet. Das Kernprogramm ist das 18-monatige, berufsbegleitende Summit-Training – ein intensives Leadership-Programm, das Gruppencoaching, praxisorientierte Ausbildung, individuelles 1:1 Coaching und gemeinsame Erlebnisse wie einen Segeltörn und eine Abschluss-Studienfahrt kombiniert. Ziel ist es, Herausforderungen mutig anzunehmen, das eigene Potenzial zu entfalten und Visionen in die Tat umzusetzen – geistlich fundiert und praxisnah. Teilnehmende werden während der gesamten Programmdauer von einem engagierten Leitungsteam und erfahrenen Mentoren begleitet.
Weitere Informationen sind unter https://www.hills-valleys.de/ zu finden.

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Pastorin Natalie Georgi, neue Präsidentin des BEFG. © Foto: David Vogt/BEFG

Eine Frau an der Spitze der grössten deutschen Freikirche

Kassel/Deutschland | 30.06.2025 | APD | Freikirchen

Natalie Georgi ist die neue Präsidentin des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Die Delegierten der BEFG-Bundesratstagung wählten die 35-jährige Pastorin der Baptistengemeinde Berlin-Steglitz mit 89 Prozent der Stimmen in dieses Amt.

Natalie Georgi tritt die Nachfolge von Pastor Michael Noss an, der 10 Jahre lang das Amt des Präsidenten des BEFG innehatte. „Für mich ist diese Aufgabe ein Privileg und eine Ehre, und ich tue das aus Liebe zu unserem Bund … Danke für dieses große Vertrauen, dass ihr in mich und das Präsidium setzt“, sagte Georgi nach der Wahl. Ihr Wunsch für den BEFG sei es, „eine dynamische, lebendige Kirche zu sein, die miteinander ringt und Gottes Größe feiert.“
Auch weitere Leitungspositionen der Freikirche wurden bei der BEFG-Bundesratstagung, die vom 28.–31. Mai in Kassel stattfand, neu besetzt.

Strukturreform beschlossen
Die Bundesratstagung beschloss zudem eine Strukturreform des BEFG. Unter der Überschrift „Unser Bund 2025 – Segen bewegt“ sollen die bisherigen 12 Landesverbände zugunsten von 25 Regionen aufgelöst werden. Ziel sei es, die Strukturen des Bundes so zu verändern, dass sie die missionarische und gemeindliche Arbeit vor Ort bestmöglich unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung des BEFG. In 25 kleineren und flexibleren Regionen, so die Grundidee, würden gezielt hauptamtliche Kräfte für die missionarische Gemeindeentwicklung und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen angestellt. Somit solle die inhaltliche Unterstützung stärker zu den Gemeinden hin verlagert werden, während die administrative Arbeit zentral [bei der Bundesgeschäftsstelle] gebündelt werde.

Bundesratstagung des BEFG
Die Bundesratstagung findet in der Regel einmal im Jahr statt. Sie ist als Kirchenparlament das höchste Entscheidungsgremium des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Der BEFG ist mit ca. 72.000 Mitgliedern in 767 Gemeinden die größte Freikirche in Deutschland. Er besteht aus Baptisten- und Brüdergemeinden; letztere haben sich innerhalb des BEFG überwiegend unter dem Dach des ChristusForums zusammengefunden. Das ChristusForum strebt in den kommenden Jahren eigene Körperschaftsrechte an, was eine Trennung vom BEFG zur Folge hätte. Weitere Informationen: www.befg.de

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Mitglieder des Rats der EA (v.l.n.r.) G. Schuster, H. Widmann, A. Sturm-Lauter, O. Stozek, D. Heusser, R. Borchert. © Bild: Helena Berger

Evangelische Allianz Österreich feiert 50-jähriges Bestehen

Bürmoos/Österreich | 30.06.2025 | APD | Ökumene

Die Jubiläums-Ratsversammlung zum 50-jährigen Bestehen der Evangelischen Allianz Österreich (EA) fand in Wels statt. Der Rat hat elf neue Mitglieder aufgenommen, neue Statuten beschlossen sowie die Namens verändert.

Wie die EA auf ihrer Webseite berichtet, reichen die Anfänge der Evangelischen Allianz in Österreich bis ins Jahr 1863 zurück. 1975 kamen die bis dahin unabhängig voneinander agierenden lokalen Allianzen zusammen und gründeten eine Österreichische Evangelische Allianz. «Die Evangelische Allianz ist heute Plattform, Bewegung und Begegnungsort für Menschen fast aller christlicher Konfessionen. Mit sieben regionalen Allianzen und 10 Arbeitskreisen ist sie auch in den Bundesländern stark verankert», schreibt die EA.

Die Ratsversammlung hat einstimmig neue Statuten beschlossen, die an die aktuelle Rechtslage angepasst und entbürokratisiert wurden. Die strukturellen Änderungen haben Doppelstrukturen entflechtet und ermöglichen es den Teilorganisationen, sich besser auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Zudem heisst der Geschwisterbund neu „Evangelische Allianz Österreich“ statt „Österreichische Evangelische Allianz“. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass die EA Teil einer europäischen und einer weltweiten Bewegung ist.

Zur Webseite der Evangelische Allianz Österreich:
https://www.evangelischeallianz.at/

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Wladimir Rudomjotkin und seine Frau Jelena (mit Blumen) und Kirchenmitgliedern, Bezirksgericht Budennowsk, Donezk, 15. Mai 2025. © Foto: Baptistischer Rat der Kirchen / Forum 18 / eurasiareview.com

Im von Russland besetzten Gebiet in der Ukraine werden Geldstrafen für „Missionstätigkeit“ verhängt

Oslo/Norwegen | 30.06.2025 | APD | Religionsfreiheit

Am 23. Mai verhängte ein Gericht in der von Russland besetzten Stadt Donezk in der Ukraine eine Geldstrafe gegen Pastor Vladimir Rudomyotkin wegen angeblicher Missionstätigkeit, wie Forum 18, norwegische Menschenrechtsorganisation berichtet.

Baptistengemeinde betroffen
Pastor Rudomjotkin leitet eine Gemeinde des Rats der Baptistengemeinden, die sich ohne staatliche Registrierung versammeln. Mitglieder der Gemeinde waren bei der Gerichtsverhandlung anwesend und bekundeten die Unterstützung ihres Pastors mit Blumen.

Katholische Pfarrei betroffen
Zwei Tage zuvor verhängte ein anderes Gericht in Donezk eine Geldstrafe gegen die katholische Pfarre St. Josef. Der Pfarrei wurde vorgeworfen, im Rahmen einer missionarischen Tätigkeit nicht ihren vollständigen Namen angegeben zu haben, ein häufiger Grund für Geldstrafen. Die Pfarre hat keinen eigenen Priester und ist daher auf gelegentliche Besuche von Priestern aus Russland angewiesen.

Jüdische Gemeinde betroffen
Bereits am 13. März verhängte dasselbe Gericht eine Geldstrafe wegen desselben „Delikts“ gegen die jüdische Gemeinde von Donezk. Am 10. April wurde ein Verfahren zur Auflösung dieser jüdischen Gemeinde eingeleitet.

„Am Sonntag sogenannte Gottesdienste abgehalten“
Bei der Inspektion der Aktivitäten einer Religionsgemeinschaft in Enerhodar im russisch besetzten Teil der Region Saporischschja wurde laut Angaben der Behörden ein Mann, von dem nur die Initiale S. bekannt ist, bei „illegaler Missionstätigkeit“ angetroffen. Das Landgericht der Region beschuldigte ihn, eine Pfarre der nicht namentlich genannten Organisation organisiert zu haben, wo „am Sonntag sogenannte Gottesdienste abgehalten werden“. Das Stadtgericht Enerhodar verurteilte ihn zu einer Geldstrafe in Höhe von drei durchschnittlichen Wochenlöhnen.

In den ganz oder teilweise von Russland besetzten und illegal annektierten Regionen der Ukraine, werden seit Ende 2022 Strafen nach dem russischen Strafgesetzbuch bzw. Verwaltungsgesetzbuch verhängt, schreibt Forum 18

Quelle: Forum 18, Oslo (Bericht vom 6. Juni 2025)
Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA und APD

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Bishkek, Hauptstadt von Kirgisistan. © Foto: Mike Dudin auf Unsplash

Kirgisistan: Bezirksgericht verbietet Kirche der Reformadventisten als „extremistisch“

Oslo/Norwegen | 30.06.2025 | APD | Religion + Staat

Wie Forum 18, norwegische Menschenrechtsorganisation, jetzt publik machte, hat das Bezirksgericht Alamudun am 19. März die Wahre und Freie Adventistische Kirche (Reformadventisten) als „extremistisch“ verboten.

Demnach waren offenbar nur vier Personen beim Gerichtsentscheid anwesend - Richterin Ayke Musayeva, ihre Sekretärin, der Staatsanwalt, der die Klage eingereicht hatte, und ein NSC-Geheimpolizist (National Security Committee) - als das Bezirksgericht Alamudun die Wahre und Freie Adventistische Kirche als „extremistisch“ verbot.

Laut Forum 18 erfuhren die Kirchenmitglieder der Reformadventisten davon erst zwei Tage später, als das Verbot bereits in Kraft war. Akmat Alaguschew, Verteidiger der Wahren und Freien Reformkirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Kirgisistan, bereitet eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof in Bischkek vor. Er will damit die Gerichtsentscheidung aufheben lassen, mit der die Gemeinschaft als „extremistisch“ verboten wurde. Das Verbot stütze sich auf vom Nationalen Sicherheitsrat in Auftrag gegebene „Expertenanalysen“ von Büchern, die bei Razzien beschlagnahmt wurden und „nicht den grundlegenden Standards einer wissenschaftlichen Analyse“ entsprachen, so die Religionswissenschaftlerin Indira Aslanova.

Auf die Frage, was den „Extremismus“ in den Handlungen oder Lehren der Mitglieder der Wahren und Freien Adventisten ausmache, fragte Richterin Musajewa Forum 18: „Haben Sie unsere Schlussfolgerungen in der Gerichtsentscheidung nicht gelesen?“ Auf den Hinweis, dass Forum 18 das Gerichtsurteil gelesen habe und in den Handlungen oder Lehren der Kirche keine extremistischen Elemente erkennen könne, antwortete die Richterin: „Sie erheben ihre Religion über die anderen. Sie schüren religiösen Hass, wenn sie den Islam oder andere Religionen kritisieren“.

Indira Aslanova, Senior Expertin des Zentrums für religiöse Studien, einer unabhängigen Organisation in Bischkek, bezeichnet es als „absurd“, die Wahren und Freien Adventisten des „Extremismus“ zu bezichtigen. Die „Expertenanalysen“ des Justizministeriums entsprächen nicht „den grundlegenden Standards einer wissenschaftlichen Analyse“, fügte sie hinzu. «Angemessene Methoden werden nicht angewandt, wissenschaftliche Grundsätze werden verletzt, und den Schlussfolgerungen fehlt eine ausreichende analytische und faktische Grundlage. Das Gutachten hat deklarativen Charakter und bedarf einer grundlegenden Überarbeitung, um als wissenschaftlich gültig anerkannt zu werden.»

Weitere Religionsgemeinschaften verboten oder Registrierung aufgehoben
Wie die Menschenrechtsorganisation berichtet, hat das Regime die Ahmadi-Muslime bereits als „extremistisch“ verboten. Sie dürfen sich nicht mehr zum Gottesdienst treffen. Das Justizministerium in Bischkek hat 2018 die Registrierung einer Organisation der spirituellen Bewegung Falun Gong aufgehoben. Die Geheimpolizei des NSC versuchte, die Zeugen Jehovas zu verbieten, während ein vom NSC geführter Versuch, viele ihrer Veröffentlichungen als „extremistisch“ zu verbieten, 2021 vor Gericht scheiterte.

Reformadventisten
Am 28. Juli 1914 brach in Europa ein Krieg aus, der alle bisherigen Dimensionen in den Schatten stellte. Viele Adventisten sahen in diesem „Grossen Krieg“ ein Zeichen des Weltendes. Während bis dahin nicht wenige Adventisten den Dienst beim Militär am Sabbat verweigert und dafür teilweise drastische Strafen in Kauf genommen hatten, wurde jetzt von manchen die Meinung vertreten, zur Vorbereitung auf die unmittelbar bevorstehende Wiederkunft Jesu gehöre es, nicht nur den Dienst am Sabbat (Samstag) zu verweigern, sondern auch den Gebrauch der Waffe beim Militär abzulehnen.

Doch aus Sorge um ein staatliches Verbot der Freikirche sandte die deutsche Leitung der Siebenten-Tags-Adventisten am 2. August 1914 – kurz nach der allgemeinen Mobilmachung – ein Rundschreiben an ihre Gemeinden in Deutschland, in dem sie empfahl: „Soweit wir im Heer stehen oder ins Heer eintreten müssen, [sollten wir] unsere militärischen Pflichten freudig und von Herzen erfüllen […] Aus Josua 6 ersehen wir, dass die Kinder Gottes von den Kriegswaffen Gebrauch gemacht und auch am Sabbat den Kriegsdienst versehen haben.“

Dieses Schreiben und weitere Veröffentlichungen riefen in den Gemeinden einen vielschichtigen Protest hervor, der zu Spannungen und zur Spaltung führte. Daraus entwickelte sich ab 1915 eine eigene Konfession, die sich als „Reformationsbewegung“ bezeichnete und der Muttergemeinde babylonischen Abfall vom wahren Adventglauben vorwarf.

Obwohl das Rundschreiben vom 2. August 1914 von der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) mit Sitz in den USA kritisiert und mit ähnlichen Verlautbarungen von der deutschen Leitung bereits 1920 und nochmals 1923 mit „Bedauern“ als „fehlerhaft“ zurückgezogen wurde, kam es nicht zu einer Versöhnung. So blieb bis heute die weltweite Spaltung, trotz eines Schuldbekenntnisses der Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland von 2014, bestehen.

Die Reformationsbewegung erlebte 1951 ebenfalls eine weltweite Spaltung. Seitdem gibt es die „Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Reformationsbewegung“ (STAR) mit ihrer Generalkonferenz in Roanoke, Virginia/USA. Zu ihr gehören rund 45.000 Mitglieder in über 130 Ländern. Die „Internationale Missionsgesellschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Reformationsbewegung“ (IMG) hat ihre Weltkirchenleitung in Cedartown, Georgia/USA. Sie umfasst nach eigenen Angaben rund 38.000 Mitglieder in 142 Ländern. In Deutschland hat die STAR etwa 200 Mitglieder in sechs örtlichen Kirchengemeinden und die IMG circa 350 Mitglieder in 16 Gemeinden. In der Schweiz unterhalten beide Reformgruppen keine Gemeinden. Sowohl die STAR wie auch die IMG betrachte sich jeweils als die einzige wahre und legitime Reformationsbewegung unter den Adventisten.

Zum Vergleich: Zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören in Deutschland 34.500 und in der Schweiz über 4.800 Mitglieder. Weltweit zählt die Freikirche 23,6 Millionen Mitglieder in 212 Ländern und Regionen.

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Referentinnen für Policy und Advocacy bei ADRA Deutschland Bianca Belger (links) und Carina Rolly (2. von links) am EHF 20255 Referentinnen für Policy und Advocacy bei ADRA Deutschland Bianca Belger (links) und Carina Rolly (2. von links) auf dem European Humanitarian Forum 2025. © Foto: ADRA EU

ADRA fordert beim European Humanitarian Forum 2025 eine humanitäre Wende

Weiterstadt/Deutschland | 30.06.2025 | APD | ADRA (Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe)

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland e.V. fordert ein verstärktes internationales Engagement angesichts wachsender humanitärer Krisen.

Das globale humanitäre System stehe unter beispiellosem Druck, während die finanzielle Unterstützung Zug um Zug zurückgehe, so ADRA Deutschland in einer Pressemitteilung. Das Hilfswerk appelliert an europäische Institutionen und die Bundesregierung, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und lokale Akteure stärker zu unterstützen. ADRA Deutschland war vom 19. bis 20. Mai beim European Humanitarian Forum 2025 in Brüssel vertreten und setzt sich für eine mutige und wertebasierte humanitäre Wende ein.

Am Scheideweg
Das humanitäre System stehe am Scheideweg: Mehr als 300 Millionen Menschen benötigten im Jahr 2025 humanitäre Hilfe. Gleichzeitig gebe es einen Rückgang der globalen Hilfszahlungen um 7,1 Prozent im Jahr 2024, informierte ADRA-Pressesprecher Andreas Lerg. Gepaart mit der aktuellen Entwicklung durch US-Präsident Donald Trump und der Zerschlagung der amerikanischen Behörde für internationale Entwicklung USAID drohe die Grundlage internationaler humanitärer Hilfe zu erodieren. Die Zahl der Konflikte habe sich im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt. Naturkatastrophen treten aufgrund des Klimawandels häufiger und verheerender auf. Gleichzeitig werde der Zugang zu Menschen in Not zunehmend eingeschränkt und die Sicherheit humanitärer Helfer wäre in vielen Regionen massiv gefährdet.

Was wir derzeit weltweit erleben, sei eine gefährliche und irgendwann fatale Kombination aus einem steigenden Bedarf auf der einen und schwindenden Ressourcen auf der anderen Seite, betont Lerg. Ohne ein entschlossenes Handeln der internationalen Gemeinschaft drohe das nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaute humanitäre System zu kollabieren.

Europas besondere Verantwortung
Als drittgrösste Wirtschaftsmacht trage Europa eine besondere Verantwortung in der globalen humanitären Hilfe. Die Bereitstellung von 1,9 Milliarden Euro an humanitärer Hilfe durch die EU für 2025 wäre ein wichtiger Schritt, reiche jedoch angesichts der wachsenden Herausforderungen längst nicht aus. ADRA Deutschland, das seit seiner Gründung 1987 in über 40 Ländern mehr als 3.000 Projekte der Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich umgesetzt habe, fordere die Europäische Union und die Bundesregierung auf, die humanitäre Hilfe als einen Eckpfeiler ihrer Aussenpolitik zu verankern und das regelbasierte internationale System zu stärken.

Lokale Akteure als Schlüssel zur effektiven humanitären Hilfe
In Übereinstimmung mit ADRAs Grundprinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ sei die Stärkung lokaler Akteure ein zentraler Ansatz, um auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren, so Lerg. ADRA arbeite seit jeher nach dem Prinzip, die lokale Bevölkerung von Beginn an in die Planung und Umsetzung ihrer Projekte einzubinden. Diese Erfahrung belege, dass lokale Gemeinschaften oft die wirksamsten Ersthelfer in Krisensituationen sind. Sie benötigten jedoch verlässliche und flexible Kernfinanzierung, um diese Rolle effektiv wahrnehmen zu können.

ADRAs Forderungen für ein zukunftsfähiges humanitäres System
Auf Basis der Vision für eine gerechte Welt für jeden Menschen fordere ADRA Deutschland anlässlich des European Humanitarian Forums 2025 von der Europäischen Union und der deutschen Bundesregierung:

1. Globale Verantwortung übernehmen und ein verlässlicher Partner in einer multipolaren Welt bleiben, der sicherstellt, dass die humanitäre Hilfe ein Eckpfeiler der Aussenpolitik ist.

2. Aufrechterhaltung einer auf Regeln basierenden internationalen Ordnung, welche die Einhaltung des humanitären Völkerrechts garantiert.

3. Unterstützung und Förderung einer aktiven und unabhängigen Zivilgesellschaft, sowohl im eigenen Land als auch weltweit. Die Förderung der Menschenrechte, der Demokratie, der Gleichstellung der Geschlechter und der Vielfalt sollte als gemeinsames Gut und wesentliches Ziel anerkannt werden. Die Stärkung von Randgruppen, die Gewährleistung einer gleichberechtigten Teilhabe und die Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse aller Geschlechter und unterschiedlicher Gemeinschaften müssen integraler Bestandteil der humanitären Bemühungen sein.

4. Anerkennung der lokalen Gemeinschaften als Akteure an vorderster Front, um sicherzustellen, dass sie mehr Verantwortung bei der Bewältigung der humanitären Bedürfnisse übernehmen, zum Beispiel durch Mitsprache in den Entscheidungsgremien.

5. Gewährleistung einer verlässlichen und flexiblen Grundfinanzierung für die lokalen und nationalen Akteure, damit sie bei den humanitären Hilfsmassnahmen eine stärkere Rolle übernehmen können.

6. Aktualisierung des internationalen humanitären Systems, um die Akteure vor Ort zu stärken. Erfolgreiche Partnerschaftsmodelle zwischen lokalen und internationalen Akteuren oder Netzwerken lokaler und nationaler zivilgesellschaftlicher Organisationen im Bereich der humanitären Hilfe müssen auf einem ausgewogenen Machtgleichgewicht und geteilten Risiken beruhen.

Bianca Belger und Carina Rolly, Referentinnen für Policy und Advocacy bei ADRA Deutschland bewerten das European Humanitarian Forum 2025 nach ihrer Teilnahme. Bianca Belger kommentiert: „Das diesjährige Europäische Forum für humanitäre Hilfe hat mehr Akteure, mehr Dringlichkeit und grössere Relevanz als je zuvor zusammengebracht. In diesen schwierigen Zeiten ist es ein wichtiger Ort für einen ehrlichen Dialog und gemeinsames Handeln. Ich bin zuversichtlich, dass die hier geknüpften Verbindungen und Ideen zu einem starken Gefühl der gemeinsamen Verantwortung führen werden.“

Carina Rolly ergänzt: „Das diesjährige Forum stellt die Diskussion über die humanitäre Wende in den Mittelpunkt, was ADRA begrüsst. Da wir das humanitäre System angesichts zunehmender Fragilität und schrumpfender Ressourcen neu überdenken, muss der Wandel sowohl prinzipiell als auch mutig sein. Die Ökologisierung der humanitären Hilfe ist kein Luxus, sie ist eine Notwendigkeit, um sicherzustellen, dass unsere Massnahmen nicht nur lebensrettend, sondern auch zukunftssicher sind, und muss daher ein integraler Bestandteil des Neustarts sein. Ein Wandel ist möglich, wenn wir Dringlichkeit und Vision miteinander verbinden.“

ADRA Deutschland
ADRA Deutschland e. V. mit Sitz in Weiterstadt bei Darmstadt wurde 1987 gegründet, hat rund 50 Angestellte und steht der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet wurde, aus 108 eigenständigen nationalen Büros besteht und weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durchführt. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Deutschland ist unter anderem Gründungsmitglied des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), der „Aktion Deutschland Hilft“ und „Gemeinsam für Afrika“. Informationen: www.adra.de.

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Schüler lernen spielerisch die Gefahren von Minen zu erkennen. © Foto: ADRA Ukraine

ADRA Ukraine übergab ukrainischen Schulen Lernspiele zum Minensicherheitstraining

Vor den Sommerferien, Ende Mai, übergab ADRA Ukraine den Partnerschulen die von der NGO „Ukrainischer Minenräumerverband“ entwickelten Lernspiele „Minengefahr“. Sie sollen die Kinder für die Gefahren im Freien während den Ferien sensibilisieren.

Spielerisch Gefahren von Minen erkennen
Die Spiele wurden an Schullandheime übergeben, damit die Kinder auf spielerische Weise wichtige Regeln für den Umgang mit Minen und explosiven Gegenständen lernen können. Dies sei besonders am Vorabend der Sommerferien wichtig, schreibt ADRA, da sich die Kinder in dieser Zeit vermehrt im Freien aufhalten würden. In Zukunft sollen diese Spiele auch dazu beitragen, den Aufenthalt in Schutzräumen bei Luftalarm sinnvoller und nützlicher zu gestalten.

Laut ADRA Ukraine wurden insgesamt 50 Spiele an Bildungseinrichtungen in den Regionen Poltawa, Dnipropetrowsk, Mykolaiv, Kiew, Lemberg und Cherson übergeben. Diese Schulen nehmen an Projekten von ADRA Ukraine teil - insbesondere an „PSS Schools“, „METHAC“, „SMHUF“ und anderen Bildungsinitiativen.

«Im Mai dieses Jahres haben wir mit Unterstützung von OCHA, Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, ein gemeinsames Projekt mit dem ukrainischen Minenräumerverband gestartet. Es trägt den Titel „Umfassende Schulung über Minenrisiken und Hilfe für die Opfer in den vom Konflikt betroffenen Kommunen an der Front und in den besetzten Gebieten der Ukraine“», so Yana Reznikova, Bildungsspezialistin von ADRA Ukraine. «Es handelt sich dabei um ein umfassendes Programm, das mehrere Bereiche abdeckt. Einer davon ist die Aufklärung über die mit Minen und explosiven Kriegsmunitionsrückständen (EORE) verbundenen Risiken. Die Spiele, die wir den Kindern geschenkt haben, sind Teil dieser Kategorie.»

Psychologischen Unterstützung zum Umgang mit traumatischen Erlebnissen
Neben der Informationsvermittlung führt ADRA Ukraine im Rahmen desselben Projekts auch eine Komponente zur psychologischen Unterstützung ein. «Wir helfen Menschen, die unter Explosionen gelitten haben - Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben. Dabei handelt es sich um das MHPSS-Programm, das psychologische Beratung, Rehabilitationsmassnahmen und umfassende Unterstützung für eintausend Menschen bietet, worüber uns der ukrainische Entminungsverband informiert», sagt Yana Reznikova.

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Kartonverpackung eines WFP-Lebensmittelpakets, die vom Feuer nicht verbrannt wurde. © Bild: ADRA Ukraine

Lagerhaus von ADRA Ukraine durch russischen Drohnenangriff beschädigt – 4.906 Lebensmittelpakete zerstört

Am 30. Mai wurde bei einem Angriff einer russischen Kamikaze-Kampfdrohne in der Stadt Isjum in der Region Charkiw um fünf Uhr morgens ein Lagerhaus von ADRA Ukraine mit Lebensmittelpaketen des UN-Welternährungsprogramms (WFP) beschädigt.

Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich laut ADRA Ukraine 4.906 Lebensmittelpakete des UN-Welternährungsprogramms (WFP) im Lagerhaus von ADRA Ukraine. Infolge des Einschlags in die Gebäudewand brach ein Feuer aus, das eine grosse Menge humanitärer Güter zerstörte. Ausserdem wurden Lastwagen von ADRA Ukraine, die sich auf dem Gelände befanden, beschädigt. Zum Zeitpunkt des Angriffs befand sich ein Wachmann im Lagerhaus, der nicht verletzt wurde.

Dank des Einsatzes von Feuerwehrleuten konnte das Feuer gelöscht werden. Die endgültige Bewertung des Schadensausmasses wird von einer Kommission des UN-Welternährungsprogramms vorgenommen.

ADRA Ukraine
Das Hilfswerk ADRA Ukraine ist seit dem 21. Februar 1993 offiziell von den Behörden im Land registriert und führt humanitäre Projekte durch. Es ist Teil des weltweiten ADRA-Netzwerks, das 1956 gegründet wurde, von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen wird und aus 108 eigenständigen nationalen Büros besteht. ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. ADRA Ukraine hilft Opfern von Konflikten und Katastrophen, Binnenvertriebenen und ihren Familien, Kindern in Waisenhäusern und Heimen, Krankenhauspatienten, unterstützt Menschen in Krisengebieten, Behinderte sowie Ältere und fördert eine gesunde Lebensweise. Im März 2025 arbeiteten bei ADRA Ukraine über 270 Personen.
Informationen in Englisch: https://www.adra.ua/en/

Partnerorganisationen von ADRA Ukraine sind:
Welternährungsprogramm (WFP), OCHA, UNHCR, UNICEF, Deutsche humanitäre Hilfe, Europäische Katastrophenschutz- und humanitäre Hilfseinsätze, USAID, AID Canada, Canadian Foodgrains Bank, Ukraine Humanitarian Fund, Ministry of Foreign Affairs of Denmark (DANIDA), SlovakAid, Japan Platform, Atlas Copco, KOA, Federation Nationale de Protection Civile, AIRLINK, TZU CHI Foundation, humedica, Hope TV Ukraine, ADRA Netzwerk, Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Angelina, kerk in actie, Kirche der Heiligen der letzten Tage. https://www.adra.ua/en/home-en/

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Die persönliche Religiosität beeinflusst bei Jugendlichen auch die Mediennutzung. Foto: © Joao Viegas / Unsplash

Neue Studie über den Zusammenhang von Religiosität und Mediennutzung bei Jugendlichen

Erlangen/Nürnberg/Wien | 30.06.2025 | APD | Medien

Neuste Forschungsergebnisse belegen, dass die persönliche religiöse Orientierung eine unterstützende Funktion auf die Entwicklung von Medienkompetenz bei Jugendlichen hat.

Die Studie „Zusammenhänge zwischen Religiosität und Mediennutzung sowie medienethischer Sensibilität bei christlich orientierten Jugendlichen“ wurde 2025 von Forschern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Wien durchgeführt. 433 christliche Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren nahmen an der Umfrage teil, wobei 210 Datensätze brauchbar waren. 73,3 Prozent waren evangelisch, 3,8 Prozent freievangelisch, 21,9 Prozent katholisch und 1 Prozent orthodox. Der Grad an Religiosität wurde dabei mit einem validierten Messinstrument erhoben, wobei sich 92 Prozent der Befragten als sehr bzw. religiös bezeichneten.

Ergebnisse
Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Religiosität auf das allgemeine Verhalten in sozialen Netzwerken im Internet auswirkt. Zudem würden religiösere Jugendliche die konservativeren Medien, wie gedruckte Tageszeitungen oder Zeitschriften, DVD-Player, Radiogerät oder E-Book-Reader, regelmässiger nutzen als die moderneren Medien, wie Spielekonsolen oder Abonnements von Video- bzw. Musik-Streaming-Diensten. Digitale Medien würden von religiösen Jugendlichen öfter genutzt, um sich über religions- und glaubensbezogene Themen zu informieren, sowie an Gottesdiensten oder Andachten teilzunehmen. Zudem zeigten sich die Befragten sensibler gegenüber bestimmten Arten von problematischem Medienhandeln. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass religiöse Orientierung eine unterstützende Funktion im Hinblick auf Medienkompetenz für Jugendliche erfüllen kann.

Religion ohne Medien nicht denkbar
Die Studie stellt grundsätzlich fest, „dass in allen Religionen Medien eine zentrale Rolle spielen, weil sich eine transzendente Wirklichkeit nur medial repräsentieren lässt und die generationenübergreifende Überlieferung religiöser Erfahrungen und Glaubensinhalte auf Medien angewiesen ist.“ Religiöse Vorstellungen hätten sich folglich historisch immer auch auf das Verständnis von und den Umgang mit Medien ausgewirkt. Aber auch die Medien und deren Nutzung hätten Einfluss auf die Religion und das ethische Handeln. Fragen einer ethischen Bildung in der digitalen Welt hätten in jüngster Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen, weil die Risiken und Gefahren dieser Technologien – gerade auch für junge Menschen – zugenommen hätten.

Adventisten und Mediennutzung
Daten der Globalen Gemeindemitgliederumfrage (Global Church Member Survey, GCMS) aus den Jahren 2013, 2018 und 2023 geben Aufschluss darüber, wie Adventisten weltweit das Internet nutzten, um ihre Religiosität zu stärken. 2013 gab fast die Hälfte (45 Prozent) der Befragten an, das Internet nie für religiöse Zwecke zu nutzen, während jeder Dritte das Internet zur Glaubensstärkung gebrauchte. 2018 wurden dagegen mobile Geräte wie Smartphone und Tablet bereits von 40,9 Prozent regelmässig zur persönlichen Andacht und zum Bibelstudium genutzt. 2023 nutzen bereits 54 Prozent der Teilnehmenden mobile Geräte für das Bibelstudium und die persönliche Andacht regelmässig. Weitere Nutzungsmöglichkeiten waren die Interaktion mit Kirchengemeinden, Institutionen oder kirchliche Organisationen. Diese Nutzung der institutionellen Angebote haben sich in den letzten fünf Jahren auf 40 Prozent verdoppelt.

Der ethische Umgang mit den sozialen Medien wurde 2023 erstmals im GCMS Survey erhoben. Es stellte sich heraus, dass die empfundene Ablenkung und andere negative Aspekte von Social Media von Kindern und Jugendlichen stärker empfunden wurden als von älteren Erwachsenen. Gerade Studierende waren grösseren etischen Herausforderungen im Umgang mit Social Media ausgesetzt. Auch regionale Unterschiede waren festzustellen. So berichteten Jugendliche aus der Ukraine und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion sowie aus Lateinamerika von grösseren Herausforderungen im ethischen Umgang mit Social Media.

Offizielle Medienangebote der Freikirche der Adventisten in der Deutschschweiz
Die Freikirche der Adventisten in der Deutschschweiz bietet zahlreiche Websites von Kirchgemeinden und adventistischen Institutionen, die Informationen teilen. Zusätzlich gibt es ein Instagram- und einen Facebook-Account, um sich austauschen zu können:

https://www.instagram.com/adventisten.ch
https://www.facebook.com/AdventistenSchweiz

Die Freikirche der Adventisten in der Deutschschweiz unterhält den Advent-Verlag Schweiz, der Bücher und Zeitschriften herausgibt (https://www.advent-verlag.ch/).

Daneben informiert die Nachrichtenagentur APDS Schweiz regelmässig über Neuigkeiten, die die Freikirche betreffen:
https://apd.media/news/archiv/16802.html

In Deutschland strahlt das Medienunternehmen Hope Media in Alsbach-Hähnlein ein 24-Stunden TV-Programm aus (www.hopetv.de).

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